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50 Shades of nee, ey [8]

Was gehypte Literatur angeht, bin ich ein Mainstreamer vor dem Herren. Ich musste einfach Twilight und The Hunger Games lesen. Jetzt also die 50 Shades-Trilogie. Viele Leute haben bereits darüber gesprochen und geschrieben, obgleich ich bezweifle, dass viele von ihnen sie überhaupt gelesen haben. Das mache ich anders. Ich lese sie. Und damit man einen Eindruck davon bekommt, was ich dabei durchlebe, hier mein gestückelter Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns bei Teil 3 – 50 Shades Freed (englische Ausgabe), Kapitel 1 bis 10 (41%).

Hier geht’s zu (Buch 1) Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Hier geht’s zu (Buch 2) Teil 5, Teil 6, Teil 7.

Hier geht’s zu (Buch 3) Teil 8, Teil 9, Teil 10.

Achtung, Spoiler:

Erinnern wir uns zurück an das Ende von Teil 2:
Jack Hyde (was für ein metaphorischer Name!), Anastasias Ex-Chef, hat Christians Hubschrauber sabotiert, sodass dieser beinahe abgestürzt wäre. Glücklicherweise ist Christian Grey nicht der mysteriöseste, gutaussehendste und reichste Junggeselle, sondern auch der beste Pilot der Welt. Aber was heißt Junggeselle? Christian hat Anna, etwa vier Wochen, nachdem Sie sich das erste Mal begegnet sind, endlich einen Heiratsantrag gemacht. Was wird wohl geschehen?

Auch Teil 3 beginnt mit einem Prolog. Der kleine Christian sitzt auf dem Boden neben seiner bewusstlosen Mutter aka der Crackhure. Er hat Hunger, aber im Gefrierfach sind nur ein paar gefrorene Erbsen. Plötzlich kommt er ins Zimmer und tritt den kleinen Christian. Dann erwacht der große Christian aus seinem Albtraum.

Und dann geht es los. Ana sitzt unter der Mittelmeersonne, neben ihr Christian, der neuerdings ihr Mann ist. Oh mein Gott! Sie haben tatsächlich geheiratet! Und Christian hat nach wie vor nichts von seiner Krassheit eingebüßt. Noch immer ist er so unglaublich gutaussehend und jetzt liest er sogar noch ein Buch über den Zusammenbruch des westlichen Bankensystems, Wahnsinn! Ihre Flitterwochen sind fast vorbei und sie verbringen ihre letzten Urlaubstage am Strand von Monte Carlo.

Flashback: Kurz nachdem Christian Ana diesen wunderbar romantischen Antrag mit ganz vielen Kerzis und Rosis gemacht hat, kann er es kaum noch aushalten, sie tatsächlich zu ehelichen. Und natürlich wäre es ganz cool, wenn die Hochzeit auf dem Anwesen seiner Eltern stattfinden könnte. Natürlich hat Ana nichts dagegen. Nicht, weil sie sowieso immer alles macht, was Christian will, sondern weil sie total selbstbestimmt entschieden hat, völlig willenlos zu sein. Man muss es eben nur richtig wenden und drehen.

Zurück in Monte Carlo: Christian spricht übrigens fließend Französisch, er ist so wundervoll. Ana ist ja schon froh darüber, dass sie sich überhaupt artikulieren kann, wenn sie in Christians Nähe ist, obgleich es meist trotzdem nur dazu reicht, dass sie andauernd denkt, wie toll Christian doch ist. Nachdem die beiden Schwimmen waren (ist echt komisch, wenn einem überall Paparazzi zugucken), legt sich Ana in den Schatten und nimmt ihr Bikinioberteil ab, während Christian noch herumtaucht.

Flashback: Ach, wie schön die Hochzeit doch war. Vor allem, weil Anas beste Freundin Kate ja mit Christians Bruder Elliot und Christians Schwester Mia mit Kates Bruder Ethan zusammen ist. So bleibt wenigstens alles in der Familie. Und alle sind sooo glücklich, dass die beiden endlich (vier Wochen, nachdem sie sich kennengelernt haben) geheiratet haben. Sogar Anas Kumpel José, der die betrunkene Ana vor ein paar Wochen fast noch mit nach Hause genommen hätte, wenn Christian nicht z u f ä l l i g Anas Handy geortet hätte (lol), ist da und gibt ihr seinen Segen. Doch Ana hat tatsächlich ein paar kleine Zweifel. Haben ihre Eltern sich nicht schließlich auch getrennt und sind sie nicht viel glücklicher, seit sie auseinander sind? Aber nein, mit Christian ist das wirklich eternal love und so weiter, auch wenn Christian erst ihr erster Freund ist, aber darüber darf man bei eternal love einfach nicht nachdenken. Außerdem müssen Christian und Ana auch direkt wieder los zur Hochzeitsreise. Ana würde sich gern vorher umziehen und aus dem umständlichen (aber wunderschönen) Hochzeitskleid raus. Nur Christian findet die Idee nicht so cool. Jaja, Ana hat nicht geschworen, ihm willenlos zu gehorchen, aber deshalb kann man es ja trotzdem anbehalten.
Die beiden fahren zum Flughafen, wo Christians Privatjet wartet. Ana ist völlig perplex, denn schließlich vergisst sie ja andauernd, dass Christian unendlich reich ist, weil es ihr ja eigentlich nur um Liebe und so geht. Aber gut, die Reise geht erstmal nach Shannon in Irland, allerdings nur zum Auftanken, dann sofort weiter nach London, anschließend Paris, dann Südfrankreich. Ana ist hin und weg, das hätte sie ja nicht gedacht! Also mit New York hätte sie gerechnet, vielleicht so zwei, drei Tage im 8-Bett-Zimmer eines schäbigen Hostels übernachten, aber krass, Christian ist ja reich! So reich, dass man in seinem Flugzeug à la carte essen kann und sogar ein eigenes Badezimmer hat. Er ist so wundervoll. Und ein Schlafzimmer, wer hätte das gedacht? Es folgt der übliche Blümchensex, nur diesmal mit ganz viel „You are mine!“, „I am yours!“, „My beautiful wife!“, „My beautiful husband!“, dann zur Abwechslung mal „Wife of mine!“ und zu guter letzte natürlich ganz viel „I love you!“

Dann wacht Ana auf. Auf dem Rücken. Mit freiem Oberkörper. Und Christian steht vor ihr, natürlich mal wieder total angepisst (aber trotzdem unglaublich gutaussehend). Ach herrje, liebe Ana, was hast du denn nun schon wieder angestellt? Natürlich ist Christian sauer. Es sind ja auch überall Paparazzi. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob alle anderen Frauen am Strand oberkörperfrei am Start sind. Also Klamotten an und dann schnell mit dem Jet Ski ab zurück zur Yacht, mit der sie seit einiger Zeit durch die Gegend schippern. Die Yacht gehört Christian mysteriöser Weise nicht, sondern nur irgendeinem englischen Adligen, der auch superreich ist. Wobei Ana nebenbei auffällt, dass sie jetzt ja ebenso superreich ist. Wie gesagt, Ana vergisst schließlich dauernd beim Austernessen, beim Privatjetfliegen und Klamotten-für-fünfstellige-Beträge-tragen, dass ihr Freund der multimilliardärigste 27-Jährige der Welt ist. Passiert, kennt man ja.

Flashback (langsam wird’s langweilig): Schon kurz nach der Verlobung steht in allen Zeitungen Seattles, dass Christian Grey nun vom Markt ist. Und dass seine Angebete sich auf einen harten Ehevertrag einstellen kann. Aber Christian will natürlich keinen Ehevertrag, auch wenn ihm alle dazu raten und Ana, die selbstbestimmte Ana, sagt, dass sie sowieso alles unterschreibt, was Christian ihr vorlegt. Aber Christian bleibt stur. Warum? Weil, wenn Ana ihn verlassen sollte (und das wäre der einzig mögliche Grund, immerhin hat sie das schon einmal gemacht und Christian würde so etwas nie tun), seine Welt sowieso entzwei brechen würde und ihm danach auch das viele Geld nicht mehr helfen könnte. Ach, er ist so toll. Ein bisschen doof auch, aber sooo toll.

Zurück auf der Yacht: Ohje, Zeit, wieder 20 Seiten nach vorn zu blättern, denn da rollt die nächste ewig gleiche immer aufs Neue aufregende Sexszene an. Diesmal soll Ana vorher noch etwas trinken und dann auf gar keinen Fall auf die Toilette gehen. Ana tut das, was Ana immer tut. Sie fragt sich, warum das wohl so ist und was Christian damit wohl bezwecken will, aber er wird es schon wissen, wow, er sieht so sexy und (Achtung, neues Adjektiv, nach geschätzt 1000 Seiten endlich ein neues Adjektiv!) g e n i a l aus. Krass, und dann holt Christian sogar die Handschellen raus. Sie haben doch noch nie Handschellen benutzt! Okay, Christian hat sie schon mit einem Gürtel verprügelt, sie mit einem Strick ans Bett gefesselt und sie mehr oder minder gezwungen, den halben Abend mit Liebeskugeln im Unterleib herum zu watscheln, außerdem gab es da diese Sache mit der Spreizstange, aber HANDSCHELLEN, krass!

Als Ana erwacht (wieso pennt sie eigentlich alle 20 Seiten ein?), sind sie gerade auf dem Weg nach Cannes, und OH MEIN GOTT! Christian hat Ana Knutschflecken auf die Brüste gemacht (haha). Klar, das kann man natürlich mal einfach nicht mitbekommen, denn Sex mit Christian Grey ist so ziemlich das Mysteriöseste auf der ganzen Welt. Und ihre Knöchel und Handgelenke sind noch dazu wundgescheuert von den doofen Handschellen. Ana sieht aus, als wäre letzte Nacht mit Charlie Sheen unterwegs gewesen. Und sie ist jetzt sogar fast ein bisschen böse. Zumindest, bis ihr wieder einfällt, was Christians Psychiater gesagt hat: Christian ist in emotionaler Hinsicht ein Jugendlicher und schon ist wieder alles vergessen. Also tanzen die beiden ein bisschen (häh?). Christian kann übrigens auch riiiichtig gut tanzen und Ana eigentlich überhaupt nicht, aber wenn jemand richtig gut tanzen kann, dann kann er den/die Andere/n so gut führen, dass es trotzdem geht (boah…). Dann schlafen sie ein.

Flashback: Kurz nachdem sie in London aufwachen, ist Christian schon wieder wütend. Warum? Nun, er bemerkt, dass Ana sich rasiert hat. Achsooo, er ist gar nicht wütend, er lacht Ana nur aus, weil sie so schlecht im Rasieren ist und ein paar Haarbüschel vergessen hat. Erinnern wir uns zurück: In dem Sexsklavinnen-Vertrag stand ja eh drin, dass Ana sich regelmäßig komplett waxen lassen soll. Nunja, geh mal beiseite, kleine Ana, Onkel Christian rasiert dich jetzt mal. Turnt ihn halt an. (Später darf Ana mal Christians Bart rasieren, krass, erzähl mir mehr davon!)

In Frankreich: Christian und Ana sind in einem kleinen Dorf zwischen Cannes und Nizza und wollen Kunst kaufen. Finden aber keine Bilder, die ihnen gefallen. Nächste Szene: Christian sinniert darüber, warum er gern mit Anas Haaren spielt. Vermutlich, weil er immer mit den Haaren der Crackhure gespielt hat. Was für ein schönes Kompliment. Ana hat übrigens eine neue Platinarmbanduhr. Darauf steht eingraviert: „Anastasia / You Are My More / My Love, My Life / Christian“. Sollten Sie jetzt nicht damit beschäftigt sein, ihre Tastatur von dem ganzen Erbrochenen zu befreien, so wird Sie interessieren, dass Ana noch immer rote Striemen an den Armen hat und Christian ihr zum Überdecken schnell ein 30.000-Euro-Armband kauft. Wie schön, wenn man ein bisschen reich ist. Dann bekommt er einen Anruf. Im Haus seiner Eltern gab es ein Feuer! Oh mein Gott! Im Server-Raum (klar, jedes Haus hat einen Server-Raum!)! Erst der Hubschrauber und dann das? Oh mein Gott! Ob das wohl zusammenhängt?

Etwas später will Ana, mittlerweile schon ganz die reiche Ehefrau, einkaufen und ein bisschen Geld ausgeben gehen. Sie würde gern per Jet Ski an Land fahren. Darf sie aber nicht, so einfach ist das. Ana kauft sich ein kleines Kettchen für den Knöchel und eine Spiegelreflexkamera für Christian. Dann gibt es wieder Blümchensex. Als sie beide gekommen sind, rattert Ana (warum auch immer) ihr Ehegelübde herunter und bricht in Tränen aus, so wie es jeder Mann nach dem Sex mag. Dann erzählt Christian, dass das Feuer im Haus seiner Eltern natürlich Brandstiftung war und dass er Angst hat, dass jemand hinter ihm und damit auch hinter Ana her sein könnte. Er ist so sensibel, Wahnsinn.

Als Ana aufwacht, sitzt Christian vorm Bett. Er hat sie die ganze Nacht beim Schlafen beobachtet (Freak). Bald geht’s zurück nach Seattle, doch vorher lässt Christian Ana doch nochmal Jet Ski fahren, weil er so verständnisvoll usw ist. Dann sind sie wieder in Seattle. Dort schauen sie kurz bei Christians Eltern vorbei und Christian klärt die Sache mit dem Umbau des Hauses, das Christian am Ende des zweiten Teils für Ana gekauft hat. Plötzlich sitzt Christian am Flügel, spielt und singt leise vor sich hin. Alle sind sofort unendlich gerührt. DAS HAT ER JA NOCH NIE GEMACHT! ANA, DU HAST SO EINEN GUTEN EINFLUSS AUF UNSEREN RUHELOSEN SOHN! WIE TOLL ER DOCH IST! (Alter…) Dann fahren sie wieder zurück. Obwohl Ana eigentlich nie etwas darf, darf sie plötzlich Christians Audi R8 (lächerliche 500 PS) fahren. Und wie aus dem Nichts werden sie noch plötzlicher von einem unbekannten Fahrzeug verfolgt (Ach komm, Frau James…). Aber mit Hilfe von Anas urplötzlich erwachten Fahrkünsten und Christians Sicherheitsleuten, die ebenfalls hinter ihnen herfahren, schaffen die beiden es, zu entkommen. Im Fahrstuhl zu Hause treffen sie zum ersten Mal einen von Christians Nachbarn. Er stellt sich als Noah vor, dann ist er weg (okay, danke für die Info).

Wieder in der Wohnung wird Ana in die nächste krasse Sexsache eingeweiht: ein butt plug und verbundene Augen. Danach muss Ana baden, damit sich ihr Hintern entspannt. Als sie fertig ist, sitzt sie an ihrem neuen Schreibtisch in der Bibliothek. Wie erinnern uns: Nachdem sie von ihrem Ex-Chef Jack Hyde begrabbelt wurde, ist sie (nach zwei Wochen im Job) selbst zur Cheflektorin ernannt worden. Aber sie will auf Arbeit darauf verzichten, ihren Namen in Grey zu ändern, immerhin könnten die Leute sonst denken, sie wäre nur an den Posten gekommen, weil ihr Freund der reiche Christian Grey ist, der vor kurzem spontan den Verlag gekauft hat, nur damit er besser über Ana verfügen kann. Aber wer würde denn so etwas denken? Man glaubt es kaum, aber angeblich hat Ana während der Flitterwochen fünf Manuskripte gelesen. Und weil sie so viel arbeitet, steht sie auch gleich wieder auf und geht in Christians Zimmer. Der kriegt gerade die Bilder der Überwachungskameras aus dem Haus seiner Eltern rein. Und wer ist drauf? Na? Jack Hyde! Wer hätte das gedacht? Ana auf jeden Fall nicht.

Christian übrigens auch nicht (Seid ihr denn alle völlig doof?). Am nächsten Morgen begutachten die beiden die Pläne der Architektin Gia für ihr zukünftiges Haus. Ana mag sie nicht und wünscht Veränderungen. Am nächsten Tag will sie eigentlich zur Arbeit, aber Christian hat nicht gerade Lust darauf, dass seine Frau arbeiten geht. Aber Ana setzt sich durch (Hey hey!) und sitzt am nächsten Tag in ihrem Büro. Dort erreicht sie eine Mail. Also eigentlich zwei, nur ist die eine an die andere angehängt. Christian hat nämlich versucht, eine Mail an „Anastias Grey“ zu schreiben, aber die kam nicht an! Warum? Weil Anas Mailadresse noch immer „Anastasia Steele“ ist (Häh? Hast du schon einmal in deinem Leben eine Mail verschickt, Frau James?). Und zack! ist Christian auch schon persönlich zur Stelle. Und natürlich total wütend, wie immer, wenn es eternal love ist. Und dann wütet Christian so ein bisschen herum, bis Ana endlich herausbekommt, dass Christian nur deshalb so wütend ist, weil er den Verlag von SIP in Grey Publishing umbenennen und ihn Ana in einem Jahr schenken will. Achso! Na dann schrei ruhig, Christian! Und zack! hat Ana ihren Namen auch schon geändert. Trotzdem ist Ana am Abend noch ein bisschen wütend. Und das, obwohl noch Gia, die maßlos hotte Architektin, vorbeikommen soll, von der Christian (so wie von allen Frauen, denen er begegnet, denn er sieht unglaublich gut aus!) angebaggert wird. Na Prima. Aber Ana weiß schon, wie sie sich zur Wehr setzen wird. Sie schminkt sich, so doll sie kann, lässt ihre Bluse halb offen und ab geht’s (oookay).

Und Gia hat wirklich nur Augen für Christian. Und das, obwohl er doch gesagt hat, dass Ana volle Verfügungsgewalt über das neue Haus haben soll. Aber weil Ana jetzt total tough ist, sagt sie Gia mal so richtig die Meinung, als Christian kurz weg ist. Also zumindest sagt sie: „Hey Gia, guck mal bitte meinen Mann nicht immer so an, wenn du deinen Job behalten willst. Wir sind nämlich reich und für deine Architektenstube sind wir das Megaprestigeprojekt, das ich dir sonst wegnehme!“ Und dann guckt Gia Christian nicht mehr an. Tja, ohne die aufgeknöpfte Bluse hätte das bestimmt nicht geklappt! Dann bläst Ana Christian einen, anschließend haben sie Sex und dann weint Ana wieder, weil sie Christian so liebt (puh). Dann sagen sie ganz oft, dass sie finden, sie riechen „wie Himmel“ (ahja) und dann noch ganz viel „I love you!“. Dann will Ana Christians Haare schneiden (normaler move) und bemerkt beim Schereholen, dass Taylor, Christians Leibwächter, und Mrs Jones, ihre Haushälterin, auch so ein bisschen eternal-love-mäßig unterwegs sind,. Vielleicht sollten die beiden ihren eigenen kleinen Trakt im neuen Haus bekommen?

Achja: Ana hat beim Schereholen auch einen Revolver in Christians Schreibtisch gefunden. Wie wir wissen, kann Ana total gut schießen, denn ihr Vater war bei der Army. Christian hingegen mag keine Waffen und hat den Revolver nur, weil er mit ihm von der verrückten Leila aus dem zweiten Teil der Trilogie bedroht wurde. Ana findet, Christian sollte unbedingt schießen lernen. Taylor übrigens auch. Dann geht Ana auf Arbeit, wo sie die meiste Zeit aber nur damit verbringt, sich mit Christian Emails zu schreiben.
Am nächsten Tag muss Christian nach New York fliegen und Ana ist ganz allein. Naja, immerhin Christians Sicherheitsleute Sawyer, Ryan und Taylor sind da. Ana will sich am Abend mit ihren Ex-Mitbewohnerin Kate treffen. Leider verbietet ihr Christian, irgendwo auswärts etwas trinken zu gehen. Aber Ana wäre nicht Ana, wenn sie sich von jedem Menschen zu allen möglichen Dingen überreden lassen würde. Und so sitzt sie plötzlich bis 1 Uhr morgens mit Kate in einer Bar und trinkt Cocktails. Christian findet das gar nicht witzig. UND DANN PASSIERT ES!

Als Ana mit den Sicherheitsleuten zurück in die Wohnung kommt und aus dem Fahrstuhl steigt, ist alles anders. Alles im Flur ist zersmasht, was ist nur geschehen? Sawyer sprintet sofort los, kommt aber direkt wieder zurück und gibt Entwarnung. Ryan, der in der Wohnung Wache gehalten hat, hat alles geklärt. Und da liegt der bewusstlose Jack Hyde, niedergestreckt von Super-Ryan! Was tun? Den am Boden Liegenden nachträglich erschießen? Nein nein, vielleicht doch nur ins Krankenhaus und dann zur Polizei. Gucken wir mal, was er so in den Taschen dabei hat. Gaffa-Tape, oh mein Gott! Wollte er etwa Ana kidnappen? Und was ist das? Eine Pistole, ohje! Hätte er zur Not vielleicht sogar Christian erschossen? Und alles nur, weil sich der doofe Multimillionär weigert, selbst eine Knarre mit sich rumzutragen. Ach, ist das alles aufregend. Ob Ana Christian Bescheid sagen soll? Natürlich hat der wütende Gutaussehende sein Handy ausgeschaltet, weil Ana so lang Cocktails trinken war, aber sie spricht ihm zur Sicherheit auf die Mailbox. Als sie aufwacht, sitzt Christian schon wieder so mysteriös vorm Bett und schlürft Whisky. Klarer Fall, er ist mal eben fix von New York zurück nach Seattle geflogen.
Am nächsten Morgen ist Christian noch immer böse auf Ana. Völlig egal, dass es eigentlich ganz gut war, dass sie auswärts unterwegs war. Dass sie außerdem immer noch fest davon überzeugt ist, arbeiten gehen zu wollen, geht auch überhaupt nicht klar. Und weil Ana Christian gegenüber niemals Klartext reden kann, tut sie das, was sie immer in diesem Fall tut: Sie schreibt ihm eine Email (geil…). Darin steht, dass er mal bitte klar kommen soll und er ihr ja nie irgendetwas erzähle, andersherum aber verlangt, alles über Ana zu wissen und das ja mal völlig daneben sei. Dann ist ihr Arbeitstag vorbei. Als sie wieder nach Hause kommt, steht Christian in hautenger Jeans am Flügel und sieht einfach nur traumhaft aus. Er hat bereits auf sie gewartet.

 

Liebe E L James, was geht denn bitte mit dir? Okay, dass du total gut darin bist, 600 Seiten mit immer den gleichen Informationen und langweiligen Dialogen zu füllen und es auch noch schaffst, einen Verlag dafür zu finden, das wissen wir ja bereits. Aber seit wann bist du denn auch noch so eine komische Waffenliebhaberin? Und wieso muss Ana plötzlich zu Christian sagen, dass er doch bitte von seinem verfassungsmäßig verbrieften Recht Gebrauch machen und sich eine Wumme kaufen soll? Das ist ja noch blödsinniger, als wenn Ana alle drei Seiten wieder auffällt, dass Christian total gut aussieht. Ich kenne übrigens gute Schreibworkshopleiter. Wie wär’s? Oder schreibst du gar kein neues Buch mehr? Das wäre natürlich noch besser!

In Kategorie: Kritikaster

16 Kommentare

  1. Hahaha, geiles Projekt & Respekt für die Ausdauer! Ich hab mich ja immer gefragt, von was diese Bücher handeln, was natürlich nicht dazu geführt, sie tatsächlich zu lesen. Jetzt kann ich quasi wie ein Unfallgaffer Dir dabei zuschauen. Danke!

  2. Joschiko

    Ich sollte meinem Mathelehrer diese Bücher geben. So als Beweis, dass man es trotz überragender Dummheit doch zur Milliardärin bringen kann. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen um meine Zukunft mehr!

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