Kommentare 4

A Week in Pictures 13/2017

Ist das der Frühling? Ich hoffe doch nicht! Das würde meine ganze Theorie, dass es erst dann richtig Frühling ist, wenn ich Geburtstag habe, vollkommen zunichte machen. Insofern ist es vermutlich das erste Mal, aber ich hoffe, dass es in den kommenden Wochen noch einmal kalt wird. Sorry dafür, aber ich muss einfach Recht behalten. Ende April darf es dann aber ruhig dauerhaft warm bleiben. Außerdem muss ich mir ja noch ausdenken, was ich zum Geburtstag haben möchte und bei gutem Wetter arbeitet mein Kopf nunmal schlechter und meine sehnlichsten Wünsche (Faultier, Waschbär, Tapir, Weltherrschaft) erfüllt mir ja niemand. Fest steht, dass ich bis dato seit Dezember noch nicht wieder Fahrrad gefahren bin, was ziemlich doof ist, aber wir warten mal noch lieber ab, bis Onkel Doc grünes Licht gibt, beziehungsweise so gelbgrünes, denn so richtig grün wird es ja vermutlich nicht mehr. Mist, jetzt habe ich Lust, Hallo Onkel Doc! zu gucken. Ich weiß gar nicht, warum ich die Serie so mochte, vielleicht nur deshalb, weil ich sie einmal schaute, als sich meine Cousine für eine Party fertig machte, während der kleine Antreh auf ihrem Bett lag und mit all ihren Filzstiften übereinander malte, sodass sie unbrauchbar wurden. Bis heute bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung, denn erstens habe ich früher einfach extrem gern gezeichnet und gemalt und zweitens habe ich ihren Look bis heute als großartiges Beispiel für jedwede 80er-Party im Gedächtnis behalten. Und wenn ich dann schon alte Serien gucke, dann muss ich eigentlich auch gleich wieder Der Prinz aus Zamunda gucken, weil dort tragen sie auch alle diese fetzigen 80er-Klamotten und als ich de Film am Wochenende gucken wollte, kam irgendetwas dazwischen. Außerdem ist es der vermutlich einzige Film, bei dem der deutsche Titel der bessere gegenüber dem Original (Coming to America, wäh!) ist. Und dann muss ich natürlich auch wieder Der Pianist gucken, wobei dieser Zusammenhang jetzt ein bisschen schwierig wirkt, aber es gibt auch eigentlich keinen, außer jenen, dass der Film halt gut ist und in meinem Kopf ein Affe wohnt, der schon seit meiner Pubertät vollkommen verrückt geworden ist und seine ganz eigene Schiene fährt. Zum Beispiel sorgt er ständig dafür, dass ich mich an Dinge erinnere, die ich gar nicht brauche, zum Beispiel, dass man Tomaten niemals neben Brokkoli pflanzen sollte, was für mich total sinnlos ist, denn ich würde nie im Leben auf die gruselige Idee kommen, a) etwas zu pflanzen und wenn doch, dann schon gar nicht b) gruseligen Brokkoli (Blumenkohl, Leute, Blumenkohl!) oder c) garstige Tomaten. Und wahrscheinlich habe ich allein für diese Information schon wieder irgendetwas total Wichtiges vergessen, Kurvendiskussion oder solches Zeug, aber naja, ich kann es nicht ändern.


Expecto patronum! Wie sagte schon der Mann vom Prüfungsamt, als ich damals mein Zeugnis abholte? „Tun Sie nicht so! Sie haben ein Einserstudium, das darf man ruhig sehen!“ Wobei, eigentlich sagte er „Hier, möge es Ihnen was nützen!“, aber was soll’s. Wieso ich jetzt eine Brille habe? Hab ich doch schon ewig. Ich trage die halt nie, so wie man das mit Brillen eben macht. Man kauft sie und dann lässt sie man sie liegen, dadurch werden sie besser. Außerdem nehme ich die ja nur, wenn ich mal Dinge erkennen will, die weit entfernt sind. Und das will ich ja meistens eh nicht. Ich bin schon von allem, was direkt um mich herum passiert, heillos überfordert, also warum das Ganze noch verschlimmern? Beim Autofahren ist es ganz nett. Oder wenn man beim Fußball mehr als nur so ein paar verschwommene Striche sehen will. Aber so schlimm ist nun auch wieder nicht. -0,75. Keine Ahnung, was das bedeutet, aber da die Brillenfrau meinte, sie müsse noch nicht anfangen, ein paar Weinflaschenböden zurecht zu schleifen, ist wohl alles noch halbwegs im Rahmen. Und mittlerweile finde ich sogar, dass es gar nicht sooo schlecht aussieht. Das Gesicht hinter der Brille hätte man noch ein bisschen verbessern können, aber man kann nicht alles haben.
Nicht im Bild: Eine Stunde Gewaltmarsch durch die halbe Stadt, zwei notwendige Snackbesorgungsstops bei den Supermärkten unserer Wahl und dann doch überpünktliches Ankommen im Kino. Merke: Nie wieder in Reudnitz ins Kino gehen, denn das Publikum besteht offensichtlich zu 50 % aus Bauern. Auch wenn mir der Typ, der pünktlich zu Beginn des Films anfang zu quatschen schon gereicht hätte. Themen seiner Monologe waren zum Beispiel: Wie er mal im Kino fast abgelaufenes Bier verkauft bekam, was er ja schon beim Öffnen gerochen hatte und wie er sich dann beschwert hat, weil geht ja gar nicht und dann wollten die ihm nicht postwendend ein neues und hier höre ma Puppe bla bla bla. Oder seine Ausrufe: GEIL! BESTE SZENE DES FILMS BIS JETZT! Ob seine Begleitung sein Date war? Ich hoffe doch, immerhin hat nun eindeutige Beweise, dass sie sie eine Nummer direkt wieder löschen sollte (Dass Samsung mal richtige Akkus in seine Handies bauen sollte, verriet der in alle Richtungen interessierte Bauer übrigens auch). Und wenn sie mit ihm zusammen ist, dann sicher auch nur, weil sie taub und blind gleichzeitig ist und ihr sowieso alles egal ist. Oder weil sie sich so sehr selbst hasst, Ritzen nicht mehr ausreicht und der Typ das Grauenhafteste ist, das sie nach Crystal noch finden konnte. Hach, Leute, die man nicht kennt, zu hassen, ist schon etwas ganz Besonderes. Man hasst so vollkommen frei und ungezwungen. Vielleicht ist der Typ ja eigentlich ganz nett, mag ARD-Vorabendserien und war vermutlich wirklich nicht aufgeregt. Was seine neongrün gestreifte Jacke und die Nylonhosen erklären würde. Vielleicht ist er ja auch Modern-Family-Fan und liest in seiner Freizeit gern Emil Cioran? Mag sein. Aber die verrückte Alte, die gegen Ende des Films dann noch anfing, immer zehn Sekunden vor den Pointen eben jene durch den Raum zu bläken, die soll bitte sterben.


Ich habe es schon einmal gesagt: Nehmt mir nach Mitternacht das Internet weg. Es endet immer böse.
Nicht im Bild: Ach ja, um welchen Film ging es denn eigentlich gerade? Lommbock. Lang erwartet, aber kann man sich dann doch sparen. Viele lustige Einzelideen machen eben noch keine gute Story. Klingt wie eine Rezension zu meinem Buch. Ich sage mal vorsichtig +++ SPOILER ALARM +++ Ich mag es einfach nicht, wenn man einer Produktion ansieht, dass jetzt plötzlich Geld da war und das dann einfach dort reingepumpt wurde, weil es nun mal da war. Was soll das ganze Dubai-Zeug? Völlig unnötig. Das alles hätte man auch getrost streichen können. Keine Ahnung, ob man jetzt wirklich jeder Figure aus Teil 1 eine eigene Szene geben muss, auch wenn sie vollkommen reingeklebt wirkt (siehe Jenny). Ich meine, schön zum Beispiel, dass Frank eine kleine Rolle bekommt, aber wie schlampig ist dann bitte die Geschichte dazu? Dieses ganze Volkach-Schweinemast-Ding und dann fahren die einfach zum Sportplatz und er holt ein Kilo Gras aus dem Kofferraum und zack! alles gerettet? Häh? Die Geschichte mit dem Sohn war doch eigentlich cool genug. Da hätte man so etwas schönes draus machen können. Wieso muss man da die an den Haaren herbeigezogenste Lösung nehmen? Stattdessen kommt dann Wendung auf Wendung. Ja, natürlich, Kai und der Sohn sind jetzt voll die Buddies, aber er und seine Frau müssen sich dann auch noch trennen. Klar, dass der dann deshalb nach Dubai fliegt. Weil da gibt’s ja noch den Drogentest. Boah. Erst gibt’s gar keine Handlung und dann passiert in 30 Minuten viel zu viel. Und der Polnisch-Gag verläuft sich dann auch nach dem vierten Mal. Schade drum, aber Teil 1 bleibt natürlich nach wie vor göttlich. +++ SPOILER ENDE +++


Black-Metal-Freisitz in Connewitz. Kann man schon mal machen.
Nicht im Bild: Na gut, dann schreib ich mal eben die Programmankündigung und dann machen wir das wohl.


Für Warm Graves geh ich sogar mal in eine Kirche. Oh, das war gut! Alles. Und wenn ich schon währenddessen tatsächlich Lust bekomme, etwas zu schreiben, dann ist das sogar nicht mal gelogen. Ich frage mich immer, inwieweit es in musikalischen Stücken eine richtig sichtbare Dramaturgie geben sollte und ob es vielleicht besser wäre oder nicht, so richtig einig werde ich mir da einfach nicht, aber ich glaube irgendwie schon, wobei das auch nur an mir liegen könnte, denn ich mag halt Geschichten und habe aber gleichzeitig die Erfahrung gemacht, dass es darum in der Musik mitunter nicht so geht oder gehen muss wie beim Schreiben. Was großartig und irgendwie doof zugleich ist. Auf jeden Fall stehe ich total auf Chöre. Und ich muss jetzt unbedingt einen Film schreiben, in dem es irgendeine totale Szene gibt, die dann in Slowmo abläuft, während darunter ein Chor irgendwas total Tragisches und Trauriges singt. Und dann zerbrechen allen Leuten im Kino die Herzen, weil sie nicht mehr klarkommen, weil es gleichtzeitig so schön und so grausam ist. Ich glaube, genau so ist damals Lars von Trier entstanden. Weil bei seiner Geburt zufällig ein Chor im Kreissaal war. Oder er halt in einem Chor geboren wurde. Oder Michel Houellebecq. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber bei Chören habe ich sofort Lust auf Tragik. Ein Autounfall in Zeitlupe, bei dem genau jene Figuren sterben, die wirklich _alle_ Zuschauer*innen abgrundtief geliebt haben. In diesem Sinne: Top 10 tragic movie endings. Eigentlich darf man wirklich nur noch Dinge schreiben, die tragisch enden.
Nicht im Bild: Schwimmen am Sonntagmorgen. Beziehungsweise eher so mittags. Das wurde aber auch Zeit. Schon ganz schön lange her gewesen. Man sollte immer mittags schwimmen gehen. Die Kiddies müssen zum Mittagessen, die Eltern machen das Mittagessen und die Rentner*innen sind schon längst fertig, machen aber dafür Mittagsschlaf. Folglich ist die Schwimmhalle leer. Diesmal in Schönefeld, denn nach Wiener Schnitzeln und Chili-con-carnes probiere ich mittlerweile alle Schwimmhallen Leipzigs aus. Riecht ein bisschen nach DDR dort, sprich nach Chlor. Und wo es fies nach Chlor riechen muss, da gibt es meist auch einen Grund dazu. Nächster Halt: Mal gucken, was sich ergibt.


Ja, fast schon ein bisschen zu einfach. Nach dem 1:0 ein bisschen lang gestrauchelt, dann das erlösende 2:0 und spätestens nach dem 3:0 und der Gelb-Roten für Darmstadt war es dann auch mit der Motivation der Gäste vorbei und das 4:0 folgte fast zwangsläufig. Schade nur, dass die Gelb-Rote dazu führte, dass ein Verteidiger nachrücken musste und Terrence Boyd, der eigentlich schon bereit stand, doch auf der Bank bleiben musste. Aber so wie es von oben aussah, hat sich der Herr Frings sogar dafür entschuldigt.


Selbstvergewisserungsselfie, das wiederum kein Selfie ist. Aber wenn cosmicstarlight das Foto gemacht hat, dann heißt das, das ich jetzt quasi Model bin. Cool. Ich habe letztens gelesen, dass Bibi von Bibisbeautypalace (ich verlinke mal absichtlich nicht) rund 20.000 Euro für einen Werbepost auf Instagram bekommt. Bibi hat jetzt 5,1 Millionen Abonnent*innen. Ein Werbepost bei mir ist also ungefähr 8 Euro wert. Das ist schon ein bisschen ernüchternd.
Nicht im Bild: Wie beim „Was waren Sie in Ihrem früheren Leben“-Test herauskam, das ich mal eine Königin war und ich mich dann fragte, wie glaubhaft wohl dieser Test war, denn wenn ich wirklich eine Königin war, dann muss das Ergebnis ja irgendwie total selten sein, schließlich kann es ja nie sooooo viele Königinnen gegeben haben. Kommt bei den meisten Leuten also raus „Sorry, Sie waren ein Bauer?“ Trotzdem war ich, abgesehen von der geschlechtlichen Verwirrung, äußerst geschmeichelt vom Beschreibungstext: „Sie waren eine Königin – verführerisch, stark, bestimmt und eine wahre Liebhaberin der Künste. Sie wurde bewundert, aber auch gefürchtet.“ – Jawoll! Ob es für mich als Königin damals auch solche Tests gab, nur eben für die Zukunft? Und was kam da raus? „In einem ihrer späteren Leben werden Sie mal ein Bauer. Also nicht so, dass sie auf einem Feld stehen, aber sonst eigentlich schon.“ Bestimmt war ich ein bisschen enttäuscht.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

4 Kommentare

  1. Anna Sophie

    Ziemlich egoistisch von dir, das mit dem Wetter. Sieht man ja, was dabei herauskommt, wenn man solche Gedanken erstmal schriftlich festhält; bis gestern war es noch schön und jetzt …grau.

Kommentar verfassen