Meine Lieblingsband hat jetzt eine Frontfrau.

"Against Me! singer Tom Gabel reveals plans to begin living as a woman [...]. Gabel, who has dealt privately with gender dysphoria for years, will soon begin the process of transition, by taking hormones and undergoing electrolysis treatments."(Rolling Stone)

"Because this is the first time a major rock star has come out as transgender, the singer made a point of speaking openly about it. 'I'm going to have embarrassing moments,' says Gabel, 'and that won't be fun. But that's part of what talking to you is about – is hoping people will understand, and hoping they'll be fairly kind.'" (Rolling Stone)

So ein massives outing muss man sich erstmal trauen. Und ich bin sehr stolz auf Tom, die von nun an Laura Jane Grace heißen wird.

 

Wenn man den Worten der Radicals (übrigens jenes Interview, aus dem die BILD dereinst so authentisch zitiert hat) glauben darf, sind die riesigen Graffiti im Stadtzentrum nicht der vielbeschrieene Krieg der Crews, sondern eher ein positiv durch Konkurrenz belebtes Geschäft. Kann man drüber diskutieren. Krieg hört sich jedenfalls gleich so viel krasser an. So als würde man sich auf offener Straße zerfleischen, wenn man sich über den Weg liefe, anstatt einfach nur ein bisschen zu leveln. Wenn auch, zugegeben, auf mittlerweile auf so großen Flächen (wie man hier und hier gesehen hat), dass die üblichen Graffitidimensionen ein wenig gesprengt werden. Mit Krieg jedenfalls lässt sich so viel besser mal wieder an der Mär vom so besonders organisationsbegabten und ehrgeizigen Jugendlichen stricken, der seine Energie leider nur für Blödsinn aufwendet und allein von Spiegel-TV-Redakteuren ausfindig gemacht werden kann, so geschehen erst jüngst:


via Heldenstadt

Und genau so, wie Interviews zum Thema Poetry Slam zumeist um die ewig gleiche Frage kreisen, wie man auf die Textideen kommt, kommt auch der obige Beitrag leider nicht über und die üblichen Informationsblasen hinaus (Die Polizei ist ratlos, aber beeindruckt!, Die Täter müssen sich abgeseilt haben!, Wenn man sowas sieht, fühlt man schon so eine Wut im Bauch!, Gebäudereiniger, ein garantiert krisensicherer Job!). Außer vielleicht, dass die beiden Aktionen ziemlich teuer (oder gut gesponsort) und ziemlich aufwändig gewesen sein müssen.

Nur wie das ORG-Bild am robtoron-Haus in zwei Nächten bemalt worden sein soll, will mir nicht so recht in den Kopf, wenn es doch gar nicht, wie im Falle des Ringmessehauses, eingerüstet und damit vor Blicken geschützt war. Hätte man nicht spätestens nach der ersten Nacht sehen müssen, dass da jemand dran war? Oder hat da jemand schlecht recherchiert und die Aussage der RCS-Leute fälschlicherweise mit dem ORG-Bild verknüpft?

 

Glaubt man den Stadtorakeln, dann wird Leipzig in ca. 10 Jahren so aussehen. Überall wird man Verrückten begegnen, alle drei Meter von Drückerkolonnen angequatscht und die Straßenbahnen werden auch im Sommer so unzuverlässig sein, wie man es aus dem Winter kennt, aber darum soll es gar nicht gehen. Mindestens einmal im Jahr besuche ich Freunde in dieser lieblichen Stadt. Wir haben diese Treffen ritualisiert, um in Ruhe unsere Allzeit-Bowling-Rangliste zu pflegen, stundenlang Taking the Hobbits to Isengard zu hören und komischerweise andauernd Conrad-Filian im gesamten Stadtgebiet zu besuchen. Und das war eben jetzt gerade. War okay. Hab meine Führung verspielt.

Im Testosteronium, wie ich diesen Laden liebevoll nenne, ist es ganz toll. Zumindest insofern man immer das Gefühl hat, man würde gleich den Dude an der Theke entdecken und könnte ihn dann auf ein Spiel einladen. Überhaupt, und das ist das Schöne, löst diese Stadt noch immer dieses Gefühl der Unbeschwertheit in mir aus. Zumindest solang man die Touristen-Stapel-Zentren meidet und sich einfach mal irgendwo hinsetzt. Also genau das, was mir in Leipzig in letzter Zeit oft fehlt. Aber wahrscheinlich auch nur, weil ich hier eigentlich nie 'mal einfach so' irgendwo bin. Schade eigentlich. Aber kein Grund zur Sorge. Wird schon.

Ich hasse Wortspiele. Und ich mag Streetart. Insofern reißt mich dieser Aufkleber gefühlsmäßig ziemlich auseinander. Es ist fast genau so wie bei Vanilla Coke. Das Produkt ist perfekt, doch plötzlich kommt jemand und sagt: 'Hey, kippen wir doch noch Vanillearoma rein!' Scheußlich. Neulich habe ich gehört, dass es in Japan Kit-Kat in allen nur erdenklichen Geschmacksrichtungen gibt. Melone, Kürbis, Grüner Tee, Sojamehl und so weiter. Vielleicht sollte ich mich dafür engagieren, die Erfinder solch schlimmer Dinge mit einem Darwin-Award zu küren, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie dann auch (wie beim Preis üblich), naja, lassen wir das.

Das Schönste an Leipzig ist ja, dass es so schön ist. Ok, bei Länderspielen hängt auch hier alles so schrecklich voller Fahnen und auch hier gibt es Menschen, die im Park laut Madsen hören, Becks Ice und sich dann ernsthaft wundern, wenn man ihnen den Grill umtritt, aber ok. Wenn man dafür hin und wieder mit so einem Blick belohnt wird, dann kann man da schon sanftmütig werden. Um das Bild ein bisschen authentischer zu gestalten, habe ich oben links übrigens meinen Finger auf die Linse gelegt. Ich hoffe, es gefällt Ihnen so sehr, wie mir.

In meiner Funktion als Superheld (der übrigens dieses Angebot der Avengers abgelehnt hat, weil es wirklich unter meinem Niveau war), der des Nachts aktiv Verbrechen bekämpft, bleibt es bei Auseinandersetzungen manchmal eben nicht auf der verbalen Ebene. Und dann wachste eben am nächsten Morgen auf und siehst, dass dir der Joker doch tatsächlich auf die schönen neuen Schuhe geblutet hat. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Was der sich herausnimmt. Naja, so sicher bin ich mir eigentlich nicht, dass er es war. Vielleicht habe ich auch nur mal wieder den Kampf mit dem Traubensaft aus dem Tetra Pak verloren. Soll laut meiner Waschmaschine auch öfter vorkommen.

Wenn mir langweilig ist und ich Lust auf spektakuläre Fotos habe, benutze ich manchmal meine Kräfte, um vormittags die Sonne zu verdunkeln und dann solche Schnappschüsse zu machen. Ok, es ist ein bisschen unscharf, aber das liegt einfach daran, dass ich mein Equipment bewusst amateurhaft und vor allem trve halten möchte. Ist übrigens derselbe Fluss wie eben schon, nur eine andere Brücke und die andere Richtung.

Jetzt, da es langsam aber sicher Sommer wird, muss man sich daran gewöhnen, dass man solch wunderbar blühende Bäume wohl so schnell nicht mehr zu sehen bekommt. Darum fotografiere ich einfach jeden, den ich sehe und freue mich. Hier habe ich mich auch gefreut. Das ist übrigens noch in Berlin. Wie es sich für einen echten Berliner gehört, schrie mich der Baum beim vorbeigehen an, wie ich es wagen könnte, ihm so nahe zu kommen und dass ich mal lieber mein eigenes Ding machen solle, sondern würde er sich mal ganz schnell vergessen und so. Echter Berliner Baum eben.

Der famose Kumpel Tilman Birr hat ein Buch geschrieben, das On se left you see se Siegessäule heißt und mal so richteh krass professionell rausgebracht wurde. Ich hatte schon die 30 Probeseiten gelesen und fand es spitze, jetzt war der Teufelskerl zufällig beim Leipziger Slam, wo ich ihm dieses Exemplar stehlen konnte. Ich glaube, das Buch ist auch ohne meine Werbung erfolgreich genug, aber ich mache das ja auch aus Überzeugung. 's fetzt.

Was fehlt: Ach, Sie wissen doch: The End has no End