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A Week in Pictures 09/2017

Zu tun, zu tun.
Ein Zustand, der einerseits überaus wichtig für mich ist, denn wenn ich nichts zu tun habe, dann bestelle ich entweder lauter Quatsch im Internet oder verwahrlose, weil ich einfach gar nichts mehr mache und den ich andererseits überhaupt nicht mag, weil ich dann wiederum immer das Gefühl habe, ja gar keine Zeit mehr zu haben, um eben dieses selbstreinigende „Nichts“ zu tun.
Zu tun zu haben, das heißt, das meine Wohnung nicht mal mehr so tadellos sauber ist, wie sie es sonst immer ist, wenn der Druck noch nicht groß genug ist, die Wäsche tagelang auf dem Wäscheständer hängen bleibt, weil ich die frischen Klamotten morgens einfach direkt von dort nehme und ich beim Einkaufen andauernd etwas vergesse, das ich eigentlich schon seit Ewigkeiten besorgen wollte. Trotzdem schlingere ich dann jedes Mal fünfzehn Minuten ziellos durch den Supermarkt, weil ich schon nicht mehr weiß, was ich denn nun kaufen wollte, der Supermarktdetektiv wird schon aufmerksam und folgt mir total auffällig und am Ende verlasse ich den Laden wieder nur mit lauter Zeug, das ich gar nicht brauche, aber irgendwie cool fand. Oder ich kaufe Dinge, die ich eigentlich schon gekauft habe, weshalb ich mittlerweile zum Beispiel im Besitz von drei Gläsern Leberwurst bin und bis an mein Lebensende versorgt sein werde. Dies gipfelt dann in so Tagen wie Samstag, wo ich auf dem Nachhauseweg ganze drei Supermärkte besuche und am Ende trotzdem nicht das gekauft habe, weswegen ich eigentlich schon in den ersten Supermarkt gegangen war. Mein Kopf ist ein Sieb, wenn er nebenher über etwas nachdenkt. Und nein, es bringt überhaupt nichts, mir das aufzuschreiben, denn ich vergesse dann einfach, auf den Zettel resp. das Handy zu gucken. Und ja, manchmal laufe ich dann natürlich noch zehn Minuten durch die Wohnung, weil ich das Waschmittel suche, das ich doch gerade gekauft habe und dann entdecke ich so etwas, wie auf obigem Bild.
Es bleibt anstrengend.


Und das passiert, wenn einem auf Instagram plötzlich mal wieder ganz viele dieser lustigen „Brauchst du 100.000 Follower?“-Accounts folgen. Plötzlich weht in der Social-Media-Welt nämlich ein anderer Wind. Naja, mittlerweile ist er schon wieder ein bisschen abgeflaut, denn die ganzen Bots sind weg und naja, immerhin habe ich einen Screenshot gemacht. Hurra.
Btw: Gucken Sie eigentlich auch Girls? Bin ich der Einzige, den die letzte Folge irgendwie verwirrt zurückgelassen hat? Hatten die anderen Schauspieler*innen keine Zeit oder war da am Ende noch irgendwie aus Versehen eine Folge übrig, die schnell gefüllt werden musste? Ich meine, die Idee war schon nett, aber halt so komplett out of context, ich weiß nicht. Wieso ist Hannah immer mal wieder voll die krasse Autorin, die praktisch so ganz knapp vorm Durchbruch steht und dann auf einmal spielt das überhaupt keine Rolle mehr, weil sie mal wieder folgenweise nur nackt irgendwo herum steht? Die Folge davor fand ich übrigens grandios, zumindest bis zu dem Punkt (Achtung, Spoiler!) als Hannah und Marney Desi am Ende tatsächlich ins Auto packen und mitnehmen. Ich weiß doch jetzt schon, dass das dann bald wieder losgeht, Leute. Lasst ihn liegen, ruft einen Krankenwagen, wartet, bis der ankommt und dann fahrt weg! Ist für alle gesünder. (Spoiler-Ende!) Manchmal stehe ich während einer Folge Girls einfach zwanzig Minuten lang vor meinem Schreibtisch und schüttele meinen Bildschirm in der Hoffnung, ich könnte wenigstens so ein kleines bisschen Crazyness aus den Hauptdarstellerinnen rausschütteln. Wobei Shoshana noch geht. Alle anderen hingehen sind einfach nur irre und ich glaube, wir würden maximal okaye Bekannte werden können. Ich weiß nicht, an welchem Punkt ein paar Menschen mal angefangen haben, unkontrollierten Egoismus mit dem Ausleben der eigenen Persönlichkeit zu verwechseln. Beziehungsweise Persönlichkeit mit „Ich mach einfach immer das, was mir gerade in den Sinn kommt und denke gar nicht mehr, bevor ich etwas mache“? Außerdem leben die Damen fast alle in für ihre Einkommen vollkommen überdimensionierten Wohnungen und das nervt mich, denn ich habe nicht einmal einen Balkon und eine Badewanne und grr!


Muss ja. Sonst sind wieder alle Anderen weg und ich bekomme wieder diese Nachrichten: „Eeeh sorry, bin im Urlaub, könntest du mal eben.“ Deshalb: Einfach selbst weg sein. Außerdem muss ich Robben sehen. Und Wale. Und Schafe. Und es dann irgendwie schaffen, eine Robbe und zwei Schafe mit zurückzuschmuggeln. Aber vermutlich werde ich dort eh sterben. Der Grund: Diese verrückte Seilbahn im Süden der Insel, mit der ich unbedingt fahren muss und in deren Wikipedia-Eintrag folgender Vertrauen erweckender Absatz steht: „Deutsche TÜV-Kriterien erfüllt die in die Jahre gekommene Anlage wohl nicht, sie wird jedoch jährlich von der zuständigen Versicherung überprüft. Im April 2009, nach 40-jähriger Betriebsdauer, waren die Seile so abgenutzt, dass die Bahn für zwei Monate stillgelegt werden musste, um die Seile komplett auszutauschen. Gleichzeitig wurde eine neue Kabine eingesetzt, die in der Form der alten ähnelt. In der Kabine dienen ein Fläschchen Weihwasser und ein Aushang von Psalm 91 der Beruhigung ängstlicher Fahrgäste.“ – Juhu :(


Oben: So beginnen nur die guten Tage. Und ich glaube, der Lieblingspizzamann in der Hood hat jetzt einen ziemlich harten Hood-Konkurrenten bekommen. Ich muss das noch mal im direkten Vergleich testen, aber bisher sieht’s nach mindestens Gleichstand aus. Ich bin gespannt. Übrigens, liebe Getränkeindustrie: Wenn euer Getränk den Geschmack „Mandarine-Mango“ hat, warum nennt ihr es dann nicht einfach „Mangorine“?
Unten: Ich darf einfach nicht in Buchläden gehen. Ich hatte es mir so fest vorgenommen, weniger Bücher zu kaufen. Das tue ich immerhin, aber eigentlich meinte ich ja: Gar keine Bücher. Oder wenigstens immer eins wegzugeben, wenn ich ein neues hole. Aber es gibt halt so die üblichen 100-150 Bücher, von denen kann ich mich einfach nicht trennen. Naja, und eigentlich mag ich ja auch Bücher. Bücherregale auch. Aber es fetzt einfach nicht, wenn man mit denen umzieht und es plötzlich 28 Bücherkisten sind. Aber egal, denn ich hätte auch Crystal kaufen können und das habe ich ja immerhin nicht getan. Außerdem: Go set a watchman wollte ich schon lange lesen, denn der Vorgänger To kill a mockingbird ist eines der besten Bücher ever. Scout ist eine der besten Figuren, Atticus (soweit spreche ich erstmal nur für den Mockingbird) auch und ich glaube, ich lese es einfach nochmal. Naja, und wenn man dann nebenbei noch Hool und Der Hals der Giraffe geschenkt bekommt (danke Diana!), dann ist das doch sogar ganz okay. In einem halben Jahr ertrinke ich dann zwar wieder in Büchern, aber was soll’s. Immerhin ist es nicht Crystal.


Schwimmen! Endlich wieder schwimmen! Schwimmen fetzt einfach. Ach komm, hören Sie mir auf mit Joggen. Beim Joggen schwitzt man immer so eklig dreifach. Einmal beim Joggen selbst, das zweite Mal, sobald man aufgehört hat zu Joggen und das dritte Mal, sobald man nach dem Joggen aus der Dusche kommt. Das ist doch sinnlos. Beim Schwimmen schwitzt man vermutlich auch, aber man merkt es nicht. Und wenn man danach duschen geht, dann ist man einfach nur mega refresht und alles ist gut. Natürlich muss man beim Schwimmen immer darauf achten, dringend vor und nach dem Schwimmen zu rauchen, weil man sonst zu schnell schwimmt und das wiederum die Kredibilität bei den Rentner*innen mindert. Am besten man raucht einfach schon im Auto auf dem Weg zur Schwimmhalle.
Nicht im Bild: Das großartige Peter-Pan-Hörspiel, in dem Peter Pan gefragt wird, wie alt er ist und dann schreit: „PFFFFFFF! PFFFFFFFFF! PFFFFFF! DAS WEIß ICH NICH!“ Ich bin begeistert. So werde ich ab jetzt auch immer auf Fragen antworten, die mich stören. „Ermäßigt oder Vollzahler?“ „PFFFFF! PFFFFFFFFFF! PFFFFFFFFFFF! DAS WEIß ICH NICH!“ Fest steht, ich muss dringend mal wieder Hook gucken.
Auch nicht im Bild: Wie wir 11:50 Uhr die Schwimmhalle betraten, es exakt 18,6°C Außentemperatur hatte und wir beschlossen: Okay, wir gehen erst, wenn es draußen 20°C ist und zack! um 12:45 Uhr waren es schon 20,6°C. Wahnsinnsstory, André. Zum Glück hat sich die Erde nicht einfach in diesem Tempo weiter erhitzt, sonst hätte es heute vermutlich keinen Wochenrückblick gegeben, ich hätte am Dienstag keine Abgabe und ich darüber hinaus auch noch die ganze letzte Woche umsonst gearbeitet.
Ebenfalls nicht im Bild: Wie es danach noch kurz zum See ging, ich dort Schnitzelbrötchen aß und kurz zuvor noch das hier passierte. Wobei die Feuerwehrleute so gechillt waren, das wir eigentlich fest davon überzeugt waren, dass es sich hundertpro um eine Übung handelt. Auch das Markleeberger Volk, das man sich größtenteils so vorstellen muss wie Die Geissens, d.h. reich und seicht, schien eher unbeeindruckt von dem Leiterwagen, dem Schlauchboot und so weiter. Generell bleibt festzuhalten: Samstagmittag schwimmen zu gehen, ist vermutlich die beste Idee ever, denn 1. sind die ganzen sportiven Rentner*innen schon weg, weil sie pünktlich um 7 Uhr schon an den Gittern rütteln, 2. sind die ganzen Kiddies weg, die einem in den Rücken springen, denn schließlich gibt’s zu Hause gerade Mittagessen und 3. fehlen auch die blöden Student*innen, denn die kommen bekanntermaßen erst um 15 Uhr. Für den See jedoch gilt: Sobald es seit längerer Zeit mal wieder über 15°C hat, die Sonne scheint und gleichzeitig Wochenende, ist wirklich jeder verdammte Mensch dieser Welt draußen unterwegs. Insbesondere am See, wo man zwangsläufig denkt, gerade Zeuge zu sein, wie sich alle RayBan-Sonnenbrillen und alle Jack-Wolfskin-Jacken der Welt gleichzeitig an ein und demselben Ort versammelt haben.
Und ebenso nicht im Bild: Der Blellow-Part aus Modern Family, der vermutlich der witzigste Witz der Welt ist und dann am Freitagabend das Gespräch, bei dem zufällig der Dialog aufkam: „Der graue Pullover. Also der beige.“ „Mhm, der graue, also der beige.“ „Naja, der greige halt“
Und dann natürlich die Frage (nach unendlich viel Lachen und Irritation bei allen Nicht-Modern-Family-Gucker*innen): Gibt es greige tatsächlich? Und ja, es gibt greige. Ich finde es zwar unglaublich lustig und frage mich vor allem, warum es dann nicht auch Blelb und all die anderen coolen Mischfarben gibt, aber hey. Und ja: Ich weiß zwar immer noch nicht genau, wie greige so aussieht, aber ich glaube, die Fliesen im Schwimmbad kamen schon ziemlich nah ran.


Oben: Da mochte jemand die Premiere unserer süßen Lesebühne nur so halb. Keine Ahnung, ob sich das mittlerweile gebessert hat.
Unten: Selbstvergewisserungsbild im Audimax in Jena. Gibt’s sogar als Video. Irgendwann lasse ich die alle mal löschen. Gibt viel zu viele Videos von mir und in 90 Prozent davon sehe ich aus wie ein Ork, in den übrigen 10 Prozent immerhin wie ein Halbork. Ich schäme mich nicht dafür, ganz und gar nicht. Aber ich finde es irgendwie ästhetischer, wenn man statt 25 mittelguter und steinalter und fünf neuen und guten Videos einfach nur noch die fünf neuen und guten fände. Das behebt zwar nicht das Problem, das, sobald man mal einen dieser Texte, von denen es Videos gibt, irgendwo vorliest, irgend so ein selbst ernannter Literatursheriff ankommt und meint: „Den Text kannte ich aber schon von Youtube. Wann schreibst du denn mal wieder was Neues?“ Und dann muss ich wieder zubeißen und dann gibt das wieder Ärger.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

2 Kommentare

  1. Gegen die Bücherflut im heimischen Regal, die das Umziehen erschwert, kann ich (parteiisch, zugegebenermaßeb da von Berufswegen Bibliothekarin (auch wenn das Wort altbacken klingt, aber isso und ja, das kann man tatsächlich studieren)), in höchsten Tönen die Leipziger Städtischen Bibliotheken empfehlen ;-) Das älteste Sharing-Modell, wenn man es so nimmt. Bestes Abo und so. Gibt’s auch für Digitales, dann muss man nicht mal Mahngebühren blechen: http://www3.onleihe.de/leipzig/frontend/welcome,51-0-0-100-0-0-1-0-0-0-0.html

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