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A Week in Pictures 03/2016

Das war also schon die dritte Woche 2016.
Hier war ich gerade auf dem Weg, mir etwas zum Mittagessen zu kaufen. Ich finde das sehr angenehm, jeden Tag einkaufen zu gehen. Ich kaufe nie mehr als für einen Tag, maximal zwei, ein. Und wenn ich Luxus definieren müsste, dann würde ich sagen: Luxus ist, sich jeden Tag frei einteilen zu können. Und jeden Tag auswärts essen zu können. Während man in Deutschland leider am Sonntag gezwungen ist, zu Hause zu bleiben, ist das in Brüssel weitaus praktischer. Supermärkte haben von Montag bis Samstag geöffnet. Die ganzen Express-Supermärkte immer auch am Sonntag. Und die Spätis sowieso. Aber in Brüssel ist sowieso alles etwas anders. Wie schön wäre es bspw., die lieblichen Brüsseler Staus zum Weltkulturerbe zu machen?
Ich weiß nicht mehr wo, aber irgendwann habe ich mal von einem Literaten gehört, der nicht einmal mehr eine Küche besaß, sondern zum Essen immer nach draußen ging. Und wenn es eine Sache gibt, die mich jahrelang gestresst hat, dann war es, eine Küche zu besitzen. Leider weiß ich wirklich nicht mehr, wer das mit der Nicht-Küche war. Aber ich kenne jemanden, er jahrelang ohne Dusche und Badewanne gelebt hat und dafür jeden zweiten Tag ins Schwimmbad gegangen ist. Speaking about motivation: Ich war in diesem Jahr noch nicht einmal schwimmen.
Dafür habe an genau dem Abend dieses Bildes noch Ein großer Aufbruch geschaut. Der Film hat übrigens den Deutschen Fernsehpreis für das beste Drehbuch gewonnen, vor Schland 83, wohlgemerkt. Guter Film. In der Mitte vielleicht kurz etwas abwegig, aber dafür mit einem ganz großen Ende. Man fühlt sich beim Schauen unweigerlich an diese eine Episode aus Karte und Gebiet erinnert, aber das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Meiner Meinung fehlen noch eine Reihe guter Bücher zum Thema.

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Hier war ich in Berlin und dachte, ich müsse unbedingt mal wieder etwas auf Instagram posten. Und dann ist es eben der S-Bahnhof Nollendorfplatz geworden. Ich mag es dort. Nicht nur, weil der liebe Sebastian Lehmann (hören Sie bitte seine tolle Radiokolumne!) um die Ecke wohnt und ich seine Katze stehlen möchte, sondern auch, weil es in der Nähe diesen tollen Getränkehandel gibt. Getränkehandel sind mir mindestens genau so lieb wie Schreibwarenläden oder die Zahnreinigungsabteilung in jeder Drogerie. Ich mag es, mich über die neusten Entwicklungen auf dem Cola-Markt zu informieren, genau so wie ich gern den Überblick behalte, was gerade in der Welt der Zahnbürsten und Zahnpasta en vogue ist. Und an Stiften komme ich sowieso nicht vorbei.
Außerdem gibt es rund um den Nollendorfplatz viele tolle Essensläden. So zum Beispiel einen guten Inder, in dem ich aus Versehen mal neben den StudiVZ-Brüdern saß und beim Lauschen ihrer schwurbeligen Startup-Gespräche beinahe mein Curry wieder hochgewürgt hätte. Oder den „kleinen, geilen Koreaner“, wie ihn Kollege Paul Bokowski gern ekligerweise nennt und bei dem die kompletten Wände mit Bibelzitaten behangen sind und man auf der Karte vor lauter Jesusgeblubber kaum mehr das Essen findet. Letzteres schmeckt aber erfrischend unreligiös und gut. Ich jedoch bevorzuge trotzdem den Griechen, in dem ausschließlich russischsprachiges Personal arbeitet und auf unerfindlichen Gründen _niemals_ jemand außer mir isst, obwohl es total billig und lecker ist. So, und jetzt werde ich Travel-Food-Blogger.

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Unsere schöne Lesebühne in Berlin. Rechts der wunderbare Ahne, bei dem ich immer daran denken muss, wie er „Mercedessterne knicken“ sagt. Ich weiß noch, wie ich vor neun Jahren (!) tausendmal dieses Video über die Berliner Lesebühnen geschaut habe und dachte, wie cool die dort alle sind. Außerdem haben wir den gleichen Kugelschreiber, den wir letzten Sommer bei einer witzigen Veranstaltung bekommen haben. Das macht mich froh, denn ich bin ein einfacher Mann.
Und dann habe ich den Ronaldo-Film gesehen. Der Herr war mir ja nicht gerade sympathisch, aber ich muss sagen, der Film hat da Einiges aufgeräumt. Natürlich hält er sich für den besten Fußballer der Welt und hat ein Mordsego, aber darüber hinaus gefällt mir seine Einstellung ganz gut. Dass er am liebsten seine Ruhe hat und eigentlich recht einzelgängerisch unterwegs ist. Und die Sache mit der Surrogatmutter, deren Identität er eifrig geheimhält, naja. Whatever works, nicht wahr? Immerhin möchte er ein junger Vater sein. Und um Geld muss er sich ja eh nie wieder Sorgen machen. Im gleichen Atemzug interessant: Die erste Folge der Doku über das Nachwachszentrum von RB Leipzig. Mindestens so gut wie damals Projekt Profi.

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Im Flugzeug wurde mir wieder einmal klar, dass Fliegen tatsächlich die unwürdigste Fortbewegung schlechthin ist. Okay, ich fahre selten Kutsche und muss auch nicht allzu oft zum Auftritt kriechen, aber Fliegen ist wirklich doof. Dabei meine ich nicht einmal die Sicherheitskontrollen, an deren Unmenschlichkeit man sich ja längst gewöhnt hat. Aber man hat einfach kaum Platz, kann nichts machen, sich kaum bewegen, ohne jemanden zu nerven und meist sitzt man auch noch neben einer Horde Orks oder jemandem, der beschlossen hat, heute mal im Unterhemd zu fliegen, weil er schon den ganzen Tag ganz abartig schwitzt. Vielleicht sollte ich ausschließlich erste Klasse fliegen. But then again finde ich das natürlich auch viel zu prätenziös und zu teuer. Als mich im September der Chauffeur-Service zum Flughafen gefahren und wieder abgeholt hat, war das zwar cool, aber ich habe mich gleichzeitg auch schon lange nicht mehr so zu Unrecht ernst genommen gefühlt. Es ist ein Kreuz.
Btw, liebe Rocky-Fans: Schaut Creed! Quasi die gleiche Story wie in Rocky 1, aber so schön neu erzählt! Und Rocky als Trainer und Michael B. Jordan (der nichts mit _dem_ Jordan zu tun hat) sind super! Fehlt eigentlich nur noch Brigitte Nielsen als fieser Russenboxer und die Fortsetzung kann kommen. Mal ehrlich: Ich stehe total auf diesen Arbeitercharme von Philadelphia und Rockys „Ich beiß mich allein durchs Leben“-Ding. Wie er täglich am Grab von Adrian und Pauly Zeitung liest, herrlich. Ich hoffe, ich werde auch mal Rocky.

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Hier habe ich Baskets geschaut, die neue Serie von Jonathan Krisel, Zach Galifianakis und Louis C.K. Es geht um einen Typen, der in Paris an der Ausbildung zum Clown gescheitert ist und seither in den USA beim Rodeo den Pausenclown spielen muss, dessen Hauptaufgabe darin besteht, sich von einem Bullen umrammen zu lassen. Hier gibt’s eine gute Rezension dazu. Falls Sie Louie, Between two ferns oder beides mochten, werden Sie Baskets mögen. Ich mag, dass die Serien eigentlich gar nicht so witzig sind. Und dass Louie z.B. sogar recht traurig ist, bzw. verzweifelt. Auf jeden Fall steht für mich fest: Sobald Louis C.K. mal wieder in Europa auftritt, fahre ich dorthin. Ganz egal, ob es nun London, Stockholm oder Helsinki ist, mir egal. Obwohl es mittlerweile ja genügend US-Comedians/ennes gibt, die locker eine Halle in Berlin füllen könnten. Was soll’s.
Samstag war übrigens auch der Tag, an dem die SPD mal wieder verrückt spielte. Okay, nur der Essener Chapter. Andererseits hätte es mich auch nicht gewundert, wenn die Bundes-SPD kurzerhand umgefallen wäre und gemeint hätte: Jawoll, wir wollen jetzt auch gegen Flüchtlinge protestieren. Selbst in Freiburg, der bis dato wahrscheinlich peacigsten Stadt Deutschlands, drehen neuerdings alle frei. Aber so ist das halt, wenn es Rot-Grün einfach nicht schafft, sich wirksam gegen die AfD zu positionieren. Wie gut, dass es manche Leute dann einfach friedlich selbst in die Hand nehmen und die Verrückten in ihre Schranken bzw. Mauern verweisen. Da bleibt einer/m nur eins: APPD wählen.

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Und so ungefähr sah es hier das ganze Wochenende über aus. Okay, manchmal hat es auch geregnet. Erinnert mich irgendwie an diese Bilder hier aus Tokio, wenn auch alles ein paar Nummern kleiner. Kein Wunder, dass ich einfach mal die ganze erste Staffel The Leftovers geschaut habe. Gute Serie übrigens. Es geht darum, dass eines schönen Tages urplötzlich 2% der Weltbevölkerung spurlos verschwunden sind und wie die Welt damit klarkommt, genauer gesagt die BewohnerInnen einer kleinen Stadt in der Nähe von New York City. Bisher bin ich noch sehr zufrieden. Hoffentlich wird es nicht so weird, wie ab der dritten Staffel Under the Dome. Da hatte es ja auch sehr gut angefangen. Aber spätestens, als die Leuchteier hinzukamen, war es mir dann doch etwas zu viel.
Ganz große Klasse hingegen ist War & Peace aka Krieg und Frieden. Ich habe das Buch ja leider nie gelesen. Wäre mir, glaube ich, zu hart gewesen, mit den achttausend Personen und so. Die kommentierte Ulysses-Ausgabe hat gereicht. Aber die Serie ist sehr schön. Mittlerweile gibt es vier von sechs Folgen.

Was fehlt:

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