Kommentare 0

A Week in Pictures 08/2018

Ich fasse es nicht. Die Menschen von Ricola haben ihre Bonbons abgerundet. Sie wissen, welche ich meine. Die, die immer so viereckig waren. Ricola Schweizer Kräuterzucker, natürlich aus der Schweize. Und aus 13 Kräutern. Ricooooolaaaa! Ja, genau die, diese braunen, die so super schmecken und an denen man sich immer den ganzen Gaumen aufgerissen hat. Die sind jetzt rund. Was zum Teufel? Warum? Wieso konnte man die nicht einfach so eckig und scharfkantig lassen? Man konnte es sich richtig vorstellen, wie in der Fabrik dieser Bonbonriegel aus der Maschine geschoben wurde und dann ZACK! ZACK! ZACK! so einzelne Brocken davon abgehackt und direkt verpackt wurden, weil „Diggi, wir sind Ricola! Unsere Bonbons zu essen muss weh tun! Das ist unser Style!“. Aber nein, jetzt sind sie rund und gewöhnlich. Wer so etwas kauft, der kauft auch Kunstdrucke bei IKEA. Und nicht nur irgendwelche Kunstdrucke, sondern natürlich diese Bauarbeiter, die auf diesem Stahlträger frühstücken, weil das hat bestimmt niemand im Wohnzimmer hängen, ganz bestimmt nicht, Beate! Ist das alles traurig.
Edit: Ich sehe gerade, dass nur die zuckerfreie Variante abgerundet ist. Die mit Zucker sind immer noch eckig und kantig. Ein Glück! Und das passt sogar. Zuckerfrei und abgerundet. Weil, wer zuckerfreie Bonbons ist, der würde es eh nicht vertragen, wenn das Bonbon einfach mal eine Kerbe ins Gaumenfleisch schneidet, weil es so badass ist.


Links: Eine meiner besten Ideen letzte Woche: Montagmorgen zur Post gehen. Da ist bestimmt niemand. Da versuchen bestimmt nicht sämtliche Einwohner*innen des Viertels ihr Paket abzuholen, das sie am Samstag nicht bekommen haben, weil sie gerade unter der Dusche standen, als der DHL-Mann geklingelt hat. Und dabei wollte ich nicht einmal ein Paket abholen, sondern nur eins abgeben. Stört mich eigentlich nicht, so etwas. Schlangenmäßig bin ich eine der ausgeglichensten Personen dieser Welt, außer es geht um echte Schlangen, mit denen möchte ich nichts zu tun haben. Was mich nur nervt ist, wenn die Leute anstehen, aber anscheinend gar nicht wissen, warum sie es tun. Bsp: Ein Typ steht an, wartet und wartet, ist irgendwann dran, geht zum Schalter und sagt: „Hallo, ich würde gern was verschicken.“
Die Postfrau: „Was denn?“
Er (zeigt ein Blatt Papier): „Das hier.“
Sie: „Da brauchen Sie aber noch einen Umschlag.“
Er: „Ach ja?“
Spätestens an diesem Punkt habe ich Mordfantasien. Was geht denn? Aber es geht noch weiter. Er bekommt seine Umschläge. Die muss er allerdings extra bezahlen. Dann geht er allerdings nicht mal kurz zur Seite, bastelt seinen Brief zusammen und überlässt anderen Menschen den Vortritt, nein! Er bleibt einfach am SChalter stehen, fummelt seine Umschläge aus der Hülle (kann er natürlich auch nicht!), faltet viermal seinen Brief falsch und DANN, wenn man denkt, er hätte es endlich geschafft, DANN fällt sein Blick auf den Pappaufsteller mit der Aufschrift „Das kostenlose Girokonto! Fragen Sie einfach unsere Mitarbeiter!“ Und was macht er? Genau.
Ich hasse Menschen.
Rechts: Ich weiß nicht, wie viele Leute mich mittlerweile gefragt haben, warum UM GOTTES WILLEN ich mir denn kein iPhone X gekauft habe. Immerhin kann das so ganz besondere Selfies, den Hintergrund unscharf machen, hat ein extra Selfielicht und Selfie, Selfie, Selfie. Leute, das eine Mal im Viertel Jahr, an dem mich der Drang überfällt, mich selbst zu fotografieren (gefolgt von monatelanger Scham), werde ich wahrscheinlich sehr gut überleben, indem ich mich einfach daran erinnere, wie teuer schon das verdammte iPhone 8 war, ganz so schweigen, wie viel teurer noch das iPhone X gewesen wäre. Noch dazu, dass da jetzt überall Glas drumherum ist und es also nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ich also weder iPhone X noch 8 haben werde, weil ich es natürlich runtergeworfen haben werde (Futur 2, bam!). Schon das 8 ist mir eigentlich viel zu groß. Wenn ich es schon kaum schaffe, das Handy festzuhalten und gleichzeitig mit der gleichen Hand Mails zu löschen, wie muss es dann erst Donald Trump ergehen? Zumal der bestimmt sogar das X hat, das zu allem Überfluss ja noch größer ist. Ich mag diesen Trend nicht, dass Handies wieder größer werden. Wozu? Als ob ich mit einem iPad in der Hose herumlaufen will. Das iPhone SE hatte die perfekte Größe. Und einen Metallrahmen, was insbesondere für Menschen wie mich sehr wichtig ist. Ja ja ja, ich weiß. Ich muss ja WAHNSINNIG sein, genau jetzt ein iPhone 8 zu kaufen, wo doch bestimmt in drei Monaten ein neues Modell herauskommt. Es ist mir doch echt egal. Ich wollte ein neues Handy, da war eins, also hab ich’s gekauft, meine Güte. Ich mache doch eh nichts damit, außer ein paar Notizen, Twitter und Instagram. WARUMDANNKEINANDROIDHANDY?!?!, höre ich Sie schreien. Weil ich Android hasse. Ich hatte mal ein Android-Handy und es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ja ja, viel billiger usw. Dann esse ich jetzt halt einen Monat lang nur Brot. Dafür kann das Handy jetzt heimlich meine Schritte zählen und das ist ja mal richtig cool. So zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ich morgens beim Instagram-Gucken im Bett ungefähr 18 Schritte mache. Mein Highscore liegt aktuell bei 8.764 Schritten, d.h. 5,3 Kilometer bzw. bei 210 Schritten, aber da hatte ich einfach überhaupt keinen Bock rauszugehen.


Links: Alle waren krank. Also fast alle. Aber ziemlich viele. Ich nicht, aber dafür hatte ich immerhin ständig Angst, krank zu werden. Um die Krankheit auszutricksen, habe ich deshalb einfach versucht, mich genau so zu verhalten, als wäre ich krank. Alles in der Hoffnung, die Viren würden dann denken: „Ach, da waren wir schon!“ und mich deshalb in Ruhe lassen. Und, was soll ich sagen? Es hat geklappt. Ich habe Nudelsuppe gekocht, viel geschlafen, ganz viel Fernsehen geguckt und mich selbst bei Die Sims nachgebaut. So täuschend echt übrigens, dass mein Sim anschließend den ganzen Tag lang im Bademantel vorm Computer saß. Unheimlich. Ich verstehe gar nicht, wie man Sims ohne Geldcheat spielen kann. Es dauert doch schon eine halbe Stunde, den Sim mal auf die Toilette zu schicken, wann soll ich da noch arbeiten gehen? Zumal 10-12 Stunden täglich für Vampirrecherche oder das Kinderbuch draufgehen, das er schreibt (Titel: „Tritt nicht auf die Schildkröte und andere Dinge über Tiere“). Immerhin: Sie hat es nicht geschafft, mich mit der Grippe anzustecken, dafür habe ich es geschafft, sie mit Sims-Sucht anzustecken. Wobei es bei ihr viel mehr abgeht. Da stirbt einfach ihre Simsin, weil sie Kugelfisch-Sushi zubereiten wollte und es aber nicht richtig konnte. Und ihr Sim-Mann ist daraufhin total am Boden zerstört, braucht ewig, ehe er sich an die neue Sim-Frau gewöhnt (die zwei Tage später einfach in sein Haus gesteckt wurde) und bekommt noch dazu ständig SMS vom Geist seiner toten Sushi-Freundin, der ihn auch auf Partis usw. begleitet. Dieses Spiel ist einfach gruselig.
Rechts: Lesebühne in Berlin bzw. der Morgen danach. War alles eher suboptimal in Berlin. Heizung im Veranstaltungsraum kaputt, natürlich erst eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn, was also tun? Glücklicherweise haben wir wohl instinktiv das Richtige gemacht. Stichwort: „Bestrafe nie das Publikum“. Also einfach trotzdem Lesebühne gemacht, verkürzt, aber dafür immerhin kostenlos. Und ich glaube, die Leute waren cool damit. Wäre ja schade, wenn wir noch einmal den Fehler machen und unser liebes Publikum verbrämen würden. Schließlich wollen wir doch, dass es immer mehr Zuschauer*innen werden. Nun ja, und dann gab’s am nächsten Morgen Frühstück wie im Gefängnis beim Herrn Bokowski. Wobei das keine Beschwerde sein soll. Ich bin nur neidisch auf diese großartige Küche, noch dazu auf die Rollkarte mit dem nördlichen Sternenhimmel an der Wand. Immerhin: Ich erbe sie, sobald Paul Bokowski stirbt. Hat er selbst gesagt, ist also nur halb so makaber.


Links: Das Viertel bemüht sich, stabil zu bleiben. Obwohl es grade schon etwas komisch ist, was hier abgeht. Am Kreuz bauen sie diesen Luxustempel, in dem eine Zweizimmerwohnung mit offener Küche 700 Euro kostet, beim Island reißen sie den Park weg, um (ich tippe einfach mal) so etwas Ähnliches zu bauen. Ich weiß gar nicht, was man dazu sagen soll, außer, dass es kacke ist. Diese städtische Duckmäuserhaltung geht mir auf die Nerven. Natürlich kann eine Stadt verfügen, was für Häuser wo gebaut werden dürfen. Warum lässt man nicht einfach direkt eine Genossenschaft darauf bauen? Und was für ein Mensch muss man sein, um für 1.500 Euro in einer Vierraumwohnung am Kreuz wohnen zu wollen? Es passt einfach vorne und hinten nicht. Ich sehe schon die Lärmbelästigungsbeschwerdeden auf das Werk 2 einprasseln. Und die Farbbomben auf die Häuser. Fragt sich, was gerechtfertigter sein wird.
Rechts: Wie mir diese Österreich-Mädels auf die Nerven gehen. Ja ja, klar, das ist sicherlich alles zu großen Teilen einfach nur Show und geskriptet und wasweißich. Aber trotzdem nerven sie mich maßlos. Wenn Victoria angeblich andauernd zu Zoe geht und Dinge sagte wie: „Ich hoffe, du fliegst raus!“, warum ist da nie eine Kamera, die das einfach mal aufnimmt? Dann müssten wir nämlich nicht darüber spekulieren, ob das nun stimmt oder nicht. Es sind doch sonst auch überall Kameras? Und wieso ist Klaudia mit K noch dabei? Ja ja, Quote, ich weiß. Aber man könnte die Sendung doch so viel aufregender machen, indem man einfach mal so eine sichere Kandidatin raushaut? „So, Toni, du bist so super, du würdest eh locker ins Finale durchmarschieren, aber wir haben keinen Bock mehr auf dich, deshalb habe ich heute kein Foto für dich.“ BAM! Das wär doch mal was! Da wäre Drama! Da wäre Verunsicherung. Oder einfach mal Zoe einen abgeschnittenen Pferdekopf ins Bett legen und gucken, wie sie reagiert. Aber dieses ständige „Haha, mal gucken, wie sich unsere curvy Mädchen (Kleidergröße 38!) heute schlagen, hihi, die sind so fett und gewinnen eh nicht, aber ist ja alles für Quote!“ nervt hart. Noch dazu, dass Heidi Klum ständig so überbelichtet ist (im Gegensatz zu ihrem Intellekt, der ist eher unterbelichtet). Warum? Sieht man da jünger aus oder wird sie gar nicht so doll angeleuchtet, sondern sie ist einfach ein Vampir?
Nicht im Bild: Wie ich so Lust habe, einen Podcast zu machen. Aber mit wem? Eine Audiokolumne stattdessen? Ich weiß nicht. Ich schreib so etwas ja auch gern einfach auf.


Endlich Die Strafe gesehen. Beim letzten Mal waren ja gleich drei gute Bands gleichzeitig in der Stadt und da musste ich leider Against Me! vorziehen. Aber jetzt dann. Unglücklicherweise irgendwo in Grünau, was ziemlich schlecht ist, wenn draußen Temperaturen herrschen, bei denen man sofort festfriert, wenn man sich nicht die ganze Zeit über bewegt. Was allerdings auch nicht besser ist, wenn man dafür erst einmal eine halbe Stunde zur S-Bahn laufen muss. Aber wir wollen uns nicht beschweren. Sehr gutes Konzert, wirklich. Und auch das Publikum von ausgesuchter Qualität. Zum Beispiel mochte ich den Typen mit den polangen Haaren, der direkt vor der Bühne stand und die ganze Zeit dirigiert hat. Oder die Gothic-Frau, die wie eine fiese Grundschullehrerin aussah, daneben, offenbar sehr irritiert, dass bei einem Punkkonzert gepogt wird. Aber ja, großartiger Altpunkerpunk. Wenn ich so mit 50 aussehe, dann ist alles okay.
Nicht im Bild: Dönerlust. Unvorstellbar, aber ich hatte bestimmt seit zwei Wochen keinen Döner gegessen. Und das, obwohl ich doch dringend meine beiden Sammelkarten vollbekommen muss (übrigens die einzige Sammelkarte, die ich okay finde). Es gibt ja Leute, die kaufen einen Döner, bekommen den letzten Stempel für ihre Sammelkarte und nehmen dann nicht direkt den Gratisdöner mit. Barbaren!
Auch nicht im Bild: Der Versuch, irgend so ein Ding für den Flur zu finden. Wahrscheinlich scheitert die ganze Aktion schon daran, dass ich gar nicht weiß, wie so etwas überhaupt heißt, das ich will. Flurschrank? Nee. Ablage? So halb. Halt irgendetwas Schmales, auf dass ich meinen Schlüssel werfen kann, wenn ich rein komme. Wie verzweifelt ich bin, zeigt sogar, dass ich zum Flohmarkt gehe. Obwohl es auf dem Flohmarkt meist nur Armeeklamotten und Eiserne Kreuze gibt. Keine Ahnung, was das soll. Wahrscheinlich bestehen Flohmärkte zu 90 Prozent aus aufgelösten Oma-Haushalten, was zumindest diese immense Anzahl an Zeitungsständern und solchen Gegenständen erklären würde, die sich heutzutage doch niemand mehr in die Wohnung stellt. Und eben unendlich viele Armeeklamotten und Anhänger (wie heißen diese Dinger, die man sich an die Brust pint?). Außerdem unendlich viel Geschirr zu horrenden Preisen (Leute, ich suche doch nur eine Teekanne!), hässliche Bilder und Supernintendos. Wobei letztere wirklich fies sind, weil ich jedes mal überlege, ob ich mir nicht einfach einen Supernintendo kaufen und mein soziales Leben beenden soll. Oder ein N64, allein für Mario Kart 64. Sie müssen wissen: Ich bin ein absoluter Mario-Kart-64-Gott. Also mal gewesen, aber so etwas verlernt man ja nicht wirklich. Hätte es damals schon Pro-Gaming gegeben, ich wäre hundertpro Mario-Kart-64-Profi geworden und hätte heute ein leichtes Leben.


Selbstvergewisserungsselfie ohne Selbst.

Was fehlt:

In Kategorie: a week in pictures

Kommentar verfassen