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50 Shades of nee, ey [9]

Was gehypte Literatur angeht, bin ich ein Mainstreamer vor dem Herren. Ich musste einfach Twilight und The Hunger Games lesen. Jetzt also die 50 Shades-Trilogie. Viele Leute haben bereits darüber gesprochen und geschrieben, obgleich ich bezweifle, dass viele von ihnen sie überhaupt gelesen haben. Das mache ich anders. Ich lese sie. Und damit man einen Eindruck davon bekommt, was ich dabei durchlebe, hier mein gestückelter Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns bei Teil 3 – 50 Shades Freed (englische Ausgabe), Kapitel 11 bis 19 (71%).

Hier geht’s zu (Buch 1) Teil 1, Teil 2, Buch 3, Teil 4.

Hier geht’s zu (Buch 2) Teil 5, Teil 6, Teil 7.

Hier geht’s zu (Buch 3) Teil 8, Teil 9, Teil 10.

Achtung, Spoiler:

Erinnern wir uns zurück an den Anfang von Buch 3:
Jack Hyde, Anas ehemaliger Boss, ist in Christians und ihre Wohnung eingedrungen und hat so lange das Interieur kaputtgehauen, bis er selbst von einem Securitymann kaputtgehauen wurde. Ana ist glücklicherweise nichts passiert, denn sie war zum Zeitpunkt des Einbruchs gerade saufen. Christian findet das trotzdem nicht gut. Wie könnte er auch, denn immerhin hat Anastasia ja nicht gehorcht, noch dazu, weil Christian zu diesem Zeitpunkt am anderen Ende des Landes weilte und extra wegen Ana seinen Businesstrip abbrechen musste.

Das Wichtigste gleich zuerst: Christian ist wieder zu Hause. Er trägt eine abgewetzte Jeans, in der er einfach u m w e r f e n d aussieht. Also wirklich großartig, so richtig sex-on-legs-mäßig. Außerdem ist er wunderschön und toll und ganz ganz klasse. Dies erfahren wir auf etwa jeder dritten Seite.
Aber wie dem auch sei, Ana ist sauer auf Christian, weil Christian sauer auf sie ist. Und Christian ist sauer auf Ana, weil Ana dauernd Dinge tut, ohne ihm Bescheid zu sagen, fast so wie ein richtiger Mensch mit eigenem Willen. Und immer, wenn Ana eigenmächtig wird, bekommt Christian total Lust, sie dafür zu bestrafen und ihr weh zu tun. Aber Ana ist sich sicher, dass er ihr nie weh tun würde (außer vielleicht das eine Mal mit dem Gürtel, aber seither ist Christian ja geläutert). Die beiden haben also (mal wieder/wie immer) Zoff. Und es passiert das, was immer passiert: Ana verlangt jetzt endlich (aber wirklich, also jetzt tatsächlich!) klärende Worte. Christian schlägt vor, erstmal ins Bett zu gehen und miteinander zu schlafen. Ana besteht auf ihrem Recht auf Information (also wirklich jetzt!). Christian fragt Ana, ob sie heute schon etwas gegessen hat. Ana errötet und die Sache ist geklärt.

Krass, dass der wunderbare Christian Grey, Multimilliardär und Entrepreneur par excellence auch noch kochen kann! Ana bekommt eine Augenbinde um den Kopf geschnürt, wird mit gefüllten Weinblättern und Weißwein befüllt und dann geht es ab ins Spielzimmer. Dort schnürt Christian sie auf ein Kreuz und es geht weiter. Natürlich hat Christian im Gegensatz zu Ana nicht vergessen, worum es hier geht und so beginnt er, sie immer wieder mit einem Vibrator bis kurz vor einen Orgasmus zu bringen und dann abrupt aufzuhören, sodass Ana fast kaputt geht. So geht es ein paarmal hin und her, bis Ana entnervt das ausgemachte Safeword (Taylor-Swift-Fans aufgepasst: Das Safeword ist „Red“) benutzt und keine Lust mehr hat. So kann es wirklich nicht weitergehen. Immerhin hat sie ihm doch schon tausendmal gesagt, dass sie ihn nicht als Sexgespielin geheiratet hat, die ihm bedingungslos gehorcht und sich ihm unterwirft. Da wird Christian plötzlich redselig. Er macht das doch nur, weil er Ana beschützen will. Denn mittlerweile weiß Christian, dass ihr ehemaliger Chef Jack Hyde als getarnter Lieferbote ins Haus gekommen ist. Und in dem Van, den er unten in der Tiefgarage geparkt hat, hatte er eine Matratze und allerlei Knebelutensilien mitgebracht. Ana versteht mal wieder gar nichts, deshalb sagt es Christian endlich mal klipp und klar: Jack Hyde wollte Ana kidnappen, um Christian zu erpressen. Oh mein Gott!

Außerdem hat sich endlich herausgestellt, was ein/e denkende/r Leser/in natürlich schon längst weiß: Jack Hyde hat am Ende es ersten Buches Christians Hubschrauber manipuliert und ihn beinahe umgebracht. Außerdem war er auf den Überwachungsbändern aus dem Serverraum in Christians Elternhaus zu sehen, bevor dieser in Flammen aufging. Die Polizei hat sogar eine Blaupause es Hubschraubers bei Jack Hyde gefunden. Und irgendwie scheint all das mit Detroit zusammen zu hängen. Detroit! Dort, wo Christian geboren ist, du meine Güte!

Es folgt das Übliche: Die beiden hängen noch ein bisschen im Bett ab, Christian hat Angst, das Ana ihn nicht mehr liebt oder gar hasst und Ana erklärt ihm, dass das nicht stimmt. Dann glaubt ihr Christian nicht, weshalb sie es noch fünfmal sagt, bis es dann endlich okay ist. Dann schlafen sie ein. Als Ana wieder erwacht, hat Christian gerade einen Alptraum. Ana weckt ihn und Christian ist wie verhext. Er packt sie und fällt sofort über sie her, drückt sie ins Bett und nimmt sie einmal komplett. Mrs Grey ist natürlich etwas überrumpelt, aber bereit wie sie ist, kommt sie natürlich zuverlässig ein paarmal für ihren Mann, dann versichern sie sich noch ein paarmal ihrer unendlichen Liebe und gehen schließlich ins Bett (also das richtige).

Mitten in der Nacht wacht Ana auf, weil der Platz neben ihr leer und kalt geworden ist. Wo zum Teufel ist Christian schon wieder? Ach so, er sitzt mal wieder melancholisch am Flügel und spielt Chopin (lol). Sein Alptraum bestand übrigens daraus, dass er träumte, Ana wäre tot. So etwas hört man doch gerne mitten in der Nacht. Dann gehen sie wieder schlafen und alles ist gut. Naja, so halb, immerhin dreht Christian gerade ein bisschen ab. Dafür eröffnet er Ana aber direkt am nächsten Morgen etwas total Tolles: Sie fahren nach Aspen! Ja, Aspen! Ana hat doch letzten bei dieser Spendengala 24.000 Dollar für ein Wochenende mit Christian Grey geboten. Und das soll sie nun einlösen. Nur Ana ist verwirrt: Ist Aspen nicht total weit weg? Aber Christian versichert ihr: Hey, nicht mit meinem, pardon, unserem Privatjet. Achso, ja! Ana hat schon wieder vergessen, dass sie als Gattin von Christian Grey (ohne Ehevertrag!) auch Multimilliardärin ist. Lustige kleine Ana.

Das Beste jedoch ist: Kate, Elliot, Mia und Ethan sind auch mit von der Partie! Die ganze Familien-Liebesbande auf einem Haufen, ist das nicht schön. Zur Erinnerung: Kate ist Anas ehemalige Mitbewohnerin und mit Christians Bruder Elliot liiert. Mia ist Christians Schwester und mit Kates Bruder Ethan zusammen. Unnötig zu erwähnen, dass alle unendlich hübsch, jung und erfolgreich sind, oder?
Während des Fluges plaudern alle über Jack Hyde und seine Verbindung nach Detroit. Hyde ist ebenso ein Waisenkind wie Christian, allerdings stammt er nicht von einer Crackhure, sondern ist der Sporn einer Alkoholikern und eines Schlägers, der irgendwann eine Einhundertachtziggraddrehung gemacht hat und ein Princeton-Stipendium ergattern konnte. Typisch Detroit eben. Ob er wohl Komplizen hat? (Ja ja, reden wir nicht drumrum, wir alle wissen es doch längst!) Aber Christian wiegelt ab, Elena (also Mrs Robinson, Christians Ex-Meisterin, die ihm beigebracht hat, wie man Sex macht) war es ganz bestimmt nicht, immerhin hat er seit seiner Geburtstagsfeier und dem Cocktail-Eklat nicht mehr mit ihr geredet.

Natürlich ist Christians Haus in Aspen ein wahrgewordener Traum. Riesengroß, unendlich teuer, aber alles nicht der Rede wert, denn Anastasia ist tausendmal wertvoller und so weiter und so fort. Alle sind begeistert, nur Kate ist ein bisschen mürrisch. Ob es vielleicht daran liegt, dass Star-Architektin Gia, auf die Ana auch schon einmal eifersüchtig war, das Haus designt und
ihr Freund Elliot es nach ihren Plänen gebaut hat? Ob da wohl etwas lief? Immerhin soll Elliot doch halb Seattle im Bett gehabt haben. Nunja, zuerst einmal beschließen alle, etwas gegen vorherrschende Geschlechterklischees zu tun. Deshalb gehen alle Jungs angeln und alle Mädchen shoppen, supi. Ana kauft ein Kleid für 850 Dollar, Schuhe für 1.000 Dollar und eine Kette für 85 Dollar. Die Männer fangen einen Fisch. Und dann passiert es: Durch ein Schaufenster beobachtet Ana Elliot, wie er in einem Juwelier verschwindet und anschließend mit Gia auf der Straße witzelt. Oh mein Gott! Was hat das zu bedeuten? Ana beschließt, Kate vorerst nicht damit zu behelligen. Außerdem gibt es zu Hause erstmal ganz klischeehaft Cocktails und Kaminfeuer. Dabei gesteht ihr Kate, dass Elliot in letzter Zeit ein wenig abwesend ist. Mysteriös, mysteriös. Nicht so mysteriös wie Christian Grey, aber doch irgendwie geheimnisvoll. Aber er ist ja nicht umsonst Christians Bruder.

Danach geht’s in ein Restaurant. Ana braucht mehrere Stunden, um sich fertig zu machen, Christian zieht einfach eine Jeans, ein weißes Hemd und ein schwarzes Sakko an und sieht sofort göttlich aus. Im Nobelrestaurant angekommen ist alles ganz ganz toll. Christian redet mit Ethan über Psychologie und obwohl Ethan Psychologie studiert, weiß Christian viel mehr darüber, weil er so verdammt gebildet ist. Nur Kate und Elliot sind ein bisschen angespannt, warum nur? Und dann passiert es: Elliot zieht seinen Stuhl zurück und macht Kate einen Heiratsantrag! Oh. Mein. Gott.

Später in einem Club ist alles noch so viel schöner. Es gibt 400-Dollar-Champagner und Wasser für Ana, weil sie schon wieder den ganzen Tag gepichelt hat. Kate ist noch immer ganz aus dem Häuschen. Endlich kommt auch sie unter die Haube. Das hätte sie ja schon fast nicht mehr geglaubt, wo sie doch schon 22 Jahre alt und damit fast verbraucht ist. Wie gut, dass sie durch das Einheiraten in die Grey-Familie auch gleich für immer ausgesorgt hat. Na gut, erst einmal tanzen. Ana ist mit dabei und völlig am Abdancen, als sie plötzlich zwei Hände auf ihren Hüften spürt. Christian, natürlich. Sie greift die Arme un führt sie direkt zu ihrem Hintern, als sie bemerkt, dass die zugehörigen Hände so behaart sind und Christian doch eigentlich gar keine, oh oh.
Und dann bemerkt Ana, dass sie gerade einen blonden Typen ihren Hintern hat erkunden lassen, dem sie zur Belohnung direkt mal eine Ohrfeige gibt, weil wir kann er denn und so. Glücklicherweise ist Christian nicht in der Nähe, denn der reagiert bei so was ja immer etwas, ach je, da kommt er schon und gibt dem Blonden auch noch einen Kneipenschwinger mit. Aber diesmal ist Christian Ana nicht böse. Auch nicht wegen der Paparazzi (Christian hat eh total gute Anwälte). Nein, denn er wird ja immer besser in all dem Beziehungszeug und deshalb tanzen sie beide gemeinsam noch ein bisschen (und Christian sieht nicht nur fabelhaft aus, er kann auch ganz ausgezeichnet tanzen!) und fahren dann nach Hause.

Am nächsten Morgen, Ana hat nicht einmal einen Kater (wahrscheinlich kann Christian einfach auch da etwas machen), gibt es erstmal ein bisschen Blümchensex. Das heißt nein, zuerst soll sich Ana mal ein bisschen wehren und tut das auch, aber dann ist das auch irgendwie vorbei und es gibt Blümchensex mit ganz viel eternal love und dem ganzen Zeug. Dann geht’s auf zum Wandern und anschließend zurück nach Seattle. Die Pläne für das neue Haus (Na, wer hat sie entworfen? Richtig, Maneaterin Gia. Und wer soll sie realisieren? Korrekt, Sexmonster Elliot!) sind super. Bald werden Ana und Christian also an der Westküste in ihrem eigenem Riesenhaus wohnen, wie toll. Und wie gelöst Christian (der unglaublich gut aussieht) doch immer ist, wenn seine Freunde und Familie um ihn herum sind. Da kommt Ana ein tiefenpsychologischer Supergedanke: WER WEiß, VIELLEICHT MUSS CHRISTIAN NUR SEINE EIGENE KLEINE FAMILIE HABEN, UM UNENDLICHES GLÜCK ZU FINDEN? (Och bitte…) Immerhin vermisst er ja das ganze SM-Zeug gar nicht mehr so richtig, weil Ana ihm die Freuden des Blümchensex nahe bringt.

Wenn sie jetzt noch nicht das Buch zerrissen haben, erfahren Sie, dass Ana wieder auf Arbeit ist. Falls Sie sich nicht mehr daran erinnern: Ana wurde nach zwei Wochen als Assistentin des Cheflektors selbst Cheflektorin. Außerdem hat Christian mal eben den ganzen Verlag gekauft. Und in fünf Tagen hat sie Geburtstag, was für ein Zufall. Ana will jetzt richtig Business machen, doch da meldet sich Leila an der Rezeption. Oh mein Gott, Leila! Christians verrückte Ex-Sexsklavin, die im zweiten Teil mit einer Pistole in seiner Wohnung aufgelaufen ist. Ana ist außer sich. Was will die Alte? Und wie konnte sie überhaupt reinkommen, ohne dass Christians Sicherheitspersonal sie davon abgehalten hat (Die Erklärung, kein Witz: Die Sicherheitschefin war auf der Toilette). Ana jedenfalls will tatsächlich mit Leila reden. Schließlich ist sie total selbstbestimmt und so weiter und stört sich kaum daran, dass Leila noch vor geschätzt drei Wochen ihr Auto demoliert und mit einer Knarre in Christians Wohnung saß, um ihn über den Haufen zu schießen.

Leila jedenfalls erzählt lustiges Zeug. Sie und andere Ex-Sexsklavinnen von Christian haben den so genannten Sub-Club gegründet, quasi ein Club der Ex-Gespielinnen. Und eigentlich wollte Leila nur mal vorbeikommen und Christian danken, dafür, dass er ihr ein Kunststudium bezahlt und sie nicht hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Außerdem sei es total super, dass er Bilder von ihr gekauft habe. Ana wird hellhörig. Das hatte Christian ist komischerweise gar nicht erzählt und schon bekommt der mysteriöse Mr Grey eine ganz andere Färbung. Und da ist er auch schon, der Mann der Stunde. Christian stürmt ins Büro, feuert als erstes Mal die Sicherheitsheitschefin, die all das einfach geschehen lässt, und faltet dann Leila verbal mal so richtig schön zusammen. Hatten Leila und Ana nicht gerade noch darüber gesprochen, wie sehr Ana Christian gezähmt hat? Naja, war wohl nichts. Christian erzählt Leila jedenfalls noch einmal, was Phase ist. Betritt sie jemals wieder den Westen der USA, ist all ihre finanzielle Unterstützung Geschichte und Mr Grey überlegt sich das mit der Polizei noch einmal. Ana ist total geschockt. So hart kann Christian sein? Und sie dachte, sie hätte ihn unter Kontrolle? Hatte das nicht auch Leila gesagt? Christian Grey, der sensible und unglaublich gut aussehende Multimilliardär? Christian lässt nicht mit sich diskutieren und nimmt Ana direkt mit nach Hause. Dort haben sie Blümchensex mit ganz viel „You are mine“ und so. Alles ist wieder gut, doch dann passiert es (woher wusste ich nur, dass gleich etwas TOTAL SCHLIMMES passiert, wenn es gerade mal drei Zeilen lang total supi ist?).

Ach herrje! Ein Anruf kommt, von José (wir erinnern uns: Foto-José mit den riesigen Ana-Portraits, der sie so gern abgeschleppt hätte, als sie mal so betrunken war). Anas Vater Ray liegt auf der Intensivstation in Portland, weil bei einem Autounfall beinahe sein Brustkorb zersmasht wurde. Mit dabei waren José und sein Vater, die drei waren gemeinsam Angeln, als ihnen auf dem Rückweg ein Betrunkener ins Auto donnerte. Die Ärzte sind nicht allzu begeistert von Rays Zustand, er liegt sogar im Koma und man weiß noch nicht, ob Hirnschäden zurückbleiben. Ana ist total aufgelöst und will am liebsten die ganze Zeit am Krankenbett bleiben, aber Christian beschwört sie, dass sie auch mal schlafen muss. Also checken sie im selben Hotel ein, in dem alles begann (sie einnern sich: Ana war betrunken, Christian hat sie einfach mitgenommen und bei sich im Hotel geparkt und dann war es plötzlich eternal love und so). Dort erfährt sie auch, dass Christian außer Leila keine weiteren Ex-Sexsklavinnen finanziell unterstützt. Er hatte da mal eine Medizinstudentin, aber die hat mittlerweile einen neuen Gebieter. Zwischendurch ist Ana immer mal wieder im Krankenhaus. Dort erfährt sie, dass es ihrem Vater langem besser geht, das Hirn wird wieder und so weiter.

Als Ana eines Morgens erwacht, hat sie zufällig Geburtstag, krass. Christian schenkt ihr das wohl kitschigste Geschenk aller Zeiten: Ein Cartier-Armband, an dem kleine Anhänger befestigt sind, die all das symbolisieren, was Christian und Ana so sehr verbindet – ein Herz mit Foto von Christian, ein Hubschrauber, ein Segelflugzeug, ein Katamaran, ein Bett und eine Eis. Häh, ein Eis? Na wegen Vanilla-, sprich Blümchensex, haha, wie witzig. Ohne Witz: Es ist das schönste Geschenk, dass Ana jemals erhalten hat und mittlerweile traut man sich auch nicht mehr, daran zu zweifeln, dass sie das vielleicht doch nur ironisch meint. Dann weint Ana ein bisschen, weil alles so schön ist und weil Christian so ein toller Mann ist, isst sie ihm zuliebe sogar mal etwas, was Christian wiederum total glücklich macht.

Aber die Überraschungen sind noch nicht vorbei. Unten vorm Haus wartet ein Audi R8 auf Ana. Ja, ein Audi R8, dieses Auto mit knapp 600 PS, das Ana jetzt auch besitzt. Und Ana darf sogar damit fahren (wenn sie denn BITTE nicht so schnell fährt). Also auf ins Krankenhaus, wo Ana wieder tapfer am Bett ihres Vaters ausharrt, dem es schon viel besser geht. Christian weiß jetzt übrigens, dass der Unfallfahrer so ein White-Trash-Mann aus Südost-Portland ist und er beschließt, ihn in Grund und Boden zu verklagen. Komisch, dass niemand sonst Ana anruft und ihr zum Geburtstag gratuliert? Und warum rennt Christian die ganze Zeit durch die Gegend und muss immer Zeug organisieren? Nunja, erstmal was essen gehen und tada! Alle sind zur Überraschungsparty gekommen. Und dabei hatte Ana schon gedacht, alle hätten sie vergessen, so ein Zufall aber auch. Wenn jetzt vielleicht auch noch ihr Vater? Aber wer würde denn auf so eine krasse Wendung kommen?

Nun denn, die Party ist vorbei und Ana ist wieder im Krankenhaus. Diesmal liest sie ihrem komatösen Vater die Fußballergebnisse vor. Seattle hat verloren. Und in diesem Moment, man glaubt es kaum, erwacht ihr Vater, weil er es nicht glauben kann, dass seine Mannschaft verloren hat. Wie schön das alles ist! Ana bekommt sogar gleich wieder Hunger und isst sogar gleich noch mal etwas! Christian ist überglücklich (und gutaussehend). Zu Hause dann machen die beiden etwas ganz Neues, während Ray noch ein bisschen im Krankenhaus bleibt: Ana wird mit Öl eingerieben und soll sich vor Christian selbst befriedigen. Und, was soll man sagen? Es ist natürlich das Beste, was Ana und Christian je erlebt haben.

Nach einem kurzen Gespräch mit Detective Clark (Jack Hyde sagt aus, dass Ana ihn sexuell belästigt hat, obwohl es ja genau umgedreht war!), geht es zurück nach Seattle. Auch Anas Vater Ray wird verlegt. Sein Zimmer ist voll groß und schön und alles ist so viel besser, bis Doctor Greene (wie erinnern uns: Die teuerste Gynäkologin der Stadt), den Raum betritt und Ana fragt, warum sie ihre letzten vier Termine versäumt hat. Termine? Na, Sie wissen schon, Ana war doch zu tapsig, regelmäßig die Pille zu nehmen, weswegen sie einmal im Monat eine Spritze bekommen sollte, damit sie keine kleinen Christians bekommt. Hat sie wohl auch vergessen, weswegen Dr. Greene spontan einen Schwangerschaftstest macht. Und der ist? POSITIV. OH! MEIN! GOTT!

Liebe E L James,
ich gebe zu, wenn es denn mal kurz Handlung gibt, dass ist es ganz okay. Was so viel heißt, wie: Man schlägt sich zur Abwechslung mal nicht dauernd gegen den Kopf. Die Dialoge sind zwar immer noch unecht und bestehen zu 99% aus „Do you really love me?“ „Yes.“ „Really?“ „Yes.“ „I think you hate me.“ „I don’t hate you. I love you.“ „Really?“, aber immerhin geht es ein wenig voran. Gut, 50% der Handlungsstränge sind vollkommen überflüssig, wie bspw. der Leila-Besuch. Und okay, die Wendungen sind unendlich vorhersehbar und ich weiß eigentlich schon seit der ersten Seite, wer die Bösewichte sind und wie die Geschichte enden wird, aber ich mache es einfach wie Christian und Ana un versichere mir einfach alle zwei Minuten, dass alles ganz ganz toll ist. Ganz ganz toll, Frau James.

In Kategorie: Kritikaster

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