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A Week in Pictures 13/2018

Das wahrscheinlich untrüglichste Zeichen, dass alle Welt davon ausgeht, dass der Winter jetzt endgültig vorbei ist: Die unzähligen Zu-verschenken-Kisten vor jedem zweiten Haus. Keine Ahnung wieso, aber gefühlt jede*r Person im Viertel scheint die letzten Wochen damit verbracht zu haben, unbenötigten Ramsch in Kisten auszusortieren. Überall stehen diese Kisten. Und in keiner ist irgendetwas Brauchbares zu finden. Doch, wobei! Ich habe einen Jutebeutel aus dem Deutschen Bundestag gefunden. Das ist die Form von Ironie, die mir gefällt. Besser wäre eigentlich nur ein SPD-Beutel gewesen. Wobei es dann nicht ironisch wäre, sondern masochistisch (und gelogen).
Witzig an dieser Stelle: Dass jemand im Hausflur „Er ist wieder da“ zum Mitnehmen ausgelegt hat, das Buch für einen Tag weg und dann wieder da war.


Links: Ich bin wirklich der dümmste Mensch der Welt. Wobei man es auch positiv sehen und sagen könnte, dass ich also noch nicht gänzlich den Kontakt zur Menschheit verloren habe und zumindest immer gleichzeitig mit allen anderen das Bedürfnis habe, meine Pakete abzuholen.
Nicht im Bild: Acht Tage Kasernierung im 5-Sterne-Hotel um des Witzeschreibens Willen. Wobei ich natürlich dort kein Zimmer hatte (so wie fast alle anderen), sondern jeden Morgen dort auflaufen musste. Und wie mich am ersten Tag gleichzeitig sechs Leute aufhielten und interessiert nachfragten, was ich dort wolle. Anscheinend sehe ich also genau zu einem Sechstel so aus, als hätte ich ein Recht, mich in einem 5-Sterne-Hotel herumzutreiben. Trotzdem süß, wie der Mann mit dem Zylinder am Einlass jeden Tag „Guten Morgen, Monsieur!“ zu mir sagte. Und wie absurd ansonsten alles dort ist. Currywurst für 12 Euro zum Beispiel.
Rechts: Endlich! Endlich! Endlich! Die Schule am See auf DVD. Hat sich das jahrelange Mailschreiben und Öffentlich-Empören also endlich gelohnt. Ich glaube wirklich, dass ich maßgeblich dazu beigetragen habe. Hier zum Beispiel.
Auch nicht im Bild: Sami Slimanis neue Wohnung und wieso ich nicht an die Gerechtigkeit in dieser Gesellschaft glaube. Ich habe eigentlich nur eine Frage: Wieso? Oder vielleicht doch: Woher? Oder anders: Mit welchem Recht? Meine Güte, wie unfair diese Welt ist.


Links: Herr Schubert und Herr Fischer bei der Ausführung des Vorbereiteten.
Rechts: Post-Aufzeichnungsabstecher in den Kupfersaal zur Latenight-Show von Christian Meyer.
Nicht im Bild:
Auch nicht im Bild: Wie wir in letzter Zeit irgendwie immer wieder darauf kommen, dass Leipzig gerade extrem viele Fehler zu machen scheint, die, wenn es schief geht, dazu führen, dass es hier in absehbarer Zeit echt uncool werden dürfte. Da wären zum Beispiel der MDV und die LVB, die jährlich immer teurer werden, ohne dass jemand auch nur irgendeine Absicht hat, das in Zukunft mal zu ändern, so es durch ein neues Bezahlkonzept oder durch die Trennung von LVB und MDV. Dann die Verteufelung von alternativen Projekten und Linken generell, von der immer noch existierenden Vernachlässigung der Subkultur ganz zu schweigen. Dann gäbe es noch das Problem, dass es die Stadt gerade zulässt, dass so ziemlich jede Brache, jede Baulücke und ab und zu auch immer mal ein Park an private Investoren verkauft wird. Und dann entstehen da gefühlt ausschließlich hochpreisige Wohnungen, die keineswegs dem Mietspiegel des Viertels entsprechen. Von Sozialwohnungen mal ganz zu schweigen. Oder es wird direkt neben Clubs gebaut und so getan, als hieße das nicht, dass damit über kurz oder lang das Ende derselben schon besiegelt sei. Manchmal frage ich mich, was wohl passieren muss, damit sich daran etwas ändert.


Links: Das war anstrengend. Aber hat sich gelohnt, glaube ich.
Rechts: Und dann lag der arme Batman tot vorm Balkon. Nein, ich habe ihn nicht angefasst. Aber ich traue mich auch nicht, ihn zu beerdigen. Vielleicht sollte ich ihn einfach mit einem Bleistift anstupsen, damit er in den Hof hinunter segelt. Wobei er dann vielleicht einen der spielenden Kinder auf den Kopf fällt und auf den Stress habe ich auch keine Lust. Das wäre wahrscheinlich mindestens so schlimm wie damals in der Grundschule, als wir vom Balkon im dritten Stock Wasserbomben geworfen und voll in einen Kinderwagen getroffen haben. Das gab ein wenig Ärger.
Nicht im Bild: Der sterbende Computer. Was für ein Mist. Bis dato dachte ich immer, ich würde computermäßig so Einiges wieder hinbekommen, aber diesmal scheint es etwas komplizierter zu sein. Geht ja nicht mal mehr an. Aber mal gucken.
Auch nicht im Bild: Österliches Fresskoma.
Und ebensowenig im Bild: Das Glück von Hannover. Was für ein Spiel. Da denkt man zuerst: Joa, geht doch alles seinen Gang. Dann fällt das Gegentor und man denkt: Geht es nicht EIN MAL ohne Gegentor? Dann Erleichterung: 1:3. Dann 2:3, so langsam kommt die Unruhe. Und dann auch noch das 3:3. Aber immerhin Abseits. Was für ein Glück. Schauen wir mal, wie das noch weitergeht und ob noch ein CL-Platz drin ist.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

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