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Against Me!: Untitled

ATMOSPHÄRISCHER PROLOG:
Jetzt schmilzt die ganze Stadt. In Stuttgart war das schon so in Esslingen auch. Überall Pfützen, besonders in Stuttgart, und dazu noch Regen. Weil die Stadt in einem Kessel liegt, der voll Wasser läuft, drumherum ist Deutschland, der Rest, wenn man so will. Diese egozentrierte Perspektive ließe sich natürlich auch im Harz annehmen, zum Beispiel, wenn man auf dem Brocken steht, oder auf dem Hexentanzplatz, aber es ging nun einmal um Stuttgart.
Auf dem Weg dorthin bedrohte mich Kind. Ein kleines Kind, das andauernd nach meinem Rucksack griff, weswegen ich mich nicht getraute, auf die Toilette zu gehen. Ich befürchtete, das Kind könnte meine Sachen durchwühlen und durch den Zug werfen, gerade, wo ich doch Bücher aus der Bibliothek dabei hatte. Ich trank viel Tee an diesem Tag. Die barocke Kindsmutter reagierte nicht ob ihres Kindes Fehlverhalten. Ich fühlte micht nicht sicher genug, die Mutter zu einer Reaktion zu motivieren, denn es mangelte mir an einem Angst einflößenden Jackett, in dem ich sie streng hätte tadeln können. Nicht nur ich wünschte, der Zug würde abrupt zum Stehen kommen, wenn der kleine Mensch wieder einmal schreiend auf einer Armlehne tänzelte. Im Schwabenland angekommen ging es demnach direkt auf die Bahnhofstoilette, die voller Hakenkreuze war und sicher noch ist. Gezeichnete, an den Wänden, von Verrückten, die in der Kabine nebenan bedenklich häufig und kichernd die Nase hoch zogen.

EEEEH:
In Stuttgart soll der Bahnhof unter die Erde gebracht werden. Das heißt oben nur eine Rolltreppe und unten drunter ein riesiger Bahnhof. Das wäre sicher einzigartig. Dazu muss auch ganz viel von der Stadt und nicht zuletzt natürlich der Bahnhof selbst abgerissen werden, wodurch sich eine Menge Baufläche gewinnen lässt, um teure Wohnungen drauf zu bauen, denn in Stuttgart sind Wohnungen nicht billig, sprich teuer. Dummerweise müssen dabei viele Kultureinrichtungen dran glauben.
Das macht die Stadt einfach, bald geht’s los. Auf die gleiche Art und Weise, wie immer wieder die Auslandseinsätze der Bundeswehr verlängert werden. Genau so, wie sich Obama jetzt Stück für Stück selbst seine Glaubwürdigkeit nimmt. Repräsentation heißt schließlich auch nicht Repräsentativität. Delegation ist das Stichwort. Die Regierenden sind eben nicht ein getreues Abbild der Bevölkerung, sondern sie machen den Volkswillen einfach selbst. Stichwort Abstraktion. Clevere Bürschchen all das. Um dagegen noch etwas unternehmen zu können, kann man den Delegierten die Umsetzung ihrer Entscheidungen wohl nur noch vorweg nehmen. Wie wäre es also, wenn man die Dresdner Neustadt einfach von selbst abrisse, oder Connewitz? Und im Gegenzug der Kirche einfach freiwillig sein ganzes Geld spenden. Dann schön am Wochenende nach dem Mittagessen raus ins Freie und ein wenig den Vorschlaghammer geschwungen. Schon einmal anfangen, den Stuttgarter Hauptbahnhof zu demontieren, kommt nur der Allgemeinheit zu Gute.
Ich bin sicher, die Städte und auch die Bundesregierung hätten wenig dagegen, solang man nur den Stadtentwicklungsplänen folgt.

EPILOGISCHES GESPRÄCHSGIMMICK:
“Mich interessiert dieses technische Zeug nicht so, ich bin lieber die ganze Zeit kreativ.”

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