Nicht, weil man auf diese Weise nicht enttäuscht werden könnte, das mag sein, aber darum geht es nicht. Am schönstens ist's, nichts zu erwarten, weil es erst die Möglichkeit schafft, sich vom kleinen Entgegenkommen der eigenen Umwelt berühren zu lassen, für ein paar Stunden aus dem schützenden Unnahbarkeitspanzer zu steigen, die kleinen Gesten schätzen und auch Nuancen der Freundlichkeit wahrnehmen zu lernen. Das klingt nach Hippiescheiße, An-den-Händen-Gehalte und gemeinsamem Obertonsingen, muss es aber nicht. Wahrscheinlich habe ich erst, nachdem ich genau das verstanden hatte, verstanden, wie sich jemand über ein paar Handschuhe freuen kann, oder über eine geschenkte Riesenflasche Waschmittel, womöglich aber bin ich einfach nur älter geworden. Das klingt nach feinster Konsumshörigkeit, sodass man Weihnachten schon froh sein kann, wenn man wenigstens Gutscheine für irgendeine Aktivität geschenkt bekommt und keine Geräte, die das passive Dahindämmern vom Benutzer geradezu heraus fordern, soll es aber nicht, vielleicht freue ich mich einfach nur darüber, wenn sich jemand wirklich Gedanken gemacht hat. Klar, der ganze Satz kann an sich schon nicht wirklich wahr sein, höre ich die Logikerstsemester rufen, aber ihr wisst, was ich meine. Was ich vielleicht meine ist, dass man versuchen sollte, die Fähigkeit, sich überraschen zu lassen, nicht zu verlieren. Vielleicht muss man beides ja immer gemeinsam denken, dieses Nichts-Erwarten, das wiederum in sich die Fähigkeit birgt, überrascht werden zu können. Ja. Denn nur auf diese Art ist es möglich, dass ich nun hier sitze und mich über das kleine Päckchen freue, das ich heute in die Finger bekam, dass ich hier sitzen und grinsend Satie hören kann, irgendwo in dieser lustigen Zusammenstellung von Songs. Wahrscheinlich habe ich längst alles zerredet, aber ich habe zu gute Laune, das jetzt noch zu ändern. Machen wir's kurz: Ich habe mich sehr gefreut. Dankeschön!
Und jetzt bin ich beschäftigt.




