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A Week in Pictures 05/2017

Die gute Hood. Wie Sie sehen, ist es hier total gefährlich. Bitte ziehen Sie also nicht hier her. Aufgenommen wurde das Bild übrigens an einem Samstagnachmittag auf der Suche nach einem Laden, in dem man etwas essen kann, das nichts mit Döner oder Pizza oder Asiazeug zu tun hat. Fazit: Schwierig. Auf geschätzt 20-30 Dönerläden kommen vielleicht 10 mit Pizza, wobei ich jetzt nicht weiß, wie ich das zählen soll, wenn es irgendwo Döner UND Pizza gibt sowie maximal 5 mal Läden mit asiatischem Zeug. Was gar nicht mal so gut ist, denn ich bin gerade in einer schwierigen Phase. Seit ich erlebt habe, dass es im Süden der Stadt für 6 Euro eine 40 cm Pizza gibt, die auch noch sehr gut ist, kann ich hier einfach keine Pizza essen. Und Döner geht ja auch nicht ständig. Wenn der Dönermann „Na, wie immer?“ sagt, dass klingt das auf den ersten Hör natürlich schmeichelhaft, ist aber eigentlich auch ganz schön unheimlich. Und bei dem Asiastischen leide ich immer noch daran, dass jahrelang jeden Freitag die 21 und die 5 gegessen habe, bis ich dann irgendwann davor saß und dachte: „Nee! Geht nich mehr!“
Aber: Es endete alles im Guten. Im sehr Guten sogar. Ich liebe es, wenn man Bauernfrühstück für 3,60 Euro bestellen kann und es dann das Bauernfrühstück nicht gibt, weil „wir hamm heut keene Eier!“, weswegen man dann Cordon Bleu mit Bratoffeln (auch 3,60 Euro!) bestellt, woraufhin es dann heißt „Wir hamm heut keene Bratkartoffeln, geht’s vielleicht auch mit Kartoffelsalat?“, während nebenan die Viertelältesten um einen Tisch herum stehen und wild darüber diskutieren, wer das allmonatliche Skatturnier gewonnen hat. Ich liebe es, wenn die Leute sich unterhalten, ich die Worte, die sie sagen, verstehe, aber so rein gar nicht, was sie eigentlich meinen:
„Mensch, höre zu: Fünf mal neun sind Fümmfirrzsch! Da kannste doch nich gucken, ob de ’n Jungen triffst!“
„Na deswegen guck ich ja och nich!“
„Na da musste off Viernfuffzsch spiel’n, sechs ma neune! Und dann off’n Alten geh’n!“
„Nee, muss’ch nich!“
„Mensch, der will’s eenfach nich verstehn, der Kerl! Da hättste heut ordentlich Beute machen könn!“
„Ach Beute, hörmiroff! Wenn ich Beute machen will, dann gewinn ich eenfach!“
„Marjonn! Du hast heut’n Vierten gemacht!“
„Och nee, schön, hä? De Holzmedaille für mich!“

Und dann setzt sich natürlich noch ein Mann neben einen, der so ein bisschen ungelenk versucht, ein Gespräch anzufangen:
„Seid ihr von hier?“
„Ja.“
„Kennt ihr euch hier aus?“
„Geht so.“
„Ja, weil mir wurde das Buch meines Lebens gestohlen.“
Erstes innerliches LOL, denn eigentlich meinte er ein iPad, das ihm aus dem Auto geklaut wurde.
„Ihr wohnt doch hier. Wisst ihr, wer das hat?“
Er aß übrigens Schnitzelbrötchen (2,50 Euro!).
„2.600 Euro hab ich als Belohnung ausgesetzt!“
Kurzer Check, ob das eigene Portmonee noch da ist.
„Na ja, das wird wohl nicht wieder auftauchen, was meint ihr? Aber ist doch ein super Angebot, hä?“

Leider habe ich nicht gefragt, wo er eigentlich herkam. Und was für Geschäfte er so macht. Hoffentlich findet er das Buch seines Lebens wieder. Aber ich glaube, das wird nichts.


Hier war ich bei einem Kneipenquiz. Kneipenquiz, das ist wie Ritzen, aber in ultrahip. Bzw gar nicht so megahip, denn eigentlich ist Spiele-Spielen ja so ziemlich das Uncoolste, was es gibt und ich fand es bis dato eigentlich immer super, dass die ganzen Brettspieleabende immer hinter verschlossener Tür abliefen. Aber egal, soll ja jede*r machen. Kneipequizze jedenfalls sind offenbar so beliebt, dass die sie immer gut besucht sind, viele Teams regelmäßig kommen und und es sogar Teams gibt, die bei mehreren Kneipenquizzen zugegen sind. Für jemanden wie mich, der sich schon bei Brettspielen heimlich unterm Tisch einen Strick knüpft und bei Gemeinschaftsspielen generell der wahrscheinlich ehrgeizloseste Mensch der Welt ist, sind Kneipenquizze also eher so weniger zu empfehlen. Mir ist es egal, ob ich gewinne oder verliere. Ich verliere sogar meist lieber, weil dann die Leute, die unbedingt gewinnen wollen und immer nervig werden, sobald sie verlieren (Üüüüh, die Fragen sind voll doof! Die Bowlingkugel is‘ ja gar nich richtig rund!), zufrieden sind und ich meine Ruhe habe. Einzig bei Fragen zu Alf, vielleicht noch Literatur und ARD-Vorabendserien kratzt es eventuell mal noch ein kleines bisschen am Ego, aber sonst, Stoizismus. Das einzige Spiel, das ich mag, ist Tabu. Aber das darf ich nicht spielen, denn darin bin ich zu gut. Ich kann nichts dagegen tun. Ich habe schon ganze Familien zerbrochen, weil ich so dermaßen viele Begriffe binnen 30 Sekunden erklären kann. Selbst, wenn ich mir keine Mühe gebe, sagen nach einer Runde Tabu alle „Oah Antreh, du musst auch unbedingt gewinnen, was?“, was natürlich nicht stimmt! Ich bin so gut in Tabu, dass ich selbst diese Pärchen schlage, die immer so ganz weirde Assoziation für ihre Wörter haben, weil sie natürlich alles von einander wissen und dann sagt die Frau „Eeeh, letzten Mittwoch!“ und ihr Schatzi ruft völlig richtig „Teilchenbeschleuniger!“. Solche Pärchen trennen sich nach einem Tabu-Abend, an dem ich teilnehme. Und deshalb spiele ich weder Tabu, noch irgendwelche Spiele. Letztens sagte mir ein Kumpel „Rat mal, mit wem ich letzte Nacht geschlafen habe!“ und ich sagte „Nein!“ So ist das.


Ach ja, Telefonieren mag ich übrigens auch nicht.


Und dann haben wir unsere kleine Slam-Fernsehsendung namens [sla(m]dr) aufgenommen. Es lief so erstaunlich gut und reibungslos, dass ich mittlerweile befürchte, dass in den Kameras keine Speicherkarten waren. Irgendwas Brachiales muss doch schief gegangen sein. Es kann doch nicht einfach genau so ablaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Okay, ich habe mich bei 25 mal Live-aus-dem-Off-Lesen insgesamt zweimal verlesen, das schmerzt schon gewaltig, aber das wird einfach geschnitten und dann merkt das niemand. Ich darf leider nicht verraten, wer gewonnen hat, denn sonst wäre das ja nicht mehr spannend. Aber vielleicht so viel: Die Texte waren alle gut. Niemand wurde von der Bühne geprügelt, weil er/sie das Zeitlimit ausgereizt hat (was ich zumindest gern mal gesehen hätte) und am Ende meinten irgendwie alle, es wäre super gewesen. Wie gesagt, ich traue solchen Momenten ja nicht. Aber vielleicht schaue ich deshalb jetzt einfach mal eine Weile weg und dann schauen wir im April bei den Ausstrahlungen, ob es vielleicht doch noch irgendwie desaströs geworden ist. Hier noch kurz meine persönlichen Highlights: 1) Mein einfach mal so schnell in die Welt geworfener Vorschlag auf die Frage, was es denn beim Catering zu Essen geben sollte (Antwort: Gulaschsuppe!) wurde wahr gemacht. 2) Es gab Kolle Mate, was für meine Begriffe die beste Mate ever ist. Auch wenn sie aus Dresden kommt. Dicht gefolgt von Mio Mio Mate und schließlich Club Mate. 3) Ich habe jeden Tag mindestens zehn Twix gegessen, wobei sie jetzt selbst rätseln dürfen, ich mit 1 Twix eine einzelne Twix-Stange oder ein solches Twix-Duo meine. 4) Es gibt Setfotos von mir, auf denen ich zur Abwechslung mal nicht wie ein Ork aussehe (Danke Photoshop!).


Dieses hier zum Beispiel. Wobei das eigentlich kein wirkliches Setfoto ist, sondern nur von unserem lieben Kameramann Icke aufgenommen wurde, weil er mir zeigen wollte, dass meine Ohren lichtdurchlässig sind. Exakter: Hier haben wir gerade den Vorspann gedreht. Und weil im Vorspann alles dunkel und schwarz ist und es am Set nur eine Person gab, die zuverlässig immer schwarz trug, musste/durfte/konnte/sollte ich am Ende die ehrenvolle Aufgabe des Vorspannboys übernehmen. Seither laufen in meinem Kopf folgende zwei Reaktionen ab: 1) OH. EMM. DSCHIE. Hoffentlich gibt’s von der Sendung dann achthundert Staffeln mit immer demselben Vorspann, dann bin ich irgendwann so bekannt wie dieser Löwe, der immer vor den Filmen ROAAAAR! macht. 2) Ach je, halt doch dein Orkgesicht bitte nicht auch noch in eine Kamera. Nein, es hilft auch nicht, dass es dunkel ist. Ich sehe doch die orkigen Umrisse!
So viel zu meinem Innenleben. Ich glaube, ich tendiere trotzdem zu ersterem Gedanken.
Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme wusste ich übrigens noch nicht, ahnte allerdings bereits, dass ich pünktlich nach der dritten Aufzeichnung (wir haben an diesem Tag drei Folgen am Stück aufgenommen) unendlich krank werden würde. War dann auch so. Und wie ich es geahnt habe! Genau in dem Moment, da mir am Set jemand die Hand gab mit den Worten: „Obacht, ich bin krank!“. Glücklicherweise bin ich mittlerweile ein absoluter Meister im Abwehren oder sagen wir im Das-Schlimmste-verhindern. Und so sehe ich zwar immer noch überall dort, wo ich hinsehe, ein helles Licht am Ende des Tunnels, ab weigere mich zumindest, ihm entgegen zu gehen. Ich hasse Kranksein. Ich hasse Erkältungen. Leute, wie haben das Jahr 2017 und ihr habt es noch immer nicht hinbekommen, ein sofort wirksames Mittel gegen Schnupfen zu erfinden? Alter, ihr könnt Krebs heilen! Gibt’s wirklich nur zwei Dinge, gegen die ihr absolut machtlos seid? Aids und Schnupfen? Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag in euren Labors. Oder ist es ganz anders und DIE DA OBEN haben natürlich längst ein Mittel gegen Erkältungen, geben es UNS HIER UNTEN aber natürlich nicht, weil sie UNS KLEIN HALTEN wollen. Wobei, logisch wäre eher, dass sie es sofort kostenlos zur Verfügung stellen, damit man noch länger und noch besser und noch mehr arbeiten kann. Vielleicht haben sie also wirklich keins, lol.


Hier dachte noch alle, das Tor in der 93sten Minute wäre kein Abseitstor gewesen. War es ja vermutlich auch nicht, gleiche Höhe, hätte ich gesagt, aber entschieden ist entschieden. Ist schon okay, dass Dortmund gewonnen hat, auch wenn ich es manchmal ganz schön unansehnlich fand, wie die Herren in Schwarz-Gelb da oft in die Zweikämpfe, die Karten aber nur an die Rot-Weißen gingen. Trotzdem war Dortmund ab der 25sten Minute einfach viel besser. Nicht besonders effektiv, sonst hätten sie höher gewonnen, aber auf jeden Fall besser. Das Dembélé-Aubameyang-Tor: Mega. Aber halt auch von einer pennenden Abwehr super ermöglicht. Der neue RB-Innenverteidiger Upamecano ist auf jeden Fall bei mir mittlerweile schon weit oben auf der Coolness-Skala. Gelb nach gefühlt zwei Minuten, dann trotzdem noch alles wegräumen, insbesondere diesen einen Torschuss. Und wie schnell der ist, dafür, dass er so ein Schrank ist, hui.
Das Gequatsche von Tuchel und diese Geste am Ende beim Abseitstor: Oh weia, da hat’s aber jemand nötig. Bis dato hatte ich ihn immer gar nicht so bockig eingeschätzt. Ist er aber anscheinend doch. Schade, wenn Leute so sind.
Die Szenen rund um das Stadion: Arm. Dafür dürfte man ruhig mal einen Ausschluss aus dem DFB-Pokal kassieren. Klar ist das bitter, aber anders lernt es ja doch wieder niemand.
Und wenn ich noch ein paar Verbesserungsvorschläge für das Fußballspiel an sich geben darf: 1) Zeitstrafen für taktische Fouls (nicht meine Idee, sondern die von meinem Kumpel M, aber ich klaue sie jetzt einfach mal) 2) Falltüren an den Eckfahnen, die sich öffnen, sobald man sich dort länger als fünf Sekunden lang mit den Ball aufhält, weil man ein blöder Zeitspieler ist 3) Videobeweis mit der Möglichkeit, dass die jeweiligen Trainer einmal im Spiel eine Schiedsrichterentscheidung anfechten können 4) Ein höheres Wechselkontingent (Auch Ms Idee, finde ich aber witzig, weil es für mehr Action sorgt und nicht so extrem auf die Physis geht) 5) Kolle Mate in jedem Stadion.


Das hier zum Beispiel ist ein Setfoto, auf dem ich nicht wie ein Ork aussehe. Mit diesem werde ich mich vermutlich bei den Hells Angels oder der 187 Straßenbande bewerben. Wird sicher klappen. Memo an mich: Ich brauche mal eine neue Winterjacke.

Was fehlt:

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