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A Week in Pictures 15/2017

Hab ich doch völlig vergessen. Hab ich einfach nicht mitbekommen. Die Zeit rast ja auch so schnell. Man sieht ja links und rechts von sich eigentlich nur noch Schlieren. Es tut mir ja so leid. Aber ich kann’s ja nun nicht ändern. Hab ich doch einfach vergessen, dass mein Blog Geburtstag hatte, na sowas! Elf Jahre! Mehr als 4.000 Tage. Ich glaube, ich habe noch nie irgendetwas länger durchgehalten. Außer vielleicht Atmen und so, aber dass kann man sich ja auch schlecht aussuchen. Wollen Sie ein paar Statistiken? 1.973 veröffentlichte Posts, 1 Entwurf (lol), 2.653 Kommentare und öh, ja, ich glaube, das war’s. Ach so, ja. Das hier lesen meist so 600-800 Leute, was ich ein bisschen gruselig finde. Vor allem, weil ich immer noch zu faul bin, das Zeug wenigstens einmal Korrektur zu lesen. Aber überweisen Sie mir doch einfach jeweils 5 Euro und ich ändere das sofort. Manchmal kommen Leute und geben mir Antworten auf Fragen, die ich hier einfach so, ohne Erwartung, herausbläke und dann bin ich immer total verwirrt und frage mich, woher die das wissen, dass ich mich das frage. Vielleicht ist das auch ganz gut, dass ich beim Schreiben an eigentlich gar nichts denke. Wobei das jetzt auch wieder komisch klingt. Ich denke relativ wenig, das merken Sie ja am Inhalt, aber natürlich nicht nichts. Sie wissen, was ich meine. Naja, danke fürs Mitlesen jedenfalls.


Hier war ich an der Hochschule Merseburg, um mich in den Studiengang „Angewandte Sachsen-Anhalt-Forschung“ einzuschreiben. Gab’s leider nicht, den Studiengang, hatte ich mich wohl falsch informiert. Das ist alles ganz schön weit im Nirgendwo dort. Fast hat man das Gefühl, direkt auf ein paar verlorene Jungen zu treffen, mit denen man dann gegen die Piraten kämpfen kann. Aber dann trifft man doch nur ein paar Mädchen mit Dreads auf dem Gang (und natürlich studieren sie Pädagogik, oh Klischee!), eine von ihnen trägt einen „Kein Gott. Kein Staat. Kein Vaterland.“-Jutebeutel und will sich gerade über einen Erasmusaufenthalt in Valencia informieren. Und das ist dann doch auch so ein bisschen witzig.
Nicht im Bild: Wie wir dann noch kurz bei IKEA waren, weil dort gibt es Hotdogs und man fühlt sich bei IKEA-Hotdogs noch nicht ganz so schäbig wie bei Cheeseburgern von McDonalds, und wie ich dann meinen vermutlich erfolgreichsten Tweet ever twitterte, der mir eigentlich nur erzählt wurde, aber immerhin habe ich gefragt, ob ich das twittern dürfe und darum ist es auch wieder irgendwie okay.
Auch nicht im Bild: Wie ich solche Knubbel für die Vorhängestangen kaufte, weil ich der festen Überzeugung war, annodazumal nur zwei von vier gekauft zu haben, dann aber feststellte, dass ich die anscheinend doch schon mal geholt haben musste. Wow, mein Leben ist so aufregend!
Leider nicht im Bild: Die Frau, die bei den Getränkeautomaten stand und nicht ganz normal ihren Becher gegen den Hebel drückte, auf das fröhlich mittelmäßige Cola sprudle, sondern die stattdessen den Becher drunterstellte und den Hebel per Finger bediente, woraufhin alles so herrlich durch die Gegend spritze, sie sich aber nicht beirren ließ.
Zum Glück nicht im Bild: Wie ich mir ein Softeis am Softeisautomaten kaufte und vom Service derart überfordert war, dass ich mich sogar bei dem Automaten bedankte.
Ach ja, der erfolgreichste Tweet ever:


So, hab ich also endlich mal ein neues Tattoo. Da ich sowieso keine Gefühle habe, lief es äußerst unkompliziert. Man muss während des Stechens nur immer darauf achten, niemals durch das helle Licht zu gehen und schon klappt das. Hat sie auf jeden Fall gut gemacht, die Frau Tattoowiererin. Und nein, das unter dem Kopf ist kein Vulkan. Nein, das Ding ist auch nicht schief, ich habe einfach einen extremen Bizeps. Ja, das bedeutet auch etwas. Nein, das geht Sie überhaupt nichts an, was es bedeutet. Und ja, natürlich bin ich jetzt kriminell. War ich allerdings schon nach dem ersten Tattoo. Ja, ich weiß, dass das jetzt für immer bleibt. Ja, ich lasse mir bestimmt auch noch ein drittes stechen. Irgendwie verlangen ja alle nach Alf oder einem Faultier, aber die sind mir leider einfach nicht badass genug. Wenn ich Spaßtattoos gut fände, dann hätte ich schon längst ein riesiges Stück Pizza auf meinem Rücken und einen Döner auf dem Oberarm. Nein, ich hab keine Angst, dass ich jetzt keinen Job mehr bekomme. Im Gegenteil, wenn Tattoos Jobs verhindern könnten, dann hätte ich bitte gern gleich noch eins. Ich möchte nur nicht so zugehackt sein. Ich mag es, wenn Leute Sleeves haben oder so etwas, aber ich glaube, das sieht bei mir einfach nur doof aus. Ich fahre ja nicht einmal Motorrad! Außerdem muss ich streng darauf achten, mich nur an Stellen tattoowieren zu lassen, die beim Hinfallen mit dem Fahrrad nicht kaputt gehen können. Waden/Oberschenkel mag ich zum Beispiel nicht so. Und Brust überhaupt nicht. Für den Oberarm muss halt mindestens Truckfahrer sein und Hals darf nur Bushido. Naja, wir werden sehen.
Nicht im Bild: Wie ich endlich mal Freunde überzeugen konnte, abends auf ein Getränk in die gefährliche Eisenbahnstraße zu kommen und wie es natürlich genau dann in der Kneipe eine Schlägerei gab. So geht das mit der Antigentrifizierung, Leute!


Dass ich nicht hungrig einkaufen gehen darf, das weiß ich. Ich halte mich zwar trotzdem nie daran, aber was soll’s. Dass ich allerdings auch dann nicht einkaufen gehen darf, wenn mir vorher beim Instagram-Gucken im Bett das Handy auf den Kopf gefallen ist, das weiß ich jetzt. Sonst kaufe ich halt wieder unendlich viel Blödsinn, wie zum Beispiel die Bravo. Wobei das gar nicht so großer Blödsinn, denn womöglich kann ich das als freischaffender Autor sogar als Weiterbildung von der Steuer absetzen. Trotzdem hinterließ die Lektüre doch ein wenig gemischte Gefühle. Einerseits weil ich jetzt natürlich endlich mal wieder auf dem aktuellen Stand der Jugend bin, andererseits, weil ich praktisch nichts und niemandem kannte, um das oder den/die es in den Heften ging. Aber wenn schon auf dem Cover „Sofort reich mit Instagram und Youtube“ steht, dann muss ich natürlich zuschlagen. Auch wenn es im entsprechenden Artikel dann eigentlich nur darum geht, wie viel bspw. Bibi mit einem einzigen Instagram-Post verdient und eben nicht darum, wie ich das auch schaffe. Auch erschreckend: Dass die Redakteure ständig „OMG!“ schreiben und ich praktisch der perfekte Bravo-Redakteur wäre. Wobei ich natürlich am liebsten für Dr. Sommer schreiben würde. Da fragt dann Stefan (15): „Warum ist Sex in Pornos viel geiler?“ und dann könnte ich so etwas schreiben, wie: „Digger, du bist 15! WTF?! Geh raus und bau eine Bude im Wald! OMG! Die Mädchen in deinem Alter hängen sich eh nur an die Schulabbrecher mit den Mofas! Das ist tragisch, aber du kannst es nicht ändern. Warte einfach, bis du selbst die Schule abgebrochen hast. Aber vergiss nicht, dir anschließend unbedingt ein Mofa zu kaufen und jeden Tag in der großen Hofpause auf dem Parkplatz vor der Schule abzuhängen.“
Ich glaube, am gruseligsten finde ich gar nicht, dass ich kaum eines der ganzen Youtube-Musica.ly-Kiddies kenne (Lisa & Lena haben 10,5 Millionen Instagram-Follower?! Dagibee hat grad mal 4,5! WTF!), sondern dass ich mir immer vorstellen muss, wie es wohl sein muss, wenn das eigene Kind plötzlich Internetstar wird. Ich meine, ist schon okay, wenn die nur so harmlose musica.ly-Videos machen (obwohl die natürlich trotzdem nicht dem Trubel umgehen können), aber man stelle sich nur einmal vor, was die kleinen Mädchen da mitunter sicher für Nachrichten und Anfragen geschickt bekommen. Brr! Oder wenn der eigene Sohn plötzlich total bekannt dafür ist, dass er sich täglich fünfmal halbnackt ablichtet und das Ganze dann ins Internet stellt. Oder wenn er/sie dann mit den Vollidioten von ApeCrime auf Tour geht. Hach, niemals Kinder bekommen, das hilft vermutlich am besten. Außerdem wäre ich eh total neidisch, wenn nicht ich der Youtubestar in der Familie wäre.


Okay, ich hab’s versucht. Klappt halt nicht. Ich hätt’s auch gern anders, aber fällt aus wegen is‘ nich‘. Schaumer mal. Wär ja schade drum, aber wenn’s nicht geht, dann halt nicht. Muss man ja nicht erzwingen. Ja, mir ist sehr wohl bewusst, dass Sie gerade nicht wissen, worum es geht, aber das ist okay. Es geht hier ja auch hauptsächlich um mich.
Nicht im Bild: Wie ich auf dem Land war und wie ich, weil ich vom Leben einfach heillos überfordert bin, natürlich vollkommen unpassend gekleidet war, schöne Stoffschuhe, dünne Stoffjacke und so weiter und wie mir deshalb eine Jacke geliehen wurde. Was jetzt erstmal nicht spektakulär klingt, allerdings war die Jacke dunkelblau und ich glaube, das war seit schätzungsweise 15 Jahren das erste Mal, dass ich etwas Nicht-Schwarzes trug. Wobei das ein bisschen gelogen ist, immerhin hatte ich bei den Lesebühnenfotos aus dem Jahr 2011 mein schönes blaues Chicago-Shirt an, aber da mache ich eine Ausnahme, genau so wie bei meinem Mühlheim-Asozial- und dem Alf-Shirt (beide grau). Aber seit mindestens 5 Jahren auf jeden Fall. Und ja, es fühlte sich komisch an. Ich sah sogar fast ein bisschen nahbar aus, was ich extrem ungewohnt fand. Plötzlich sagten Leute „Hi!“ statt „Oh!“ zu mir. Sehr sehr komisch.
Auch nicht im Bild: Wie ich mir eine Regenjacke kaufte und was für ein harter Struggle das mal wieder war und wie es mir jetzt schon davor graut, dass ich noch Schuhe kaufen muss. Hass, Hass, Hass.


„Oh man, Antreh, du übertreibst doch immer voll. So schlimm kann Sachsen-Anhalt gar nicht sein!“ – Doch, und hier sind zwei Beweise.
Was geht denn bitteschön mit den Leuten? Warum zeigt da nicht mal der/die Redakteur ein bisschen Zivilcourage und haut beim Interview einfach mal zu? Man hätte statt „REAKTION“ auch einfach gleich „REAKTIONÄR“ schreiben können. Ach, ich kann gar nicht so viel den Kopf schütteln, wie ich müsste. Was ist denn das für eine gruselige Einstellung? „Wir sind nicht rechter als andere“, okay, aber alle anderen sind halt schon harte Nazis, da macht es das nicht besser, wenn ihr einfach nur genau so schlimm seid, ihr Penner. Und das Problem ist ja, dass sich darin sogar alle einig sind, egal welchem Bündnis oder welcher Partei sie angehören. Die Fremdenfeindlichkeit hat in Deutschland eine Tiefe in der Bevölkerung erreicht, die schon lange nichts mehr mit Parteizugehörigkeiten oder politischen Einstellungen zu tun hat. Im Gegenteil, es scheint sogar schon zum Guten Ton zu gehören, immer mal wieder gegen die bösen Wilden auszuteilen, die hier einfallen, weil man sonst gar nicht mehr beachtet wird. Ganz, ganz, armselig, Leute. Man möchte einfach nur brechen. Am besten genau in die Gesichter der Leute, aus deren Mündern solcher Unfug kommt.
Nicht im Bild: Die vermutlich schönste Nachricht der Woche – „Ich würde sehr gern mit dir Döner essen gehen!“


Selbstvergewisserungsselfie, allerdings mit falsch herum gehaltenem Handy fotografiert. Und da lag dann zufällig die Katze. Keine Ahnung, warum sie, je näher Frühling und Sommer rücken, immer mehr statt weniger Fell bekommt, aber da wird sich die Natur schon irgendetwas bei denken.
Nicht im Bild: Der kahlrasierte Hund, der jetzt wirklich komplett anders aussieht und die Diskussion darüber, ob man Hunde nun rasieren darf, weil wächst ja nach und ist ja angenehm kühl, sobald es warm ist oder eben nicht, weil wider die Natur und warum überhaupt. Wobei ich ja sagen würde, dass es hauptsächlich darum geht, dass der Hund nicht vom Rasieren total traumatisiert wird und, dass es Ende nicht einfach total komisch aussieht.
Auch nicht im Bild: Der Osterkorb voller Minisalamis, die wärmste Decke der Welt und das Bauwagenlife.
Sowieso nicht im Bild: Sehr viel Gitarre.

Was fehlt:

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