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A Week in Pictures 14/2018

Es ist ein erhabenes Gefühl, eine Duschstange zu besitzen. Das heißt: Endlich freihändig duschen! Okay, der Duschkopfhalter hielt genau zwei Tage lang fest und rutscht seither immer ganz langsam nach unten, sobald man den Duschkopf einhängt, aber was soll’s. Viel nerviger ist, dass er sich beim Runterrutschen auch noch gleichzeitig gaaaanz langsam von links nach rechts dreht, sodass man quasi auch noch ständig ein Stück zur Seite watscheln muss, aber naja. Man gewöhnt sich dran. So richtig nervig ist nur, dass der Duschkopf die letzten dreißig Zentimeter immer mit einem Rutsch runterknallt und er einem deshalb volles Ballett auf die Schulter knallt. Aber irgendwann werde ich sicher eine Schicht Hornhaut auf der Schulter haben. Und dann wird mir auch das egal sein.


Im Bild: Und dann war ich mal kurz in Potsdam zur Potshow. Es war sehr witzig.
Nicht im Bild: Wie ich auf dem Hinweg fast einen Fahrradfahrer überfuhr. Und ich sehr überrascht war, wie laut ich jemandem ein paar Beleidigungen hinterher brüllen kann. Aber mal ehrlich: Ich sitze im einzigen Auto auf der Straße, habe grün und der Typ sitzt auf seinem Fahrrad, wartet an der Ampel, denn er hat rot. Ich komme näher, er schaut mich mit einem Blick an, der sagt: „Wooow, wie muss es sich wohl anfühlen, wenn man keinen einstelligen IQ hat?“. Ich denke mir nichts dabei, fahre weiter und PLÖTZLICH fährt der Penner einfach los. Ich also brems, brems, quietsch, quietsch und der Typ guckt nur mit seinem „Wow, GZSZ ist für mich Hochliteratur!“-Blick an und fährt weiter, als wäre nichts gewesen. Grr!
Auch nicht im Bild: Wie ich mir so ein krasses Flurdings bestellt habe, dessen Namen ich immer wieder vergesse (Konsolentisch!) und das ausgerechnet (!) mit DPD verschickt wurde, sodass es auf gar meinen Fall ankommt. Oder zumindest nicht bei mir zu Hause. Aber lassen Sie es mich anders erklären. Am Abend bekomme ich eine Mail: „Heyyyyy, morgen kommt ihr cooles Flurdings an! Seien Sie doch bitte zu Hause!“ Und ich so: „Easy, kein Ding.“ Nächster Tag, ich so: Wart. Wart. Wart. Aber kein Paket. Plötzlich eine Email: „Heyyyy, Ihr Paket wurde gerade erfolgreich zugestellt. An Sie!“ Und ich so: „Okay? Das wüsste ich vielleicht?“ Also erst mal gecheckt, ob ich vielleicht taub geworden bin, aber nein. Dann die Klingel ausprobiert: funktioniert. Und schließlich mal zum Briefkasten gegangen: Nix. Mhm, was tun? Mal die Paketnummer auf der DPD-Seite eingeben. Und siehe da: Ihr Paket wurde erfolgreich abgegeben bei „Blumenshop“. Häh? Blumenshop? Wo bitte ist hier ein Blumenladen? Hier gibt es keinen Blumenladen. Aber weil ich ein wissbegieriger Mensch bin, suche ich mal nach DPD-Shops in der Nähe und siehe da: Ein Blumenladen. Heißt zwar weder „Blumenshop“ noch irgendetwas mit Shop, aber okay. Also mal hin da und gefragt, ob das Paket da ist: Nope, ist es nicht. Ooookay. Und nun? Mal auf der DPD-Seite nach einer Hotline suchen. Gibt’s nicht. Also wütende Nachrichten per Twitter und Facebook an DPD. Man verspricht, sich zu kümmern und sich wieder zu melden (man hat sich bis heute nicht gemeldet). Ich also innerlich schon längst mit dem Flurdings abgeschlossen und dafür all meine Energie darauf konzentriert, DPD zu hassen, als PLÖTZLICH eine Mail von DPD eintrifft: „Heyyyyy! Wir haben dein Paket an besagten Blumenladen zugestellt. Kannste morgen abholen.“ Keine Erklärung, warum das überhaupt dort landet, obwohl ich es zu mir nach Hause bestellt habe. Noch eine Erklärung, warum ich Zustellmails bekomme, obwohl gar nichts zugestellt ist, noch irgendetwas. Scheißverein. Bin ich anscheinend nicht der Einzige, der das so sieht.


Links: Ohne Worte.
Rechts: Also ich fand es ja lustig, als ich den Bundestag-Beutel in einer dieser Verschenkekisten gefunden habe. Aber die Blicke der Leute im Viertel sagen da etwas Anderes. Nun gut, liegt er also wieder in einer dieser Verschenkekisten. Wahrscheinlich jetzt wirklich für immer.
Nicht im Bild: Und dann war Münster. Zweifelsohne schlimm, wünscht man niemandem und möchte man auf keinen Fall selbst erleben. Aber wie grauenhaft ist es bitte, dass mittlerweile jedes Nachrichtenmagazin, jeder Radiosender und jeder Fernsehsender immer zuerst darüber berichtet, ob der/die Täter*in einen Migrationshintergrund hatte. Anscheinend haben die Nazis, die AfD und die Rechtspopulisten wirklich schon lange gewonnen und bestimmen längst den Diskurs. Wieso ist es ein Unterschied, ob ein Arschloch einen deutschen oder nicht-deutschen Pass hat? Oder warum veröffentlicht die ZEIT als Titelgeschichte ausgerechnet das Gejammer eines Mannes, der den „totalitären Feminismus“ kommen sieht?


Eieiei, 10 Jahre schon. Damals war ich gerade nach Leipzig gezogen, hatte ein paarmal beim Slam mitgemacht und dann fragte Kurt Julius und mich, ob wir nicht Lust auf eine Lesebühne hätten. Zusammen mit Hauke, Micha, André Kudernatsch und Christoph Graebel, die ich alle nicht kannte. Nun ja, gesagt getan, letztere Beiden sprangen ziemlich schnell wieder ab, der Rest blieb dabei. Relativ voll war’s von Anfang an, trotzdem dann ziemlich schnell gezwungenermaßen der erste Locationwechsel. Anschließend viele Jahre Wärmehalle, wo wir uns wirklich sehr wohl gefühlt haben, auch wenn es dort ziemlich schnell immer sehr voll wurde. Irgendwann dann kam auch Franzi Wilhelm mit dazu und blieb seitdem. Und wir wären nie auf die Idee gekommen, in einen anderen Laden zu gehen. Bis die Wärmehalle dann leider sterben musste. Und wir erstmal bei reihenweise Läden anfragten, ob wir dort Lesebühne machen könnten und dann ziemlich ernüchtert aus Versehen im Plan B landeten und es urplötzlich wieder perfekt war. Schnell war es immer voll, übervoll sozusagen, aber wir wären nicht auf die Idee gekommen, zu wechseln. Bis dann das Plan B ebenfalls sterben musste. Und wir gut zwei Jahre lang nur noch umher tingelten (Tausenddank zum Beispiel an die Moritzbastei, die uns so oft für ein paar Monate aufnahm), bis dann endlich der Kupfersaal eröffnete und wir seither wirklich den perfekten Raum gefunden haben. Nahezu unendlich viel Platz, haufenweise Sitzplätze und und und. Nach neuneinhalb Jahren. Und am meisten wundert es mich, dass tatsächlich immer noch Leute zum Zuhören kommen. Sogar viel mehr als jemals. Und es macht ja immer noch viel Spaß. 10 Jahre klingt schon krass.


Und dann waren wir beim Fußball. Es war, wie zu erwarten, unendlich kalt. Aber das Ergebnis macht Einiges wett. Was für ein Tor von Timo Werner.
Nicht im Bild: Ich bin der Handwerkerkönig. Beziehungsweise sie. Nach sechs Monaten hängt jetzt endlich der Spiegel. Und das Bild. Und alles ganz ohne In-die-Stromleitung bohren. Gott segne den neuen Leitungssucher! Zwar piept er komischweise, wenn ich ihn mir an den Kopf halte, was mich nach wie vor zweifeln lässt, ob ich nicht vielleicht doch der Terminator bin, aber naja. Solang er zuverlässig Leitungen und Metall in den Wänden findet, will ich nichts gesagt haben. Okay, vielleicht haben wir einmal von der Küche direkt ins Arbeitszimmer durchgebohrt, aber was soll’s. Und vielleicht musste man für die zwei Dübel für den Spiegel quasi die halbe Wand aufbohren, die Dübel anschließend mit Schnellmörtel einkleben, aber: Es hält!
Auch nicht im Bild: Wie ich direkt übermütig wurde, es richtig wissen wollte und direkt noch so eine Duschstange angebaut habe. So richtig mit Zwischen-die-Fliesen-bohren und ganz ohne Wasserleitung-anbohren. Ich kann alles! Okay, der Duschkopfhalter rutscht, wie gesagt, andauernd nach unten, aber das kriege ich auch noch geregelt.


Links: Wenn man schon GTNM wegen Fußball verpasst, dann muss man das eben schnell nachholen. Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass Sally das Ding gewinnen wird. Einfach, weil Sally über jede Kritik erhaben ist und einfach immer abliefert. Und weil sie herrlich bitchy ist. Auch die Verbündung mit den schrecklichen Ösi-Mädels zur Gucci-Gang ist super. Das Einzige, was wirklich offensichtlich ist: Wie sehr die Entscheidungen voll auf Quote geschrieben sind. Warum zum Beispiel ist Klaudia mit K zum Beispiel noch dabei? Wenn es am Ende doch eh auf Toni, Julianna und Sally hinauslaufen wird?
Rechts: Tippen, tippen, tippen im Akkord. Aber muss ja fertig werden, Auch wenn gerade das Wetter super wird und alle draußen rumhängen. Aber es lohnt sich ja, wenn es dafür gut wird.
Nicht im Bild: Wie der Computer nun wohl völlig hinüber ist. Schade, aber was will man machen.


Links: Einen Tag später kann ich sagen: Nein, tut es nicht. Glauben Sie mir.
Rechts: Awwww.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

1 Kommentar

  1. Alles wieder sehr unterhaltsam, vielen Dank für diese wöchentlichen Ergüsse!
    Und sehr amüsant, anfangs Avril Lavigne zu hören zu bekommen, da mich letztens erst noch mal so ein Lavigne-Revival überkam und ich hundertmal „Nobody’s Home“ hörte https://www.youtube.com/watch?v=NGFSNE18Ywc (aber auch nur das; an „I’m With You“ dachte ich gar nicht, aber mensch, dat is ja auch so dramatisch!). Also merci für dieses auch klangliche Erlebnis!

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