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A Week in Pictures 16/2017

Ich glaube, zum arabischen Friseur zu gehen, ohne des Arabischen mächtig zu sein, ist so ein bisschen wie Russisch Roulette. Die Chancen sind etwa 7 zu 1 und wenn’s schlecht läuft, dann hat man echt ein Problem. Und Russisch hatte ich zwar in der Schule (Abschlussnote 1, danke an meine beiden kasachischen Karate-Freunde, die mir immer so freundlich die Aufsätze vorgeschrieben haben!), könnte ich jetzt aber auch bloß nicht. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will hier gar keine „Die machen da eh, was sie wollen!“-These aufstellen, um Himmels Willen. Ich geh ja sogar sehr gern dorthin, denn das Programm, das man dort bekommt, ist weitaus cooler als bei den anderen Friseuren (so richtig mit Rasiermesser, diesen lustigen Bindfänden, die dann aber doch voll weh tun und manchmal auch ein bisschen Feuer). Aber ja, geht halt manchmal auch schief. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vielleicht sollte ich irgendwann doch mal lernen, was man den Friseur*innen so als Guideline gibt, wenn man sich auf den Stuhl setzt. Vielleicht muss man ja auch mehr ins Detail gehen und nicht einfach nur „Naja, so kürzer halt“ sagen. Immerhin habe ich bisher alle erfolgreich davon abhalten können, mir so einen feschen Scheitelstrich zu rasieren. Noch. Und nein, das war jetzt keine 1-Sterne-Rezension. Ich mache jetzt einfach nur mal zwei Monate lang keine Selfies.


Endlich wieder Better Call Saul! Nach wie vor eine der besten Serien seit Sopranos, Six Feet Under, Breaking Bad und und und. Und es ist jetzt schon wieder super. Ich war ja ein bisschen erstaunt über das Ende der sechsten Staffel Girls. +++ SPOILER +++ Ich meine, wie schnell das jetzt alles ging mit dem Baby und dass Hannah es irgendwie immer schafft, in Häusern und Wohnungen zu leben, die ihrem Einkommen vermutlich so rein gar nicht entsprechen. Beziehungsweise vielmehr, dass am Ende natürlich wieder eines der Mädels ein Baby kriegen muss und das natürlich der stinknormale, gesellschaftlich akzeptierte Weg ist, aber hey, sie ist ja auch total selbstbestimmt dabei. Ich verstehe zwar auch nicht, warum Shoshanna jetzt unbedingt auch noch heiraten musste, denn bis dahin hatte ich sie immer als doch zurechnungsfähigste Person der Serie verstanden, aber naja. Es gab so gute Folgen in der Staffel. Aber eben auch solche, nach denen man da sitzt und denkt: Ooooookay. Immerhin schafft es die Serie noch immer, mich unglaublich zu provozieren, sodass ich mich stundenlang über bspw. Marnie aufregen könnte. Oder über Jessa, auch wenn die alle ja immer so super finden. Oder über Adam, dem ich an Hannahs Stelle schon längst das Haus abgebrannt hätte. +++ SPOILER ENDE +++ Aber es gibt ja auch noch Fargo. Erste Staffel war super, zweite überhaupt nicht meins und auf die dritte Staffel bin ich jetzt gespannt. Hoffentlich endet es nicht bei Arrival, wobei ich die Idee (Außerirdische landen auf der Erde und eine Übersetzerin wird geholt, um deren weirde Sprache zu verstehen) ja eigentlich ganz gut fand. Ich stehe zwar nicht auf Außerirdische und Raumschiffe und so etwas, aber trotzdem. Nur leider war der Film ja mal wieder vollkommen auf Hollywood gebürstet. +++ SPOILER +++ Klar, die Außerirdischen sind so megaintelligent, können sogar in die Zukunft schauen und haben diese krasse und unendlich schwere Kreissprache, sind aber zufälligerweise nicht intelligent genug, die barbarisch einfache Sprache der Menschen zu verstehen. Und natürlich kriegen die Menschen das dann binnen ein paar Monate hin, die unendlich schwere Aliensprache perfekt zu verstehen, ja sogar ganz easy zu sprechen. Und die Aliens sind natürlich nicht einfach so auf der Erde, sondern haben in der Zukunft gesehen (wenn man ihre Sprache spricht, kann man nämlich in die Zukunft sehen, häh?), dass sie in 3.000 Jahren mal die Hilfe der Menschen brauchen und da wäre es doch ganz cool, wenn die vorher nicht ihren Planeten in die Luft sprengen. Und natürlich sind da auch alle dafür, außer natürlich die verrückten Chinesen und Russen und dann müssen wieder erst die fortschrittlichen Westler kommen und das geradebiegen. Und natürlich gibt’s auch noch eine Liebesgeschichte. Meh. +++ SPOILER ENDE +++ Dann doch lieber endlich die dritte Staffel The Bridge.


Lachen Sie nicht, nur weil ich mich in alle Richtungen bilde. Am liebsten halt in die etwas seichteren Richtungen.
Nicht im Bild: Wie ich am Dienstag drei Stunden lang beim Arzt saß, nur um dann vielleicht eine Minute dran zu sein, weil alles, was passierte, war, dass mir der Arzt sagte, ich dürfe ruhig wieder Fahrrad fahren, ich solle doch bloß versuchen, nicht mehr hinzufallen. Für so eine fachkundige Meinung warte ich doch gern drei Stunden. Immerhin habe ich nebenbei endlich mal Go set a watchman fertig gelesen. Falls Sie meine Meinung wollen: Lesen Sie lieber To kill a Mockingbird, denn das ist und bleibt einfach das tausendmal bessere Buch. Die erwachsene Scout ist einfach lange nicht so cool wie die kindliche und überhaupt finde ich das Ende des Watchmans einfach nur vollkommen ungeil, was beim Mockingbirg genau andersherum ist, denn da denkt man am Ende einfach nur: OH! EMM! DSCHIE! SO! SO! SO! GUT! Vielleicht gucke ich demnächst mal den zugehörigen Film, obwohl ich davor ein bisschen Angst habe, denn immerhin habe ich ja schon so schöne Vorstellungen von all den Orten und Personen und die möchte ich mir eigentlich nicht kaputtmachen lassen. Immerhin hab ich jetzt fast Hool durchgelesen. Ja, kann man machen. Ich verstehe den Hype nicht so ganz, vor allem deshalb nicht, weil ich die Sprache jetzt nicht besonders „echt“ finde, sondern eher so, als würden meine Eltern versuchen, Slang zu schreiben und das dann notgedrungen eben doch nur wie ein gut gemeinter Versuch klingt. Aber die Geschichte ist nett, obwohl ich da Among the Thugs viel einsichtiger fand, insbesondere, was die Organisation der Kloppereien und den Slang angeht. Oh weia, jetzt hört sich das total negativ an. Soll es gar nicht sein! Na toll, das gibt doch wieder Ärger. Lesen Sie es einfach selbst.


Oben: Und dann waren wir in Hamburg. Es schien sogar die Sonne, was sehr schön war, nur dass Sonne und ich eben für mich auch heißt, dass ich nach zehn Minuten Sonnenbrand bekomme und dann abends beim Auftritt gefragt werde: „Warst du im Urlaub, Antreh?“ „Nein, ich war nur zehn Minuten an den Landungsbrücken in der Sonne und jetzt glüht mein ganzer verdammter Kopf.“ Muss ich mich ernsthaft ab jetzt schon wieder eincremen? Ich meine, es hilft ja eh nicht, denn ich bekomme sogar im Schatten Sonnenbrand. Eigentlich wollte ich unbedingt mal wieder eine Hafenrundfahrt machen, aber für 16 bis 20 Euro schwimme ich dann doch lieber weiter selbst. Dafür dann wenigstens ganz stilecht schon am frühen Nachmittag im Handschuh gewesen und schon wieder war es nicht sehr krass, auch nicht im Hotel Hongkong oder „Eingang Hotel Eingang“, wie ich hörte, dass man es nennt. Aber ich mag Hamburg, auch wenn ich nie dorthin ziehen würde. Zwar habe ich dort das vermutlich beste T-Shirt der Welt gesehen, aber solche Bilder kommen ja nicht von ungefähr. Immerhin war ich jetzt endlich mal im Alten Elbtunnel und wenn ich Pech habe, dann sieht man mich demnächst in irgendeinem Musikvideo, das natürlich genau dann gefilmt wurde, als wir dort lang liefen. Keine Ahnung, wer der Typ war, vielleicht auch besser so, denn dann finde ich das Video nie.
Mitte: Und so sieht das aus, wo ich manchmal auftrete. Krasses Leben und so, ich bin schon neidisch auf mich selbst.
Unten: Letzter Halt, fast wie früher. Auch ganz schön hip geworden. Bei Bier für 4 Euro rebelliert ja immer mein innerer Hausbesetzer. Aber was will man machen?
Nicht im Bild: Das Problem, wenn zwei Leute, die sich nicht entscheiden können und auch nicht entscheiden wollen, entscheiden müssen, was man isst, denn Hunger kriegt man ja trotzdem und deshalb läuft man dann gefühlte vier Stunden quer durch Hamburg und denkt dauernd „Ja, aber nein!“ oder wahlweise auch mal „Nein! Doch! Orrrr!“, nur um am Ende dann doch wieder Pizza zu essen, was okay ist, aber dafür hätte man sich auch den Aufwand sparen können. Aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Auch wenn das Ziel dann irgendwann weg ist, weil man mitbekommen hat, dass der Weg ein Kreis ist.
Nicht im Bild: Der älterer Herr, der sich dann nachts an die Bar drängelte, sich neben mich setzte und dauernd in sein Handy rief: SCHALKE NULL VIER! SCHAAAAAAAALKE!! NULL!! VIER!!
Auch nicht im Bild: Der kleine Junge, der an den Landungsbrücken seinen Vater fragte: „Papa, wenn jemand Turteltauben zu mir sagt, ist dass dann eine Beleidigung oder meint der das lieb?“


Selbstvergewisserungsselfie, das keines ist. So sieht das aus, wenn ich mal arbeite. Hauptsache, immer die Hände in den Taschen haben. Mittlerweile läuft ja bereits unsere kleine Slam-Sendung namens [sla(m]dr) im Fernsehen, Folge 1 und Folge 2 schon schon draußen und immer Donnerstagfrüh um 00:20 Uhr gibt’s zur egalsten Sendezeit eine neue Folge. Drei kommen noch.


Oben: Oha, die Lesebühne hatte Geburtstag! 9 Jahre, das ist schon ziemlich krass. Es überhaupt der coolste neunte Geburtstag, auf dem ich je war, denn es gab Bier. Alles in allem ein sehr schöner Abend, wie man es fast schon gewohnt ist.
Unten: Ach ja, ich hatte ja auch Geburtstag und das ist immer ein bisschen problematisch, denn ich mag ja nicht so Aufmerksamkeit, zumindest nicht so, wenn ich in der Nähe bin und wenn dann irgendwie alle singen, dann ist das zwar schön, aber halt auch so oh emm dschie, pls don’t. Nun ja, immerhin gab es wunderbare Lakritzschokolade und eigentlich mag ich ja gar Süßes gar nicht, aber das geht auf jeden Fall klar und jetzt muss ich mich dauernd zurückhalten, sie nicht einfach in mich reinzustopfen, denn dann ist sie ja weg und das will ja auch niemannd. Was gab es sonst noch? Eine Pfanne. Ja, das ist tatsächlich ein gutes Geschenk, liebe Kinder. Vor allem, wenn der Pfannenboden aus so einem coolen Wirbel besteht und der Herd beim Kontakt mit der Pfanne bestimmt immer denkt: Wuuuuuuh! Was mir ein bisschen Sorgen bereitet, ist, dass ich auffällig viel pinkes Zeug bekommen habe, nicht wegen der Farbe an sich, gender ist over, ich weiß, aber ich dachte, das mit mir und schwarz wäre mittlerweile irgendwie doch bei allen angekommen. Aber ich finde es ja selbst auch lustig, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, dass mein neuer Schlafsack zum Beispiel einen roten Packsack hat, obwohl der Schlafsack selbst ja so hübsch dunkel ist, aber was will man machen. Meine neuen Schuhe sind jedenfalls schwarz und supercool, auch wenn mir am Samstag natürlich direkt erstmal so ein verrücktes Kind drauftreten und sie dreckig machen musste. Und natürlich: Der Alf-Patch! So gut.
Nicht im Bild übrigens das Karlibeben, das mir zu Ehren veranstaltet wurde. Es war in erster Linie mal sehr sehr kalt.

Was fehlt:

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