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05/2013

Meine neuen Visitenkarten. Ursprünglich hatte ich überlegt, das Kreuz bei ‚You‘ einfach gleich vorzudrucken, aber das hätte wohl spätestens meine Oma missverstanden. Falls Sie sich wundern: Nein, es gibt keine Kontaktdaten. Soll es auch gar nicht. Ich möchte auch gar nicht angerufen werden. Und wer mir eine Mail schreiben möchte, der kann sich meine Mailadresse auch ergooglen. Auf diese Weise sortieren sich zumindest die ganzen G-Star-Raw-Träger schon einmal von ganz allein aus. Dann noch ein gut kalibrierter Spam-Filter und man bekommt nur noch die Newsletter vom Bowlingcenter wichtigen Mails. (Diese tolle Karte gewann übrigens der wunderbare Julian Heun in Halle.)

Ich will nicht übertreiben, aber wahrscheinlich verfügt die Uni über etwa 5.000 verschiedene Bibliotheksstandorte, die in der gesamten Stadt verteilt sind. Seit ein paar Jahren gibt es zum Beispiel die krasse Campusbibliothek, die sogar 24 Stunden lang geöffnet hat. Ich will nicht übertreiben, aber dort kann man ausgeliehene Bücher bei Robotern zurückgeben! Trouble is: In der Campusbibliothek gibt es für echte Wissenschaftler, sprich Sozialwissenschaftler, kaum Material, weshalb ich noch nie dort drin war. Das sollte sich jetzt ändern. Wagemutig ging ich also in die Campusbibliothek, um ein bisschen an meinem Weltherrschaftsplänen zu arbeiten, fand kaum einen Platz, weil blöde Mallorcastudenten alle Plätze mit Handtüchern reserviert hatten, selbst aber nicht anwesend waren und fand es doof. Vollkommen unromantisch dort. Und man sitzt so eng nebeneinander, dass einem jeder auf den Laptop gucken kann. Und umgekehrt. In diesem Sinne: Hey Fabian, wenn du statt Pharmazie zu lernen so viel auf Facebook rumhängst, dann fliegst du garantiert auch durch die zweite Klausur!

Hier waren wir beim Traditionszerstörerverein, um ein bisschen an den Grundfesten gutdeutscher Fußballtradition zu rütteln. Der Zerstörerverein spielte, wie man gut erkennen kann, gegen den 1. FC Mordor und es ging um nicht weniger als die Vorherrschaft in ganz Mittelerde. Nunja, der Kommerz hat gesiegt und ich fühle mich schlecht, meine Zeit derart verschwendet zu haben. Ich hätte schließlich auch zu einem aufregenden Bezirksklassenspiel gehen können, bei dem man mich vermutlich sogar noch eingewechselt hätte, weil die traditionelle Bande da noch so richtig funktioniert. – So viel nur, um einer möglichen Diskussion zuvor zu kommen. Mir ist Tradition egal. Im Gegenteil, ich halte sie sogar eher für kontraproduktiv als keine Tradition. Und das ganze Geld erst recht. Hat in den letzten Jahren auch nichts gebracht. Aber man darf mir natürlich gern enttäuscht von mir sein. Das kann ich am besten.

Falls Sie mal ein sehr gutes Buch lesen möchten, dann lesen Sie The Art of Fielding, zu deutsch Die Kunst des Feldspiels. Man muss nicht unbedingt ein Baseballfan sein, um das Buch zu mögen, denn es ist auch darüber hinaus super, aber so ein bisschen Affinität ist sicher nicht ganz schlecht. Ganz grob geht es um einen Jungen, der zur größten Baseballhoffnung seit der Dinosaurierzeit avanciert, seinen Mentor, der es leider nie so weit bringt, seinen schwulen Zimmergenossen, den Dekan ihres Colleges und dessen frisch geschiedene Tochter, deren Geschichten sich auf bestimmte Art und Weise überschneiden. Chard Harbach ist übrigens Mitherausgeber der Literaturzeitschrift n+1, falls die Ihnen ein Begriff ist. Falls nicht, besorgen Sie sich die einfach auch mal.

Na prima. Die Graffitileute sprühen seit neustem unter meinem Namen, weil Sie alle Verdachtsmomente auf mich umlenken und mich letztendlich im Gefängnis sehen wollen. Nein, natürlich nicht. Das da hat der tolle Tobi Kunze aus Hannover gemacht. Rischteh oldschool und so, real wie die Wirklichkeit und so weiter, Sie wissen schon.

Weil ich ja zu wenig in Zügen unterwegs bin, hier zur Abwechslung mal ein Bild des fantastischen Leipziger Hauptbahnhofs. Eigentlich kann man schon allein deshalb nicht wegziehen, weil der Bahnhof so toll ist und das Ankommen so super macht. Okay, Frankfurt ist prinzipiell ganz ähnlich. Aber da hätte ich vermutlich Revierkämpfe mit Haft, Abdi, Celo und den anderen Chabos. Aber darüber hinaus ist in Deutschland bahnhofsmäßig ziemlich Ebbe. Hamburg mag ich. Lübeck ist süß. In Potsdam kann man mitunter direkt am Park Sanssouci aussteigen. Einige Berliner S-Bahnstationen haben etwas ganz Eigenes. Allgemein stehe ich auf U- und S-Bahnen. Herrjeh, wie das klingt. So einer meiner Charakterzüge, der auch meinem von RB Leipzig gesponsorten Therapeutenteam bis heute noch völlig unklar geblieben ist.

Und hier waren wir in Würzburg, wo wir unseren ersten Kinofilm namens 'Die zwei Ausrufezeichen – André unchained'. In den Hauptrollen Julius und meine Wenigkeit. Es geht um einen Arzt namens Doktor Fischer, der mit seinem von Daniel Brühl, Tom Schilling und Matthias Schweighöfer gezogenen Hörnerschlitten durch die arizonamäßige Steppe unterwegs ist, um nach einem Babo namens André zu suchen, der von einem verrückten Professor mit seiner Zeitmaschine in die Vergangenheit verschleppt wurde. Dort darf er zwar die ganze Zeit mit einem Hoverboard herumfahren, dass ihm der Doktor aus der Zukunft besorgt hat, ist aber doch sehr traurig, dass er so weit in die Vergangenheit verschleppt wurde, dass noch nicht einmal Spielkonsolen erfunden wurden. Mehr wird nicht verraten: Geht ins Kino und fragt am Ticketschalter, ob Sie Kokowääh 2 mal rückwärts abspielen können. Nur so wird unser Film sichtbar.

Was fehlt: Mega-Moderator in the game once again. Hartekerlismus in Halle. Super Superbowl.

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