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A Week in Pictures 03/2015

Das bin ich, wie ich böse gucke. Untertitel: Genug fotografiert, jetzt gibt’s Kloppe! Warum gucke ich böse? Nun, zum Beispiel, weil die Leipziger Besorgten-Demonstration ihren Rundgang von Montag auf Mittwoch verschoben hat. Leser der Lügenpresse könnten vermutet, dass es etwas damit zu tun hat, dass man den Besorgten aus Dresden die Möglichkeit bieten will, einen Abstecher nach Westsachsen zu machen. Noch dazu, wo ihr Montagsaufmarsch nun abgesagt wurde. Vielleicht gucke ich aber auch böse, weil Leipzig einen neuen Werbeslogan namens „Leipzig Region“ hat. Der ist sogar noch nichtssagender aus „Leipziger Freiheit“, Gratulation. Wie kommt man auf so etwas? Und wie schafft man es, immer ein noch hässlicheres Logo zu basteln? Bei Weltnest habe ich dazu mal etwas aufgeschrieben.

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Da ist es, das neue Werk von Houellebecq namens Unterwerfung. Was soll ich sagen? Gemessen an dem Wirbel, dass das Buch ausgelöst hat (den ich allerdings unter Hysterie verbuchen würde), ist das Buch extraordinär. Gemessen an der Idee und den anderen Büchern von Houellebecq, ist es wohl doch eher Mittelmaß, wobei Mittelmaß heißen soll: Es ist gut, aber es ist eben auch nicht Karte und Gebiet. Lesen Sie es und Sie werden sich fragen: Darüber regen sich Leute ernsthaft auf? Ich habe es gern gelesen und bin froh, dass ich es schon so zeitig hatte, aber es ist (leider) kein Meisterwerk. Vielleicht muss es das auch nicht sein, denn immerhin hat es in der Debatte, die es erzeugt hat, einen neuen Maßstab erreicht. Und manchmal reicht das ja.

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Es gibt so Tage, da fangen die Kollegen plötzlich an, sich in den Mund zu fotografieren. Weiß der Teufel, warum sie das tun. Buzzfeed versucht neuerdings übrigens, ein bisschen wegzukommen vom Spaßlisten-Image und bringt so z.B. auch mal einen Versuch darüber, wie Pegida entstehen konnte. Und so nebenbei: Ich bin einer der Erstunterzeichner der so genannten Leipziger Erklärung 2015, die sich dazu bekennt, dass man PEGIDA-, LEGIDA- BLAHGIDA-Leute nicht durch die Stadt laufen lassen muss, sondern sich ihnen gewaltfrei entgegen stellen sollte. Falls Sie das jetzt zu hart finden, empfehle ich Ihnen mal die Reaktionen von Pegida-Anhängern bzgl. des Mords an Khalid Idress. Die sind wirklich hart.

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Hier bin ich mit, eh, Anfang zwanzig vielleicht. Ja, auch ich musste mich damals als Messehostess durchschlagen. À propos Durchschlagen: Mein guter Freund Nils bringt Ende März sein Buch namens „Wo die Kartoffeln auf Bäumen wachsen: 113 Tage als Matrose in der Südsee“ heraus. Glauben Sie mir: Es ist sehr gut, denn immerhin habe ich ganz am Anfang mal ein Stück Korrektur gelesen. Nein, auch so ist es eine tolle Geschichte darüber, wie es ist, einfach mal so auf einem Schiff anzuheuern und damit vor der Küste Südamerikas herumzuschippern. Und wenn Sie das Buch fleißig kaufen, dann wird der gute Nils auch niemals als Messehostess arbeiten müssen.

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Und dann war wieder Lesebühne. Der Klimt-Hemd-Mann alias Kurt Mondaugen war natürlich auch dabei. Wie immer war es sehr schön. Und auch, wenn ich hier gar nicht in die Zuschauerreihen spreche: Vielen Dank fürs Kommen. Das fetzt immer. Mindestens so sehr, wie diese total tolle Tischtennisplatte aus dem 3D-Drucker. Himmel, sieht die gut aus. Ich möchte sie bitte haben. Zwar wüsste ich nicht, wohin mit ihr, aber wie sage ich immer: Erst die Tischtennisplatte, dann der Ort zum Aufstellen!

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Ach ja, und dann war da dieser weirde Samstag. Erst steht man in der Stadt aus Versehen neben so einem Legida-Opa, lästert mit jemand anderem über Legida, woraufhin der Opa weggeht und ruft: „DAS IST ALSO AUS UNSEREM DEUTSCHLAND GEWORDEN!“. Dann diese unglaublich weirde Arte-Doku, die mich zu stundenlangem Überlegen inspiriert hat, wer für so etwas tatsächlich Geld zur Verfügung stellt. Und dann dieses Vollplaybacktheater von Pulp Fiction, das eigentlich eine nette Idee ist, aber doch bitte nicht, wenn andauernd Schnipsel von den 3 Fragezeichen, TKKG oder anderem Quatsch reingeschnitten werden. Und die Leute schmeißen sich weg vor Lachen. Ich werde es vermutlich nie verstehen. Ach ja, und Salzstangen ausgekippt habe ich auch noch. Komischer Tag.

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Und dann zum Abschluss Football. Was für ein Seahawks-Spiel. Ich habe noch ein drei Viertel lang derart schlechtes Seahawks-Spiel gesehen, dass dann so krass endete. Nach dem vierten Viertel stand einfach mal alles Kopf, Wahnsinn. Wenn Sie die Möglichkeit haben, das noch einmal zu sehen, dann tun Sie es. Ich verspreche Ihnen, Sie werden es nicht bereuen.

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