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A Week in Pictures 04/2017

Black-Metal-Cover-shooting-Wetter!
Etwas rutschig (so rutschig, dass ich am Montagabend komplett um die Ecke des Wohnhauses rutschen konnte). Etwas kalt (so „aua“ kalt, Sie verstehen). Aber och ä bissl schön. Im Park sah es fast so aus, als würde gleich der Prinz kommen und daran scheitern, den Vogel zu schießen, woraufhin dann erst Aschenbrödel in Verkleidung ankommen und das erledigen muss.
Auf jeden Fall ist gerade irgendwie die Zeit, in der alle krank sind. Ich, als neuerdings passionierter Straßenbahnfahrer, habe bereits schon wieder keine Lust mehr, Straßenbahn zu fahren, weil man dort ständig mit den ganzen Versehrten und Kranken in Berührung kommt. Und überall tatschen Sie mir ihren Bazillenfingern herum, sodass man förmlich schon spürt, wie man krank wird. Wobei, fun fact: Ich letztens am Nebentisch mal hörte, dass Antibiotika bei Schnupfen nichts bringen, weil Schnupfen durch Viren, nicht durch Bakterien ausgelöst wird. Und da sag mal jemand, Biertrinken zu gehen bringe nichts.
Beim Arzt allerdings ist alles noch viel schlimmer. 1) Weil der Arzt/die Ärztin immer total mysteriöse Öffnungszeiten hat und immer erst bei meinem dritten Versuch tatsächlich mal offen hat. 2) Weil der zweite Versuch meist darin besteht, dass ich um 07:45 Uhr (!!!) aufstehe, kurz duschen und dann zum Arzt gehe und dann ein Zettel an der Tür hängt, dass „heute erst Sprechtstunde ab 10:00 Uhr“ ist. 3) Weil ich in diesem Moment leider nie Dynamit zur Hand habe. 4) Weil ich dann Punkt 10 Uhr da bin und WIEAUSDEMNICHTS das ganze Wartezimmer bereits voll ist und 5) ich dann anderthalb Stunden zwischen den ganzen Todkranken sitzen muss, die mich anniesen und anhusten, sodass ich wirklich sofort das Gefühl habe, krank zu werden.
Wobei, an der Rezeption habe ich ein Gespräch mitbekommen, das mir so ein bisschen den Tag gerettet hat:

Eine Oma gibt der Rezeptionsfrau ihre Chipkarte.
Rezeptionsfrau: „Huch, ihre Karte läuft ja bald ab.“
Oma: „Bis wann gilt die noch?“
Rezeptionsfrau: „Februar 2019.“
Oma: „Ach, das reicht dicke.“


Hier habe ich gerade das Skript für unsere neue kleine Fernsehsendung beendet. Es macht immer besonders viel Spaß, wenn man so etwas eigentlich schon eher fertig hat, dann nur noch mal kurz vor der Aufzeichnung reingucken will, nur um dann zu sehen, dass irgendjemand sämtliche Formatierung kaputtgemacht hat und man jetzt schätzungsweise acht Stunden bräuchte, um das wiederherzustellen. Für solche Momente lebe ich. Nur so bin ich ein so überzeugte Nihilist geworden. Egal. Wurde ja wieder. Sogar ohne zutun. Es gibt noch Zeichen und Wunder. Auch wenn das für meinen Nihilismus nicht sonderlich zuträglich ist. So. Unsere Sendung heißt jedenfalls total hipsterig [sla(m]dr) und mittlerweile finde ich die Klammern auf meiner beschriftungslosen Tastatur sogar schon beim dritten Versuch. Am Dienstag und Mittwoch zeichnen wir auf. Zwei Folgen am Dienstag, drei am Mittwoch. Zum Glück bin ich nicht vor der Kamera, denn ich sehe schon immer auf Fotos aus wie ein Esel. Wobei Esel eigentlich supercute sind. Also dann vielleicht wie ein Trump. Egal. Es kommen 16 der momentan coolsten und prägendsten Slammer*innen aus dem deutschsprachigen Raum. Und ich lese so aus dem Off Zeug vor, das ich geschrieben habe. Karten kann man sich noch besorgen, allerdings nur im Vorverkauf. Hier für Dienstag und hier für Mittwoch. Ich würde mich aber beeilen, denn Dienstagmittag ist der Vorverkauf zu.


Oben: Nehmt mir bitte nach Mitternacht das Internet weg. Dann bestell ich auch weniger Blödsinn. Normalerweise zwinge ich mich ja bei solchen urges immer, einfach noch einen Tag zu warten. Meist habe ich dann schon gar keinen Bock mehr, mir eine Slackline zu kaufen, weil ich gar nicht mehr vor habe, der beste Slackliner der Welt zu werden. Diese Taktik hat mir bisher sehr viel gebracht. Bzw. erspart. Letztens las ich in einem Eneagramm-Buch (fragen Sie nicht), dass ich Typ Fünf bin: Der Forscher. Sein Antrieb ist nämlich der Geiz. Obwohl er gleichzeitig derjenige Typ ist, dem materielle Güter am egalsten sind. Stimmt auch irgendwie beides. Ich brauche nicht viel, aber von meinen Haribo-Balla-Ballas können Sie trotzdem nichts abhaben. Fällt aus wegen is‘ nich, wie ich gern sage. Das Einzige, was mir bei solchen Büchern fehlt, sind „normale Ergebnisse“. Es ist wie beim Horoskop: Egal, welcher Typ man ist, am Ende ist es doch immer irgendwie schmeichelhaft. Ist das, weil kosmisch gesehen einfach alle Menschen total cool und einzigartig sind? (Das würde ich, rein aus Erfahrung, bezweifeln.) Oder hilft es einfach beim Buchverkauf, wenn man keine Leser*innen verprellt. Trotzdem: Wie gern würde ich mal auf das Ergebnis kommen: Antreh, Sie sind Typ Bauer, Familie Pff, Klasse Egal, Sternenkonstellation Keineahnung: Sie sind nichts Besonderes, keine Ahnung, warum sich Leute mit solchen langweiligen Wesen wie Ihnen abgeben, denn alles, was Sie wollen, ist eigentlich nur Ihre Ruhe und deshalb wird aus Ihnen auch nie etwas werden. Das wäre zwar niederschmetternd, aber wenigstens fair.
Unten: In Leipzig passieren doch noch gute Sachen. Das alte Kino der Jugend am Ende der Eisenbahnstraße wird saniert! Und nach zwei Jahren gibt’s endlich wieder eine Ausgabe chronik.LE. Und die ist wirklich sehr sehr gut geworden. Ich bin zwar noch nicht ganz durch, aber allein für die LEGIDA-Chronik, den Aufsatz über Mrs Crazy Kudla und den gesamten Abschnitt über Rassismus lohnt es sich schon. Und kostenlos ist sie ja eh. Gibt’s überall, wo’s cool ist. Also wenn Sie in Ihrem Späti nicht ausliegt, naja, dann. Aber damit das Ganze hier nicht mit guten Nachrichten endet, sei einfach nochmal an das Westwerk erinnert. Jahrelang Subkultur zu machen, damit am Ende an gleicher Stelle ein Parkhaus und irgendein kommerzieller Kram entsteht, da freut man sich doch über die geleistete Eigenarbeit.


Oben: Manchmal arbeite ich ja. Und wenn es dann zum Beispiel im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg ist, dann ist das sogar ganz okay. In der Kantine gibt es abends kostenlose Salzbretzeln und damit hat man meine Gunst eigentlich schon sicher. Wobei ich auch wirklich nicht schwer zu beeindrucken bin, nach einer Zugfahrt im total überfüllten ICE, die man gezwungenermaßen zwischen zwei der schlimmsten Sorten Mensch ever verbringen muss. Die da wären: Die dauernörgelnde Mutter (Orr nee, wieso muss’n da wieder eener off’s Gleis hüppen, jetz hammwer Verspätung und wir schaffen unsern Anschluss nich!) und ihr viel zu vernünftiger sechzehnjähriger Sohn (Mutti, sei doch mal optimistisch, vielleicht wartet der Zug ja auf uns! Das ist nicht gesagt, dass wir den verpassen!) sowie die beiden dicken Pärchen, die von Hamburg aus irgendwo in den Urlaub fliegen und dann die ganze Zeit Weißwein aus der Plasteflasche und Sekt trinken und dazu Haribo Goldbären und Beef Jerky essen. Und die dabei die ganze Zeit dummes Zeug labern (Nee nee, wir gehören zu den oberen 10.000! Als wir damals im Meijämmi war’n, da mussten wir nicht so lang am Flughafen warten. …)
Mitte: Ja, und dann haben wir auch noch gewonnen. Cool und so. Aber eigentlich voll egal.
Unten: Viel zu früh. Ich frage mich oft, was das für Menschen sind, die an einem Samstag um 09:30 Uhr mit dem Zug fahren. Also ich, ja. Aber ich kenne mich ja. Bzw. frage ich einfach nicht mehr nach. Aber die anderen. Was treibt sie an? Warum tun sie so etwas? Vor allem, weil diese Leute ja wirklich aktiv sind und sich nicht, wie ich, einfach in den Zug setzen, um weiter zu schlafen, weil sie zuvor mehr so im Halbschlaf zum Bahnhof gesteuert sind. Vielleicht frage ich irgendwann mal eine*n von denen. Aber wahrscheinlich nicht, denn ich schlafe ja.


Symbolbild Sonntag.
Was ist so passiert? Nüscht! Doch! Rippchen! Aber keine Fotos davon, sonst bekomme ich wieder fiese Emails, weil das Ganze hier Richtung Foodblog abdriftet. Insofern muss meine folgende Beschreibung des Vorfalls reichen: Ich wusste bis gestern nicht, dass ich böhmische Knödel machen kann. Es ist zwar extrem easy, aber ich glaube, dass trotzdem nur ich es so gut hinbekommen kann. Dauert halt ewig. Und man hätte ruhig mal in das Rezept reinschreiben können, dass es, wenn man Brötchen in heißer Milch einweichen soll und diese danach in das Mehl-Hefe-Salz-Gemisch werfen und dort kneten soll, beim kneten plötzlich extrem heiß an den Fingern wird, weil die heiße Milch und so. Na ja, seither haben meine Finger einen hüschen rosa Teint. Aber egal, denn auf jeden Fall heißt meine neue Lieblingsbeschäftigung „Knödel mit einem Bindfaden in Scheiben schneiden“. Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt so glücklich gefühlt habe, als in jenem Augenblick, da ich bemerkte, dass das tatsächlich funktioniert mit diesem Faden und der Knödel innen perfekt war. Und die Scheiben natürlich auch. Ich habe mich nur zweimal verfädelt, aber das kommt auch bei den Besten vor. Ich bin immer noch begeistert. Ach ja, und Rippchen natürlich! Ich finde ja das Wort so ein bisschen, naja, weiß auch nicht, zu niedlich, aber „Rippen“ klingt dann schon wieder zu hart, fast schon ein bisschen eklig. Ich habe ja so wenig Ahnung vom Kochen, dass ich noch immer total fasziniert bin von all den Vorgängen. Dass man Fleisch tatsächlich anderthalb Stunden lang kochen kann und dann noch eine dreiviertel Stunde grillen, ohne dass das irgendwie schief geht. Oder dass man diesen „Aufstrich“ (keine Ahnung, wie das heißt, was man da draufpinselt) tatsächlich mit 100 ml Apfelessig und 100 ml Worcester-Soße zupanschen muss, woraufhin dann plötzlich die ganze Küche stinkt und einem die Augen tränen, aber dann, plötzlich: Geil. Das ist fast wie damals, als ich mit 21 zum ersten Mal ein gekochtes Ei aß und dachte: „Hm, eigentlich ganz geil. Jetzt haste 21 Jahre verschwendet, weil du’s einfach nicht probiert hast.“ Aber sagen Sie jetzt nicht, dass das bei Roter Beete genau so ist. Rote Beete kommt aus Hölle und ich werde sie nie probieren, Punkt.

Was fehlt:

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