Wäre ich kein Pessimist, würde ich jetzt nicht nicht schreiben, dass mit dem Januar eigentlich auch schon 2012 vorbei ist. Wer es klug anstellt, teilt sich die paar Urlaubstage so ein, dass schon ab Anfang Dezember Urlaub ist, Weihnachten fällt ja eh aus, schließlich geht kurz davor endlich die Welt unter. Aber was, wenn nun doch nicht? Amerikanischen Priestern und zauseligen Wahrsagerinnen kann man nach Falschvoraussagen immerhin die Bude einrennen und ihnen gegen die Glaskugel treten, aber den Maya? Was hilft da? Nach Südamerika fahren und gegen einen Tempel spucken? Indiana Jones hinschicken und ihn mal so richtig drauflosschänden lassen? Oder ruft kurz vorm Weltuntergang – der italienische Weltenkapitan sitzt schon längst auf dem Mars im Trockenen – doch noch Christian Wulff an und lässt die Sache abblasen? Man weiß es nicht. Alles, was man weiß, ist, dass der Twitter-Januar ein ganz bezaubernder gewesen sein muss. Überzeugen Sie sich selbst.
Zum Vergrößern aufs Bild klicken. War gar keine so schlechte Idee vom lieben Björn Högsdal, das mit der Titanic. In der Dezemberausgabe gab's auch schon einen Schnipsel von mir, zu sehen hier. Freut mich. Auch, dass man für jede Zeile 4.000 Euro Honorar bekommt, ist ganz angenehm. Aus studentischer Sicht habe ich damit für 2012 also schon ausgesorgt. Gefeiert wird herrschaftlich mit Tütensuppe und einer Scheibe Brot.
Hätten wir das auch geklärt. So sieht unsere Route für den dreiwöchigen TTZ-Besuch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus. Von Chicago geht's über Detroit und Toronto nach New York und dann wieder zurück in die Heimat. Falls noch jemand Stationen weiß, an denen wir unterwegs unbedingt Halt machen müssen, immer her damit, wir sind für jeden Vorschlag dankbar. Ich freue mich sehr darauf. Ganz besonders auf das Darüber-Berichten.
Berufe, die nicht zur Heimarbeit taugen, Teil 34: Der Köhler. Oder handelt sich wieder nur um einen Studenten, der beim vielen Nichstun Lernen mit einer Zigarette im Mundwinkel eingeschlafen ist und erst später bemerkt hat, dass sich ganz nebenbei die Bude entzündet hat? Man weiß es nicht.
Es bleibt ein leidiges Thema, diese Lernerei. Immerhin erfährt man dabei immer mal etwas Neues. Zum Beispiel den Wandel von Identitäten in Bezug auf die historische Kriegsvergangenheit eines Staates. Oder warum es eine klare Sache, aber ein steiniger Weg dorthin war, dass Kroatien jetzt EU-Mitglied wird. Ich empfehle man die Dokumentation Bruderkrieg in Jugoslawien. Geht fünf Stunden lang, lohnt sich aber sehr.
Ich hätte wirklich Hellseher werden sollen. Meine Prophezeiungen stimmen nachwievor. Natürlich schneit es jetzt. Ist ja schließlich kein Sommer und der Winter läuft gerade mal seit einem Monat. Natürlich wird es jetzt kalt. Wird ja auch gerade einmal Februar. Und das wird auch erst im April wieder freundlicher. Ok, dass es auf dem Bild wie thermonuklearer Winter anmutet, ist ein bisschen übertrieben, aber es schneit halt. Und das ist ja kurzzeitig auch mal ganz schön. Auch wenn es von mir aus ab nächster Woche wieder Frühling werden könnte.
Zum Vergrößern aufs Bild klicken. Calvin und Hobbes natürlich. Wenn man so will der beste Cartoon der Welt. Volltrunken an Weisheit, Weltschmerz und Witz. Unbedingte Empfehlung: Eine Auswahl der 25 besten Strips aus vielen Jahren Calvin & Hobbes gibt es hier (klick), bzw. alle Strips gibt es in dieser schönen Sammlbox, die ich (mal wieder) empfehlen möchte.
Und hier hat jemand 'BAM BAM BAM' auf das Geländer der Holzbrücke im Park geschrieben. Find ich gut. Immerhin ist 'Bam!' so etwas wie mein Motto. Es passt auf so viele Lebenslagen. Sei es, dass man mit dem kleinen Zeh gegen die Türschwelle tritt ('BAM!') oder bei Scrabble mit nur einem Wort die 100-Punkte-Marke durchbricht ('BAM!'). 'Bam!' ist das Zen der westlichen Welt. Wer 'Bam!' sagt, muss nicht auch 'Boocha' sagen, denn er oder sie hat bereits alles gesagt.
Meine Erfindung der Woche: Die automatische Runterscroll-Vorrichtung. Macht sich wirklich gut, wenn man keine Lust hat, zehn Minuten lang die Bild-Ab-Tast zu drücken, arbeitet zuverlässig und fast so gut wie der Gerät, so die Expertenmeinung. Vielleicht wäre ein Ingenieursstudium doch die richtige Entscheidung gewesen. Schade, wenn man solche in den eigenen Untiefen verborgenen Talente erst so spät bemerkt.
Ok, an der Uni sind wir wohl eher als Suffköppe verschrien, aber das sind eigentlich alle Studiengänge, bis auf die Leute von den Kommunikations- und Mädchenedienwissenschaften vielleicht. Wir kennen gerade genug SPSS, um alle zu beeindrucken, die nicht wissen, was SPSS ist (das sind glücklicherweise die meisten) und wenig genug, um neben den wirklichen Cracks schon wieder cool zu wirken. Wir verfügen über genügend Fremdwörter, um unser tägliches Zeitunglesen wie eine Wissenschaft erläutern zu können und wir wissen, wo es das billigste Bier gibt. Nicht, weil wir unheimlich viel trinken, sondern weil wir so effizient arbeiten, dass quality time kein Fremdwort für uns ist. Aber wir wissen auch bloß nicht, wie man den Nahostkonflikt nachhaltig lösen kann, obwohl wir darüber reden. Und reden können wir gut. Auch wenn wir in den Gesprächen über Politik meistens jene sind, die ‘Naja, man könnte das aber auch so sehen’ sagen oder einfach nur wissen wollen, ob noch jemand Zigaretten hat. Und manchmal haben wir ja auch wirklich ein bisschen zu tun. Zum Beispiel jetzt gerade. Was auch der Grund dafür ist, warum hier so wenig passiert.
Geht los jetzt. Wir brauchen ein Album. Und mit Album meine ich keine so schrecklich typische Poetry-Slam-Sprech-CD, sondern ein Album, mit Wumms und so. Falls jemand mithelfen möchte, sei es in puncto Cover, Aufkleber oder Tshirt-Gestaltung oder megakrasse Beatproduktion, ist er/sie natürlich herzlichst dazu eingeladen. Einfach bei uns melden, wir sind für jede Hilfe dankbar. Mal schauen, wann wir den ersten Vorgeschmack liefern können. Rap aufnehmen ist doch schon eine diffizile Geschichte. Ständig schlägt man aus Versehen mit der Pistole gegens Mikrofon, dauernd schreien die Hoes dazwischen und wieder und wieder wird man unterbrochen, weil man sich neue Goldketten kaufen muss. Aber wir kriegen das hin.
Das hier ist einer von Leipzigs berühmten Durchgangshöfen. Diese wurden errichtet, damit Warenlieferanten einfach auf der einen Seite in das Haus hineinfahren, ihr Zeug abladen und dann ohne zu wenden am anderen Ende des Hauses wieder heraus fahren konnten. Die hier zu sehende Mädlerpassage ist darüber hinaus die erste überdachte Passage, da es tatsächlich erst Mitte/Ende des 18. Jahrhunderts möglich wurde, Glasdächer zu bauen. Außerdem ist sie natürlich sehr hübsch und beherbergt total goethemäßig Auerbachs Keller, wo dereinst schon der Teufel höchstpersönlich gespeist haben soll, während so ein verrückter Zauberer auf einen Fass durch die Gegend flog.
Schön lernen, jaja. Und immer noch die Europäisierung Südosteuropas, oder wie man gemeinhin sagt, des Balkans. Sehr interessant, hätte ich nie gedacht, allerdings ein so unglaublich weites Feld, dass man zwar ganze Bücher darüber lesen kann, es im Endeffekt aber immer noch drei andere Bücher gibt, die noch viel darüber erzählen können. Immerhin, ich weiß jetzt, warum Montenegro den Euro hat, obwohl es nichtmal in der EU ist ist und wieso Griechenland es doof findet, dass Mazedonien Republik Mazedonien heißen will. Ich verrate aber nicht warum. Googlet doch selbst.
Mein neues Allzeitlieblingsvideo. Diese Mädchen dürfte gern meine Cousine sein. In jedem Fall hat sie sich schon als mehr als cool ausgewiesen. Tja, da werden wohl manche Väter weinend aus dem Fenster gesprungen sein, als sie mit ansehen mussten, wie cool dieses Kind ist. Ich mag ja Kinder nicht besonders, was ich als Zeichen meines Junggebliebenseins deute. Aber wie gesagt, als Cousine würde ich das Mädchen sofort in den Herrmann-Clan integrieren. Sicherlich kann sie auch rappen. Etwas Cypress-Hill-mäßiges schwebt mir da vor. Jedenfalls sollten Parkway Drive in den kommenden Jahren lieber mal aufpassen, sonst sind sie ruckzuck nur noch die Nummer Zwei im Südpazifik.
Der gute Max Beckmann als Karnevalist. Nicht, dass jemand denkt, ich hätte das illegal in der bis gestern laufenden Beckmann-Ausstellung gemacht. Das Foto ist ein abfotografiertes Foto besagten Beckmann-Bildes. Das zufällig in der aktuellen Beckmann-Ausstellung zu sehen war, ja. Aber da kann ich ja nichts für. War eine gute Ausstellung, wenn sie auch ein bisschen zu sehr gehypet war, dafür dass die Gemälde in der absoluten Unterzahl waren. Aber immerhin die tollen Großstadtgrafiken waren zu sehen. Und von mir aus hätte die ganze Ausstellung aus Beckmann Bildern der zwanziger Jahre bestehen können. Da mag ich ihn am liebsten.
Und dann war endlich wieder Lesebühne. Quasi unser vierter Geburtstag, auch wenn der sich erst im April so richtig zum vierten Mal jährt. Wie immer eine wunderbare Veranstaltung, die mittlerweile extrem gut besucht ist. Da müssen wir uns echt etwas einfallen lassen. Mein ewig langer, 12-seitiger Text, trug den klangvollen Namen 'Historischer Mathe-Realismus'. Krasses Wortspiel, werdet ihr denken und deshalb nicke ich vorsorglich. Kam, glaub ich, ganz gut an und das freut mich. Schließlich soll daraus mal etwas mehr als nur so eine schnöde Reihe werden. Aber mal sehen.
Action-Aufnahme von der Lesebühne. Am Tastentelefon kein Geringerer als Julius, direkt vor der Linse der nadelgestreifte Frauentraum Kurt Mondaugen. In diesem Moment brachte Kurt sein monumentales City-Tunnel-Lied zur Uraufführung und ich glaube, ich liege nicht falsch, wenn ich sage, dass nicht nur meine Unterwäsche in diesem Moment etwas klamm wurde. Auch schön im Gedächtnis geblieben sind natürlich die Schnitzelgeschichten des famosen Herrn Michael Schweßinger, der wie kein Anderer von Schnitzeljunkies, Schnitzelmystikern und Schnitzelschnitzern zu berichten weiß.
Das obligatorische Zugbild. Ja, so fühlte sich das auch in meinem Kopf an. So wie es sich immer anfühlt, wenn sich das Wetter ändert oder mein Kopf einfach so meint, er müsse mal wieder unendliche spontane Schmerzen entwickeln. Da hilft dann nicht mehr viel, außer das gute Gewissen, sie eine total krasse Künstlerkrankheit zu haben, die man generell gern nur den kreativsten der Kreativen andichtet. Kopfschmerzen, quasi mein Ticket in die künstlerische Hoheliga. Yeah!
Und so sieht eine vollgekrakelte Seite unseres Gästebuchs aus. Wer gute Augen hat, mag durchaus etwas erkennen. In jedem Fall ist es nur Gutes. Mittlerweile fällt das Gästebuch so langsam aber sicher auseinander. Aber es ist eben noch nicht voll, darum wird es eisern und immerfort geklebt, bis auch die letzte Seite beschrieben ist. Wobei es vermutlich schon längst voll wäre, wäre es nicht irgendwann 2009 mal für ein halbes Jahr verschwunden gewesen. Bis heute hat es uns jedenfalls noch nicht erzählt, wo es damals gefangen gehalten wurde. Und das soll es auch nicht unbedingt wieder erleben müssen.
Die bekannte Gegenwarts-Philosophin Kim Kardashian erklärt uns ihr Verständnis von guten Vorsätzen fürs neue Jahr: 'Ich will 2012 etwas schlichter werden. Deshalb habe ich meinen Twitter-Hintergrund jetzt einfarbig gemacht' (geklaut aus der inTouch). Na wenn damit nicht gleich der halbe Welthunger gestillt ist, dann weiß ich auch nicht. In welches Land der Friedensnobelpreis in diesem Jahr geht, hätten wir damit ja geklärt.
Backstage bei der Erfolgslesebühne LMBN im Dortmunder Domicil. Was dort offen rumliegt ist das Skizzenbuch des fanastischen Live-Painters Artur Fast. Auf seiner Seite gibt es auch die live entstanden Kunstwerke von letzter Woche (klick) zu bestaunen. Auch krass: Wenn man plötzlich gefragt wird, ob man nicht vielleicht Lust hat, ein Buch zu schreiben. Bei einem krassen Verlag. Da blieb mir nur zu sagen: w00t?. Ich kleiner Depp? So ein echtes Buch? Mit so Seiten und Menschen, die das vielleicht lesen und womöglich noch ihre Meinung dazu ins Internet schreiben? Na holla.
Ein Insider-Witz. Ich hatte nicht gewusst, dass man bei LMBN ein Buch vorstellen muss. Und es wäre auch viel zu uncool gewesen, einfach das Buch, das ich gerade lese und sowieso dabei hatte, zu nehmen. Daher traf es sich gut, dass Herr Strauß gerade ein ganzes Kompendium an Dübel-Handbüchern dabei hatte. Ich habe lieber nicht nachgefragt, warum er die drei Exemplare dabei hatte, aber es wird schon seinen Grund gehabt haben.
Das ist Bochum. Dort drin kaufte ich mir das wohl ekelhafteste Frühstück, das ich je gegessen habe, aber das war eher nicht die Schuld der Stadt. Über Bochum weiß ich nicht viel, außer dass einer der bekannsten Einwohner der Stadt Sebastian23 heißt und ich weiß, wo er wohnt. Er ist ein sehr netter Mensch. Darüber imponieren mir Menschen, die Wohnungen mit mehr Zimmern haben, als es zum Geradeso-Überleben braucht, immer total. Es muss ein tolles Gefühl sein, sich gar mir ausgestreckten Armen um die eigene Achse drehen zu können, ohne dabei gegen mindestens zwei Wände oder einen der drei Mitbewohner zu schlagen. Aber das ist Luxus und auch nicht wirklich real.
Der großartige Kollege Nico Semsrott vertickt seit Neustem Unglückskekse an seine Fans. In denen sind dann lustig demotivierende Sprüche wie der obige zu lesen. Schön sind insbesondere die total authentischen Rechtschreibfehler. Auf diese Weise bekommt der geneigte Kekskäufer eine unglaubliche Nähe zum Kabarettstar Semsrott vermittelt. Man fühlt sich fast schon mit ihm in seinem Scheitern verbunden. Andere tolle Merchandise-Ideen wären signierte Nico-Semsrott-Colts, Medikamenten-Roulette-Spiele und Brillen, die so dunkel sind, dass man schlichtweg gar nichts mehr sieht, quasi das Gegenstück zur rosaroten Brille.
Das obligatorische Zugbild. Untwegs von Leipzig nach Dortmund vielleicht. Oder auf dem Rückweg von München nach Leipzig. Wer weiß. Die Zugbilder sind wahrscheinlich sowieso die uninteressantesten. Ebenso wie der Text unter ihnen, der zumeist eh nur aus den Fingern gesaugter Quatsch ist, denn niemand lesen will, lesen kann und natürlich auch liest. Aber sie zeigen eben so herrlich die Hektik und Vergänglichkeit unserer Existenz zugleich. Vielleicht wird das irgendwann mal irgendeinen findiger Galerist erkennen und dann macht er mich berühmt und dann habe ich plötzlich ausgesorgt. Und dann kommen Menschen und fragen, was ich mache und ich sage, dass ich oft Zug fahre und meine Kamera eine Sekunde lang ans Fenster halte, ein Foto mache und damit 50.000 Euro auf einen Schlag verdiene. Und dann werden die Leute lachen und ich werde lachen und alle sind glücklich, wie schön.
Mein Zugbegleiter las inTouch. Kann man ihm nicht verübeln. Würde die inTouch irgendwo herumliegen, würde ich sie vermutlich auch lesen. Ich lese ja sogar die Bahn Mobil, weil die immer im ICE rumliegt. Und wenn es vielen Menschen so wie mir ergeht, dann weiß man jetzt auch, wie das mit dem Nationalsozialismus so einfach funktionieren konnte. Lag ja überall herum, der Schund. Das führt mich zu der Frage: Ist die inTouch ein politisches Magazin? Ist sie vielleicht sogar das Kampfblatt der Partei DIE PARTEI? So viel Seichtheit ist immerhin fast schon wieder Kunst und erfordert eine Menge Arbeit. Ich weiß, wovon ich spreche.
Das dort ist das Leipziger Märchenschloss aka the Neues Rathaus. It's very beautiful and kicks asses of Rathauses all over Germany, ok may be not the Munich one. The Neues Rathaus is directly connected to the so called Innenstadt. If it's saturday and you're stupid enough to go there you'll be basically overrun by crazy shopping-people, hit by their viel zu großen Einkaufstüten and ridiculed by the fun they have spending tons of money. You're not even allowed to drive your bicycle in the Innenstadt, because if you do, you're to fast unterwegs to halt mal kurz an and buy something. And that's not what they want.'
I get up, go out, and everything is changed. The blood drains from my head, the noise of things bursting, merging, avoiding one another, assails me on all sides, my eyes search in vain for two things alike, each pinpoint of skin screams a different message, I drown in the spray of phenomena. (Beckett)