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Muse: Muscle Museum

Und wir wollten fast wieder gehen. Trotz der Freikarten, oder gerade deswegen, die laue Vorahnung war ja bereits vorhanden. Avatar ohne 3D-Brille oder Lila Lila mit dem Mann, der nur über einen Gesichtsausdruck verfügt.
Der Kassenstudent fragt, mit wie vielen Menschen geschlafen werden musste, um diesen Stapel Freikarten zu bekommen, dem Nachostudenten läuft der Käsedip über die Hände, irgendwo schreibt sicher gerade ein Literaturstudent an einem Roman.
Es erst witzig finden, zu sagen, wie aufregend es ist, in Blockbuster zu gehen, dort wo das einfache Volk ist, sich dann innerlich dafür ohrfeigen und den ganzen Film über befürchten müssen, auch von dem grimmigen Muskelmann nebenan später dafür geohrfeigt zu werden, guckte so böse.
Film an sich: vernachlässigbar. Anfangs noch ganz gut, stellenweise völlig unlogisch, Populärethnologie par excellence, alles aus vielen anderen Filmen zusammen geklaut, nette Optik, schlimme Story, viel zu lang, mit 3D-Brille hoffentlich irgendwie außergewöhnlich.
Von allen Seiten diskriminierte Außerirdische, die größtenteils nur wie sehr hoch gewachsene, blaue Menschen mit sehr breiten Nasenrücken aussehen und an ihren Haaren einen organischen USB-Anschluss mit sich herum tragen, über den sie innerlich mit dem Natur-Internet chatten können.
Allein solch ein Flugtier, einen Ikran, hätte ich gern. Aber den Leuten gefällt es, wie die Natur die kriegslüsternen Menschen mit den Narben im Gesicht besiegt und die großen Kampfroboter von außerirdischen Dinosauriern umgeschubst werden, die vielen Raketen und wie der Lebensbaum umkippt, unter dem natürlich die meisten Bodenschätze liegen.
Twilight schaut man wenigstens ohne Anspruch, aber Avatar wird man große Kunst nennen. Tipp: Lieber Up gucken.

Nach dem Film ist irgendwie die Stadt leer und es ist gut so, dass es so ist. Wenn alles von unten her hell ist, weil überall noch Schnee liegt und liegen bleibt, das erträgt sich einfach besser ganz allein. So würde ich gern reisen, mit einem An/Aus-Schalter für die Menschen. Alles erst einmal allein kennen lernen und nur bei Bedarf, vielleicht gar nicht, die Anderen hinzu schalten.

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