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A Week in Pictures 11/2016

Uff. Wahrscheinlich das passendste Wort für die vergangene Woche. Dank Buchmesse und andauerndem Hin- und Her-Gerenne gibt’s den Spaß hier leider erst einen Tag verspätet, sorry dafür. Und irgendwie ist mir gar nicht so nach Schreiben zumute, weil ich nebenbei am Liveticker hänge und wissen will, was genau am Brüsseler Flughafen passiert ist. Oh weia. Sogar ganz unabhängig davon, dass ich gestern nachmittag selbst noch am Flughafen war. Trotzdem fühlt es sich diesmal sogar in mir ein bisschen mulmig an. Ich glaube, ich nehme in Zukunft dann lieber erstmal den Zug. Ach Mensch. Vor allem, weil ich gestern noch darüber geredet habe, dass es hoffentlich keine Vergeltungsanschläge für die Festnahme Abdeslams geben wird (!!! Disclaimer: Dieser Zusammenhang ist bisher nicht bestätigt und ich meine damit auch nicht, dass das, was heute in Brüssel passiert, damit im Zusammenhang steht. Aber es würde mich eben nicht wundern. !!!). Schlimm jedenfalls auch, dass es nur ein paar Minuten dauert, ehe in meiner Timeline so dumme Aussagen stehen wie „Na, wann schreibt der Erste, dass das nichts mit dem Islam zu tun hat?“. Ich sehe schon, wie sich die ganzen Legida-Spacken die Hände reiben, weil sie jetzt endlich wieder Millionen Menschen über einen Kamm scheren können.
Das größte Problem an der Sache ist natürlich, dass man sich so ohnmächtig dabei fühlt. Natürlich will ich nicht jedes Mal, wenn ich einen Bahnhof oder einen Flughafen betrete, bis auf die nackte Haut kontrolliert werden. Aber das heißt eben auch, dass da vielleicht mal jemand nicht kontrolliert wurde, den/die man vielleicht doch hätte kontrollieren sollen. Und andererseits hilft es auch nicht, zu wissen, dass es eben nicht die Vorratsdatenspeicherung oder die Fluggastdatenweitergabe sind, die etwas verhindern. Und auch kein Grenzzaun in Ungarn oder an der deutschen Grenze. Abdeslam z.B. wurde gefasst, weil bei dem Festnahmen vom letzten Dienstag ein Glas mit seinen Fingerabdrücken gefunden wurde und die Ermittler*Innen bei einer Observation eines Hauses durch eine ungewöhnliche große Pizzabestellung aufmerksam wurden.
Aber das interessiert leider niemanden, der/die eh nur seine/ihre Vorurteile füttern will und deshalb nach Schlagzeilen sucht. Interessant dabei: Der wunderbare Michel Abdollahi zu Besuch bei der AfD.

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Das da oben ist übrigens die Buchmesse. Ich glaube, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Ich finde es einfach zu stressig und zu voll. Und ich ertrage nicht die leicht bekleideten Vierzehnjährigen, deren Pubertätsschweiß überall beißend in den Gängen hängt. Vielleicht ist es cooler, wenn man gerade einen Bestseller geschrieben oder für den Preis der Buchmesse nominiert ist, aber wahrscheinlich nicht. Dann wollen nur viel zu viele Leute mit einer/m reden und Security-Leute, die einem beim Schlendern durch die Hallen den Weg freiräumen, bekommt man sicher auch nicht. Natürlich ist die Messe super, um ein bisschen Werbung zu machen. Und die Lesungen, vor allem die abends, machen auch sehr viel Spaß. Aber mich persönlich interessieren die Stände relativ wenig. Die neusten Verlagsprogramme kann ich mir auch im Internet anschauen. Und 90% der anwesenden „Stars“ sind für mich vollkommen uninteressant. Nur Heinz Strunk hätte ich vielleicht gern gesehen. Oder Juli Zeh.
Und überhaupt, das Business: Letztes Jahr war ich durch Zufall auf der berühmt-berüchtigten Tropen-Party, die sich hauptsächlich dadurch auszeichnet, dass es unglaublich voll ist und sich dort ausschließlich verkannte Literaturgenies und Agent*Innen herumtreiben, die sich gegenseitig die Egos polieren. Zumindest, bis sich dann irgendwann ganz eilig das Gerücht verbreitet, der/die Gewinner*In des Buchmessenpreises wäre gerade vorgefahren, woraufhin sich eine kleine Schulterklopfgasse bildet und schonmal vorsorglich Visitenkarten gezückt werden. Furchtbar.
Da lobe ich mir doch Autoren wie Schorsch Kamerun, die noch wissen, worum es im Leben geht.

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Die lieben Menschen von Huck Finn sorgen dafür, dass Herr Pokerbeats und ich ab nächster Woche nun endlich endlich endlich unsere Mini-Lesereise rund um die Welt starten. Da wir noch nicht so viele Welt-Termine haben, fangen wir erst mal in Deutschland an. Trommelwirbel:
30.03. – die Wohngemeinschaft, Köln (Facebook)
31.03. – Zakk, Düsseldorf (Facebook)
01.04. – White Noise, Stuttgart (Facebook)
Sie dürfen sehr gerne vorbeischauen. Es gibt Texte und Geschichten aus dem Bestseller Fruchtfliegendompteur sowie dem Buch Klassenkampf.
Mehr Termine (Berlin, Potsdam, Leipzig, Dresden, Jena, usw.) folgen.

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Oben: Ein Mitarbeiterausweis, es geht rapide abwärts! Immerhin muss ich jetzt an der Pforte nicht mehr warten und kann drinnen kostenlos Kaffee trinken. Jetzt muss ich nur noch anfangen, Kaffee zu mögen und alles wird gut.
Unten: Drohnenfangen im 10. Stockwerk. Unser Super-Kameramann Alex kann es.

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Oben: Weil die Messe ja noch nicht anstrengend genug war, haben wir auch noch die Livelyrix-Seite gerelauncht. Ich finde, sie ist sehr sehr hübsch geworden. Und vor allem sehr funktional und minimalistisch. Wenn Sie wüssten, was diese Seite alles im Hintergrund kann, Sie wären auch so grenzenlos begeistert, wie ich es bin. Aber auch sichtbar gibt es viele tolle, neue Sachen: Einen Kalender zum Beispiel. Lustige Animationen und eine gnadenlose Facebook-Einbindung, damit ich nicht immer alles fünfmal posten muss. Jetzt noch eine Gewinner*Innengalerie basteln, alle Texte überarbeiten und dann kann es auch erst einmal so bleiben. Herrlich.
Unten: Die Mieze in der Sehr-Müde-Edition.

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Hier war ich in Berlin bei unserer schönen Lesebühne Fuchs & Söhne in Moabit. Und es wieder, wie immer, sehr toll, definitiv Top 3, was zu großen Teilen auch an unserer Gästin Ninia LaGrande gelegen hat.
Unten dann der nächste Morgen, als ich zu einer vollkommen unchristlichen Zeit zum Bahnhof fahren musste, nur um rechtzeitig in Leipzig bei einem Termin zu sein. Schlimm! Aber gut sah es trotzdem aus.

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Die restliche Buchmesse:
Ein schöner erster Zeitpunkt-Slam im Auerbach-Verlag (nicht im Bild), danach eine hektische Taxifahrt quer durch Leipzig, nur um rechtzeitig in der Kongresshalle am Zoo anzukommen und dort vor 1.000 (!!!) Leuten alleine und im Team dummes Zeug vorlesen (und gewinnen, hehehe) zu dürfen. Und dann auch noch vergessen, schlafen zu gehen und eigentlich alle Tage danach völlig übermüdet zu sein. Ein großartiger Buchmessenslam, der bisher eindeutig der schönste und entspannteste ever war, ein gediegener Samstag bei den Kollegen im Werk 2 (nicht im Bild) und ein wunderwunderwunderbarer Abschluss im UT Connewitz bei der Nacht der Lesebühnen, wo es so voll war, dass sie Leute sogar hinter uns auf der Bühne saßen und mir andauernd aufs Handy starrten, wenn ich kurz gucken musste, was mir die Julimaus per Whatsapp geschrieben hatte. So kann’s bleiben. So macht es sehr viel Spaß.

In Kategorie: a week in pictures

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