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A Week in Pictures 16/2018

Vor einem Jahr habe ich mir eine Powerbank gekauft. So eine richtig große, mit der man das Handy fünf, sechsmal nacheinander aufladen kann. Ideal für Festivals bzw. dafür, der größte Pokémon-Go- Trainer der Welt zu werden. Leider wurde Pokémon Go doch recht schnell langweilig, aber die Powerbank blieb und leistete auch auf dem Festival gute Dienste. Bis ich dann diese Mail bekam, ich solle doch bitte aufhören, die Powerbank zu benutzen, denn sie werde zurückgerufen. Grund: Bei manchen Leuten sei sie wohl explodiert, bei anderen wiederum hätte sie sich während des Betriebs entzündet. Also bitte bitte einfach entsorgen, als Entschädigung gibt’s den Kaufpreis zurückerstattet. Und nun sitze ich hier mit erstattetem Kaufpreis _und_ der Powerbank und befinde mich in einem moralischen Dilemma. Wobei es weniger mit Moral zu tun hat, sondern eher mit Wagemut, wenn’s schief geht, würde man vermutlich auch sagen, mit Dummheit. Die Powerbank wurde bei mir niemals auch nur warm. Selbst, als wir zwei Handies gleichzeitig luden. Wenn ich sie quasi behalte, aber beim Laden immer ganz weit weg lege, wäre das nicht okay? Oder sollte ich einfach den Expert*innen vertrauen, die meinten, wahrscheinlich passiert nichts, aber bei manchen ist halt etwas passiert, also riskier es lieber nicht. Was wäre, wenn das Ding just beim Einstöpseln des Handies detoniert? Was würden die Omas hier im Haus sagen, wenn ich plötzlich brennend durch den Hausflur renne? Und was, wenn gerade Mittagsruhe ist? Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Vielleicht warte ich einfach noch mal ein bisschen ab.


Ich magnolien. Bitte entschuldigen Sie das schlechte Wortspiel. Das Blöde an Magnolien ist nur, dass die immer so schnell verblühen. Überhaupt ist das das Nervigste am Sommer. Dass er eben kein Frühling ist. Im Sommer ist es zwar warm, aber es sieht überhaupt nicht mehr cool aus. Und genau aus diesem Grund ist Frühling eben auch die beste Jahreszeit der Welt! Nicht zu kalt, nicht zu warm und sieht auch noch super aus. Winter nervt. Herbst hat seine Momente. Und Sommer ist eigentlich nur warm. Meist sogar so warm, dass man nur noch Rumsitzen kann. Und Rumsitzen kann ich mal so gar nicht ab. Dann muss ich wenigstens nebenbei lesen. Oder irgendwas Spielen. Oder Cola trinken.
Nicht im Bild: Ranklotzen. Das Buch will ja fertig werden. Und lustigerweise geht es tatsächlich voran. Vielleicht nicht so schnell, wie es müsste, aber na gut. Dafür immerhin tolle Nachrichten aus dem Verlag, die ich Ihnen nicht mitteilen darf. Aber spätestens, wenn das Herbstprogramm draußen ist, werden Sie es wissen. Hach, ist das alles aufregend. Und so aufwändig. Ich verstehe immer gar nicht, wieso die Leute so ehrfürchtig sind, wenn man sagt: „Ich muss jetzt das Buch fertig schreiben.“ Das heißt doch nichts Anderes als: „Wir basteln da gerade ein Produkt, haben aber keine Ahnung, ob es überhaupt jemand kaufen wird.“ Viel lieber würde ich schon vorher wissen, wie viele Bücher ich verkaufe. Denn dann könnte ich im Zweifelsfall auch einfach vorher aufhören, weil es sich für 100 jetzt auch nicht lohnt. Dann lieber Rumsitzen und Cola trinken.
Auch nicht im Bild: Die Coverentwürfe, denn die habe ich ja selbst noch nicht. Aber ich bin sehr gespannt.


Und dann war Lesebühne in Berlin. Schön war’s! Auch wenn sich da in Zukunft schon wieder ein bisschen was ändert, aber zumindest ändert es sich zum Guten. Egal, was mir in Berlin auffiel, war Folgendes: Ich bin ja quasi so eine Art Dorfkind. Oder sagen wir wenigstens Kleinstadtkind. Das heißt, als ich zum ersten Mal mit acht oder neun Jahren wegen Karate, ganz allein und nur mit meinem Trainer und ein paar anderen in Berlin war, da fühlte ich mich quasi wie die arme Emilia in New York. Alles viel zu krass, alles viel zu groß und alles viel zu schnell. Und dabei trainierten wir damals in Pankow. Trotzdem fand ich es total krass, als wir einmal über Nacht in der Trainingshalle schliefen, und am nächsten Morgen oben überm Eingang die Fensterfront besprüht war. Meine Güte, ich erinnere mich daran, als ob es gestern war. Wie noch beim Aufwachen die Farbe frisch nach Aerosolen und Gefahr gerochen hatte. Und wie gelangweilt und abgeklärt die Berliner waren, mit denen wir zusammen trainierten und die natürlich zu Hause geschlafen hatten. Wahrscheinlich unter einer Brücke! In einem Abbruchhaus oder einfach direkt auf einer fahrenden Harley-Davidson. Berliner Kinder fand ich einfach krass. Für mich hieß, in Berlin zu sein, immer: Sei auf der Hut! Irgendjemand will dir bestimmt dein Portmonee wegnehmen. Und natürlich: Döner! Wenn wir in Berlin waren, dann war ich immer zwischen dem Vormittags- und dem Nachmittagstraining Döner essen. Immer! Und alle anderen natürlich auch. Nur die Berliner nicht. Weil das für die gelangweilter Alltag war. S-Bahn-fahren war für mich dermaßen krass, die Berliner interessierte es null. Als einem meiner Trainer mal von einem Besoffenen die Windschutzscheibe eingetreten wurde, während wir drinnen trainierten und dann alle rausrannten und den Besoffenen verfolgten, da dachte ich, ich befände mich in einer Colt-Seavers-Folge. Die Berliner kriegten es gar nicht mit. Was ich damit sagen will: Ich glaube, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob man jetzt in der behüteten Klein- oder in der wilden Großstadt aufwächst. Natürlich, man stumpft auch als Kleinstädter*in ab, wenn man lang genug in der Großstadt wohnt, aber trotzdem ist man nicht so abgeklärt, glaube ich. Wenn ich mir allein vorstelle, wie es gewesen wäre, wäre ich in Leipzig aufgewachsen wäre, wow. Ich wäre wahrscheinlich ein vollkommen anderer Mensch. Überall Narben, Lederjacke, Gesichtstattoos. Und immer, wenn ich mit Leuten vom Dorf reden würde, würde ich milde abwinken und Dinge sagen wir: „Kühe? Siehst du den Teich dort? Da haben wir früher immer gebadet! Und hin und wieder schwamm dort ein Toter drin!“ – Nur so krasses Zeug würde ich machen, einfach, weil mich die Großstadt gestählt hätte.


Quatsch machen im Krankenhaus. Ja ja, meinetwegen ist das ein Frauenkittel, sparen Sie sich das Kommentieren. Gender is over, Leute. Ist das eigentlich bei allen so oder nur bei mir? Weil ich irgendwie was mit Humor mache, fühlen sich bei mir immer alle dazu berufen, irgendwas „Lustiges“ unter meine Beiträge zu schreiben. Leider ist es halt in 99 Prozent der Fälle überhaupt nicht lustig und am liebsten würde ich es löschen, aber das geht ja auch nicht.
Naja, auf jeden Fall waren wir kurz (also zumindest ich, die anderen nicht) im Krankenhaus. Die Leute dort sind sehr nett und die Frau in der Caféteria hätte mir meine Bockwurst beinahe für den Mitarbeiterpreis ausgegeben, so echt wie ein Arzt sah ich aus. Früher dachte ich immer, dass es total cool sein muss, Arzt zu sein. Mal abgesehen davon, dass ich kein Blut und all das eklige Zeug sehen kann, aber so ein Fernseharzt vielleicht. Ich dachte, es müsse total cool sein, nach so einer total anstrengenden Schicht am Montagmorgen um 7 Uhr bei Sonnenaufgang aus dem Krankenhaus zu kommen, nach Hause zu fahren, kurz noch am Küchentisch eine zu rauchen, unten erwacht die Stadt und man selbst hat wieder eine Nacht lang Gutes getan. Okay, in Wirklichkeit ist man wahrscheinlich einfach megamüde, kriegt die ganzen grausamen Bilder der letzten Nacht nicht aus dem Kopf, pfeift sich schnell zwei Schlaftabletten nebst einem Schluck Wodka rein und hofft dann, dass man nach vier Tagen vielleicht endlich mal länger als drei Stunden schlafen kann. Aber lassen Sie mich, ich bin eben ein Romantiker. Bei Scrubs oder Grey’s Anatomy sieht das zwar auch irgendwie manchmal stressig aus, aber doch immer irgendwie okay. Ach, wenn man die Realität doch nur so zurechtschreiben könnte, dass sie cool werden würde. Ich hasse Realität. Realität hat unendlich viele Fehler. Realität schmerzt, weil man dauernd an irgendwelche nervigen Details und Dinge, die passiert sind, erinnert wird, die ich, wäre das alles nur eine Geschichte, einfach rauslöschen und umschreiben würde. Aber in echt sind sie natürlich immer da und das nervt. Noch dazu ist man ständig umgeben von den Fehlern der Anderen. Und wenn man schon die eigenen nicht aushält, wie soll man dann noch die der anderen von sich fern halten? Ich will nicht ständig daran erinnert werden, wer was wann mit wem warum gemacht hat, wenn es mich einfach nur nervt, mir der Gedanke daran Kopfschmerzen bereitet und er zu allem Überfluss immer zu ungünstigen Zeitpunkten auftaucht und anschließend alles ruiniert. Ich will das einfach löschen und mit meiner cooleren Version der Geschichte weiterleben. Zum Beispiel jener, dass alle Ärzt*innen um 7 Uhr morgens ganz gechillt im Sonnenaufgang aus dem Krankenhaus kommen und sich denken: „Wow, bei Scrubs und Grey’s Anatomy dachte ich immer: So chillig und cool kann das Arzt-Leben doch gar nicht sein, aber hey, ey stimmt!“


Links: Und dann war Mietenwahnsinn-Demo. 1.000 Menschen auf der Straße gegen Gentrifizierung und eine verkorkste Wohnungspolitik. Es hätten auch gern mehr Menschen sein dürfen, aber das Wetter war wohl einfach zu gut. Trotzdem finde ich es krass, dass in Berlin 25.000 Menschen auf die Straße gehen und es in Leipzig gerade mal 1.000 werden. Okay okay, Freitag 16 Uhr ist keine optimale Demo-Zeit. Noch dazu, wenn es endlich endlich mal gutes Wetter ist und alle Welt nur an den See will. Aber trotzdem frage ich mich, warum es dann nicht wenigstens 5.000 waren. Sind die Probleme noch nicht offensichtlich genug? Geht es allen noch gut genug?
Rechts:
Nicht im Bild: Wie ich später am Abend noch eine interessante Diskussion führte (die mich ein bisschen an die Optimistisch/Pessimistisch-Frage von Nico Semsrott erinnerte): Kann man gegen die AfD eigentlich noch irgendetwas machen? Oder ist das jetzt einfach so, dass die eben eine Landtagswahl nach der nächsten gewinnen, dann irgendwann Regierungspartei werden und wenn wir Glück haben, dann geht das alles vier Jahre später ohne Weltkrieg aus. Oder es gibt halt den dritten. Was das Problem AfD im Nachhinein auch irgendwie lösen wird.
Aber ich meinte: Ja, ich glaube, man kann etwas gegen die AfD tun. Aber erst ein paar Prämissen: 1) Ich glaube schon, dass Menschen missgünstig, fremden- und fortschrittsfeindlich sowie antisozial sind. 2) Ich glaube aber auch, dass das zum Teil ein Symptom des Kapitalismus ist. Der Kapitalismus schafft es ganz wunder, Menschen dazu zu mobilisieren, sich selbst auszubeuten und Politik gegen sich selbst zu machen. Und dann zu glauben, Schuld daran wäre nicht der Kapitalismus, sondern z.B. die Ausländer. 3) Ich glaube außerdem, dass es ein „Grundpaket“ an gesellschaftlichen Problemen gibt, die alle Menschen (also sagen wir mal alle Menschen, die weniger als irgendwas um die 50.000 Euro pro Jahr verdienen) betreffen und die, oh Wunder, noch niemand den „Ausländern“ in die Schuhe schieben konnte. Zum Beispiel irrationale Mietsteigerungen, Verschlechterung städtischer Infrastruktur, Landflucht, fehlende Kitas, Schulen, ein misabler Bildungsstandard, fehlende Soziokultur, Freizeitangebote usw. usw. 4) All das sind Themen, die keine Partei glaubhaft angeht. Und wenn die SPD sich schon selbst umbringt, die Linke leider auf ewig den SED-Stempel tragen wird und es sowieso keine geeinte Linke geben wird, warum dann nicht eine Partei, die diese durchaus linken Themen bearbeitet, ohne sich gleich Hammer und Sichel auf die Fahnen drucken zu müssen? 5) Es fehlen menschelnde Politiker*innen. Bzw. Leute, die die Menschen tatsächlich noch mitreißen können. Due durchaus Ecken und Kanten haben und denen man genau deshalb verzeiht, wenn sie mal aus Versehen sagen: „Ach komm, Storchen-Beatrix, halt einfach mal dein Maul!“ Genau damit gewinnt ja bspw. die AfD auch Sympathien, durch bewusste Grenzüberschreitung. 6) Ich glaube, Politik war schon immer ein Zirkus, aber früher bemühte er sich wenigstens noch um den Anschein, keiner zu sein. Heute tut er das vielleicht immer noch, aber die Leute haben einfach keinen Bock mehr auf Zirkus, sondern fahren auf jene ab, die sagen: „Guck, das ist doch Zirkus!“ Und wählen halt die. Und nein, das ist eben nicht die Partei, denn die Partei ist viel zu intellektuell. Und ich bezweifle, dass sie wirklich regieren würde, wenn sie Regierungsverantwortung bekäme. 7) Wer könnte also unser Zugpferd sein für die große neue Aufruhrpartei von unten? Ronja von Rönne? LOL. Kevin Kühnert? Der hat leider auf ewig SPD. Ich war ja ein bisschen gerührt, dass Kollege Kurt Mondaugen sagte, ich solle das bitte machen, er fände das gut. Und ich glaube, ich wäre prinzipiell auch ein guter Kandidat. Aber ich habe keinen Bock auf den zeitlichen Aufwand. Und außerdem darf man mir einfach keine Macht geben. Ich glaube, das würde schief gehen. Außerdem bin ich zu ungeduldig. Ich wäre also eher so ein guter Revolutionsführer. Da könnte ich schlecht mit meiner Macht umgehen und die ganze Schose würde nicht soooo lange dauern. Ja, also wenn wir das jetzt statt via einer neuen Partei dann doch via Revolution machen, meine Mailadresse habt ihr ja. Und bis dahin nehmen wir einfach Claas.
Rechts: Nachfragen, ob man es Teilen kann und dann namentlich erwähnen, okay, aber einfach Klauen? Können wir bitte einen dieser Kasper mal richtig verklagen, damit es endlich einen großen Präzedenzfall gibt? Ich weiß, das ist ein bisschen uncool, aber es nervt einfach, wenn sich andere Leute mit Dingen Erfolg haben, die einfach nicht von ihnen sind.


Und dann war’s soweit: 10 Jahre Lesebühne Schkeuditzer Kreuz. Das war ein sehr schöner Abend! Mit Deko und Kuchen und 200 Herzlollies. Sogar die LVZ fand’s super. Ich hatte ja ein bisschen Schiss, ob bei dem fantastischen Wetter überhaupt jemand kommt, aber siehe da: 400 Leute. Wahnsinn. Irgendjemand fragte später, ob ich gedacht hätte, dass wir das so lange durchhalten. Keine Ahnung, ich glaub, ich kam nie auf die Idee, darüber nachzudenken, solang mir noch monatlich zwei Texte eingefallen sind, das Publikum zahlenmäßig nie weniger wurde und die Abende noch Spaß machten. Hätte sich eines davon mit der Zeit herauskristallisiert, hätte ich vielleicht mal darüber nachgedacht, aber so. Es macht nach wie vor sehr viel Spaß, das Publikum ist größer als jemals und Texte krieg ich wider Erwarten auch fast immer hin. Also warum aufhören?
Nicht im Bild: Stichwort Aufhören – MDR Sachsen. Wow. Wie muss man sich eine Redaktionskonferenz eigentlich vorstellen, in der so etwas herauskommt? Wieso bricht da niemand direkt auf den Konferenztisch? Oder waren alle Leute mit Gehirn einfach schon längst aus dem Raum gegangen? Wie kann man sich denn als Journalismus-Held*in hinstellen, wenn offenbar glaubt, Journalismus, das hieße, Belege für eine vorgefertigte Meinung zu finden und nicht, sich eine Meinung aus möglichst vielen Informationen zu bilden? Kommt, lass uns mal darüber diskutieren, wie komplex diese ganze böse neue Welt ist und wir ehrlichen Menschen und davon total überfordert fühlen. Nichtmal mehr das N-Wort dürfen wir sagen! Mhm, wer hat dazu wohl eine fundierte Meinung? Ein*e Schwarze*r? Nee, lass ma Frauke Petry einladen. Die ist zwar Faschistin, aber was soll’s? Peter Hahne ist auch immer gut! Der kann so schön über Angst reden! Eigentlich hätte nur noch Uwe Tellkampf gefehlt. Der fühlt sich auch unterdrückt.
Aber na gut, die Sendung wurde tatsächlich abgesagt. Nicht aber, weil man vielleicht gemerkt hat, dass man rassistischen Müll reproduziert, sondern weil die zwei ernstzunehmende Gäst*innen abgesagt haben. Man höre und staune über eine derart weltfremde und trotzige Reaktion des Senders. Meine Fresse.
Das ist wie im Polizeirevier Dessau. Da hilft nur noch zumachen, entnazifizieren, reorganisieren und dann komplett neu noch einmal von Neuem versuchen.


Links: U19 stabil, U17 sowieso. Vom Spiel der ersten Mannschaft wollen wir nicht reden. Ich hatte noch nie so Lust, einfach mitten im Spiel zu gehen, weil es sich so grausam angefühlt hat. Aber natürlich sind wir bis zum Ende geblieben. Ich weiß gar nicht, was ich da noch drüber erzählen soll. Vielleicht erzähle ich stattdessen, wie ich früher wirklich sehr hartnäckig und oft überlegt habe, was ich später mal würde machen können. Ich wusste es einfach nicht. Ich fand es immer total beeindruckend, wenn Leute genau wussten, was sie später mal tun wollten, um Geld zu verdienen. Ah, ich interessiere mich für Züge, da geh ich halt zur Bahn. Ah, ich interessiere mich für Haargeld, dann studier ich BWL. Nur ich wusste absolut nicht, was ich machen sollte. Ich interessierte mich irgendwie für alles, aber auch für nichts. Ich mochte Zelda, Züge und spielte nicht so gern Fußball. Was soll man damit werden? Viiiiel später erst ist mir mal aufgefallen, was mir damals nie aufgefallen war: Mein Vater guckte oft Quatsch Comedy und solches Zeug und wir hatten z.B. das Programm von Jürgen von der Lippe namens „Männer, Frauen Vegetarier“ auf CD. Und ich kannte alles auswendig. Mein Opa hatte drei Fips-Asmussen-Kassetten: Kannte ich auch auswendig. Ich mochte schon immer Witze. Und gute Geschichten! Jeden Abend um 19:05 Uhr musste ich ARD-Vorabendserien gucken. Später dann natürlich noch Simpsons und all das Zeug. Nachts dann gern Six-Feet-Under und nachmittags gern Gilmore Girls oder Unsere kleine Farm und so etwas. Erst später kamen dann Bücher dazu. Und ich dachte, ich würde mich ernsthaft für Philosophie interessieren (stimmt aber nur halb). Filme, ja. Und Witze. Und organisiertes Verbrechen natürlich. Und Ärzte. Wobei letztere beiden Berufswünsche sicher nur von meiner romantischen Filmvorstellung geprägt sind. Croupier wollte ich mal werden. Und ich glaube, das ist immer noch so meine Exit-Strategie. Ich mag Casinos. Ich war erst einmal in einem drin, aber ich mag sie irgendwie. Das Publikum ist nicht so assig wie in einer Spielothek und außerdem sind die Spiele geiler. Obwohl ich selbst gar nicht so das Interesse daran habe, zu Spielen oder im Casino Geld zu gewinnen. Vielleicht ist genau deshalb Croupier ein sehr guter Beruf für mich. Man muss die Regeln können, schnell sein, dabei freundlich, aber eben auch nicht zu freundlich und ich bilde mir ein, dass man, zumindest in einem größeren Casino, gut verdient. Die Ausbildung dauert nicht allzu lang und es gibt praktisch keine Altersgrenze für den Einstieg, solang man seinen Job gut macht. Das Einzige, was fehlt, ist ein großes Casino in Leipzig. Bitte baut das mal. Es müssen ja nicht dauernd Luxuswohnungen sein. Und wenn, dann wenigstens mit einem Casino im Keller.
Rechts: Hihi.


Katzencontent statt Selbstvergewisserungsselfie.
Nicht im Bild: Geburtstag, gemuschmurtstag. Gelernt: Wenn Punkt 0 Uhr Against Me! läuft, dann ist Geburtstag gut.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

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