Am Abgrund der eigenen Empfindsamkeit scheint jede Handlung, möge sie auch noch so klein sein, allzu überladen mit Bedeutsamkeit. Jede Bewegung, jeder Blick, jedes Wort trifft. Was also tun, wenn es einen übermannt, als es nur zuzulassen, in der Hoffnung, es möge so schnellstmöglich wieder abfließen? Wahrscheinlich ist dies das Los, das man hat, als Sklave der eigenen Empfindung.
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Jessica
25. April 2010
Empfindsamkeit ist wie Wasser, ohne es würde man verdursten, und in Fluten davon würde man ertrinken. Wenn bei mir die Flut kommt, mache ich es wie die Mangrovenaffen: lasse ich mich nicht allzu lang treiben, sondern schwimme mal ein bisschen mit, mal ein bisschen gegen den Strom, und suche mir bald einen hohen Baum, an dem ich mich festhalten und auf dem ich ausharrend alles überblicken kann. So einen Baum sollte man immer in der Nähe haben.