
An dieser Stelle einmal Gratulation an mich. Dieses Blog gibt es seit gestern nunmehr schon 6 Jahre lang. Länger habe ich bisher nur das Gymnasium durchgehalten. Danke an die vielen Leute, die den Quatsch hier lesen und komischerweise immer wieder kommen, bzw. neue Leute nicht davon abhalten, hier mal vorbeizuschauen. Zwar weiß ich nicht, warum ich noch immer keinen Grimme Online Award dafür (oder wenigstens hierfür) bekommen habe, aber in einem geraden Jahr hätte ich den Preis eh nicht gewinnen wollen. Was ich damit sagen will: Dange, wirklich. (Foto von KP_Sonny)

Hamburg nochmal. Fragt mich nicht nach Stadtteilen. Aber es ist ungefähr dort, wo das Schauspielhaus und morgens der ein oder Andere Betrunkene liegen. Sieht hanseatisch aus, wenn man mich fragt. So als käme gleich Thomas Mann (Lübeck, ich weiß, aber was soll's) um die Ecke gerannt, weil er sonst zu spät in Vatis Kontor kommt. Gleich dort irgendwo ist auch die fabelhafte Außenalster, auf der ich mir mal beim Rudern tolle Blasen an den Händen geholt habe, weil wir erst 10 Minuten vor Abgabe des Ruderbootes bemerkten, dass wir uns noch etwa 1000 Kilometer vom Anlegesteg entfernt befanden. Falls ich es noch nicht gesagt habe: Hamburg ist gut.

Ich mache ja eher ungern Werbung, solang ich dafür keine Unsummen wertvoller Euros (oder Aktien) erhalte, aber Spotify ist schon ein ziemlich gutes Programm. Ständig findet man neue tolle Bands und kann nebenher darüber lachen, was die Freunde gerade hören. Meinen Musikgewohnheiten nach zu urteilen muss ich eine Mischung aus Metal-Wikinger und Post-Rock-Hipster sein, jedenfalls geben meine Playlists bisher noch nichts Anderes her. Das Beste an dem Progrmam ist, dass ab und zu der süße Tim Bendzko zwischen zwei Slayersongs Werbung für sein Schmusealbum macht. Mal sehen, wie lang es dauert, ehe Gema, GEZ und GVL das Programm unbenutzbar machen. Es wäre schade drum. Nicht zuletzt wegen des riesigen Spotify-Schriftzugs, den ich mir aus Loyalität habe auf den Rücken tattoovieren lassen. Aber naja.

Vielleicht sollte ich mir auch Jutebeutel machen. Aufdruck: 'Wenn ich mal reich bin, eröffne ich vor deinem Haus eine Eisdiele und mache deine Kinder fett!', 'Heirat, Kind, Jack Wolfskin!' oder soetwas. Ich bin sowieso dafür, jeden Quatsch zu vermarkten. So lange, bis alle Menschen im Marketing arbeiten und sich Konzepter nennen. Ich glaube, nur so kann man die Absurdität der menschlichen Existenz wirklich sichtbar machen. Samuel Beckett hätte es sicher auch nicht anders gewollt.

Und das ist Leipzig. Also ein kleiner Teil davon. Wer möchte, darf mir gern das verkäufliche Haus kurz vor der Ecke ganz hinten kaufen und renovieren. Ich würde gern dort wohnen und respräsentativ sein, auch wenn gleich vor meiner Haustür dieses schreckliche neue Einkaufszentrum wäre. Das wäre dann einfach der nächste Schritt meiner Bemühungen. Es einfach direkt nach Fertigstellung wieder abbauen zu lassen.

Haben Sie mal 'Good Will Hunting' gesehen? Und haben Sie sich auch total mit dem verkannten Genie Will identifiziert, so wie es der Film von Ihnen wollte? Ich persönlich wollte danach ja unbedingt Hausmeister werden. Und ich glaube, mit meinem Politikwissenschafts-Studium bin ich auf dem richtigen Weg. Im Film gibt es jedenfalls diese Szene in der Bar, kurz nachdem Skyla das erste Mal auftaucht und Will zu einem Typen sagt: 'If you want to read a real history book, read Howard Zinn’s A People’s History of the United States. That book will knock you on your ass.' GGerade bin ich noch in der totalen Tollfindungsphase, also glauben Sie mir einfach nur zur Hälfte, wenn ich sage, dass es sich wirklich lohnt, das mal zu lesen. Hier bei eBay gibt's das Ding sehr preiswert.

Mein erstes Open Air Konzert war ein voller Erfolg. Über 6000 Menschen waren vor Ort und feierten mit mir ein tosendes Spektakel, das Udo Lindenberg ziemlich untrve gefunden hätte. Ich spielte meine größten Hits auf einem zufällig herumliegenden Plastikeimer, angefangen von 'Ich hoffe, dein Crossover-Kunstprojekt scheitert' über 'Ich altere nicht, ich werde vintage', bis hin zu 'Nur ihr Deo toppt deine Mutter im Versagen'. Anschließend sangen das Publikum und ich Tim-Bendzko-Choräle, ehe das große Feuerwerk die Veranstaltung gebührend beendete. Hier ein abschließendes Foto meines ersten offiziellen Fanclubs, dem 'Wir finden alles doof! e.V. Leipzig Süd', ganz vorn der Anführer namens Jörg.

Und weil die Woche so außerordentlich gut verlief, gönne ich mir zum Abschluss einen Becher Eiter, mit Sahne natürlich. Was ich in der kommenden Woche tun werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich irgendeine Firma aufkaufen. Eine ganz ganz kleine. Vielleicht werde ich auch einfach mal krank. Oder ich trainiere einfach weiter für das nächste Promiboxen. Wenn schon beim ersten mal die F-Promis boxen durften, rechne ich mir für das zweite Mal gute Mitmachchancen aus. Oder ich werde mich darum kümmern, dass die Stadt endlich meine mir versprochene Bronzestatue direkt vorm Konsum errichtet. Habe ich schon erzählt, dass gegenüber vorgestern Carmen Nebel eingezogen ist? Andere Geschichte.





























