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50 Shades of nee, ey [7]

Was gehypte Literatur angeht, bin ich ein Mainstreamer vor dem Herren. Ich musste einfach Twilight und The Hunger Games lesen. Jetzt also die 50 Shades-Trilogie. Viele Leute haben bereits darüber gesprochen und geschrieben, obgleich ich bezweifle, dass viele von ihnen sie überhaupt gelesen haben. Das mache ich anders. Ich lese sie. Und damit man einen Eindruck davon bekommt, was ich dabei durchlebe, hier mein gestückelter Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns bei Teil 2 – 50 Shades Darker (englische Ausgabe), Kapitel 15 bis 22 (100%).

Hier geht’s zu (Buch 1) Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Hier geht’s zu (Buch 2) Teil 5, Teil 6, Teil 7.

Hier geht’s zu (Buch 3) Teil 8, Teil 9, Teil 10.

Achtung, Spoiler:

Erinnern wir uns zurück: Christians ehemalige Sex-Sklavin Leila, die ihn und Ana eine Zeit lang gestalkt hat, wurde erfolgreich in der Psychiatrie verstaut. Ana und Christian könnten jetzt ganz zufrieden sein, aber nein. Die beiden spielen mal wieder ihre üblichen Missverständnisse durch (Christian denkt, Ana würde ihn jeden Moment verlassen und Ana denkt, sie ist nicht gut genug für ihn), dann sagen sie sich wieder einmal gegenseitig, dass sie sich auf gar keinen Fall verlassen werden und jede/r der/dem Anderen mehr als genügt und weil’s gerade so schön ist, macht Christian Ana spontan einen Hochzeitsantrag. Wie im echten Leben.

Okay, alles wieder gut. Natürlich will Christian Anastasia am nächsten Morgen davon abhalten, zur Arbeit zu gehen. Hey, sie ist immerhin die Freundin von Christian Grey, dem 27-jährigen Multimillionär, da sollte man nicht arbeiten gehen müssen. Taylor, Christians Mann für alle Fälle, fährt sie dennoch hin. Dort gibt’s direkt Ärger mit Anas Chef Jack, weil sie schon wieder zu spät ist und er in letzter Zeit (sie arbeitet seit genau einer Woche dort!) mit ihren Leistungen unzufrieden ist. Es folgen die üblichen langweiligen Emails zwischen Christian und Ana, wobei sie natürlich wieder nicht ihr Handy dazu verwendet, sondern von ihrem Firmencomputer aus schreibt. Dann ruft auch noch José, Anas Fotokumpel, der sie einst, als sie in dieser Bar so richtig schön straff war, am liebsten abgeschleppt hätte und jetzt ein erfolgreicher Fotograf ist (wir erinnern uns: Sie besten Bilder sind allesamt Portraits von Ana, die Christian direkt gekauft hat, damit sie niemand anderes haben kann). José will demnächst vorbei kommen und Ana verspricht ihm, dass er bei ihr und Christian schlafen kann (haha, das wird Christian gefallen!). Dann meldet sich auch noch Christians kleine Schwester Mia und Ana macht mit ihr aus, am nächsten Tag mit ihr Mittagessen zu gehen.

Es ist schon kurz nach 18 Uhr, als Ana endlich nach Hause in Christians Mega-Apartment gehen will. Sie steht in der Firmenküche, als Cheflektor Jack plötzlich hinter ihr steht (Oha, jetzt geht’s ab!). Eigentlich soll Jack ja in 10 Minuten zum Flughafen fahren und dann nach New York fliegen. Wir erinnern uns: Es geht um jene Verlagsreise, auf die Ana ihn begleiten sollte, weshalb Christian mal eben den ganzen Verlag gekauft und verfügt hat, dass Ana doch nicht mit muss, haha! Jack erklärt Ana seltsam nonchalant, dass er ziemlich unzufrieden mit ihrer Arbeit ist. Sie sei so abgelenkt und gar nicht die harte Arbeitsbiene, die er erwartet hatte. Deshalb hat er sich mal erlaubt, in ihren Emailaccount zu schauen und siehe da: Ausschließlich schlüpfrige Emails an Christian Grey, oha! Nur warum keine Antworten von Mr Grey? Vielleicht, weil er im Gegensatz zu Ana von seinem Blackberry aus geschrieben hat? Aber kein Problem, Jack macht ihr einen Vorschlag: Sie könnte ihn vermittels anderer Dienste die ganze Sache vergessen lassen. Sie wissen schon, die Sache, um die es auch in den ganzen Mails immer geht. Und dann fängt Jack an, Ana unsittlich anzufassen. Großer Fehler, denn Ana hat ja mal von ihrem Vater Army-Selbstverteidigung gelernt und zack! gibt’s einen ordentlichen Tritt Richtung Unfruchtbarkeit, der Ana die Möglichkeit zur Flucht eröffnet. Natürlich wartet unten vorm Haus der mysteriöse Christian Grey, der direkt mit einem seiner Sicherheitsboliden nach oben stürmt und Jack etwas unsanft die sofortige Kündigung nahelegt, während Bruce Steele im Auto wartet.

Puh, das war krass. Und alles direkt am sechsten Arbeitstag, ganz normaler Move. Christian schickt seinen persönlichen Hacker los, um alle Emails, die auf Anas Firmencomputer herumliegen, zu beseitigen und alles ist wieder gut. Glück gehabt, sonst hätte der Vorfall vermutlich morgen in der Bunten gestanden. Und was für ein Glück, dass Christian den Verlag gekauft hat und Ana folglich schon längst mit dem richtigen Boss schläft, sonst hätte sie jetzt vermutlich keinen Job mehr. Zu Hause trinken die beiden darauf erstmal einen Wein. Christian ist sogar so generös, dass er Ana erlaubt, José in seinem Apartment zu beherbergen. Immerhin soll ja auch Ana zukünftig für immer hier wohnen, da muss er ein bisschen nachsichtiger sein. Und weil es gerade so schön ist, schenkt Christian Ana auch noch einen Butt Plug, ahja. Ana muss ihm trotzdem noch etwas gestehen: Ja, sie hat schon wieder geschnüffelt. Das heißt, eigentlich schnüffelt sie nie. Sie guckt einfach nur gern in alle möglichen Fächer und Schubladen von Christians Möbeln. Diesmal im Spielzimmer. Aber Christian ist nicht böse. Er zeigt ihr sogar noch eine Auswahl seiner Vibratoren, Nippelklemmen und Knebel. Auch eine Spreizstange ist dabei und Ana willigt ein, das gute Stück mal auszuprobieren. Also wird fröhlich gespreizt und Ana wird mit Händen und Füßen an der Stange installiert, aber nicht zu doll, denn Christian Grey ist ja mittlerweile geläutert und will eher Blümchensex als den harten BDSM-Scheiß. Dann versichern sie sich wieder, dass sie einander nie verlassen wollen und dann ist der Tag auch schon vorbei.

Achja, Christian hat ja am Samstag Geburtstag! Hm, was schenkt man als armes, selbstbestimmtes und bildhübsches Mädchen, das sich der eigenen Schönheit aber nicht bewusst ist, einem selfmade Millionär? Immerhin ist Anas neues Sexsklavinnenauto (Tatsache, sie nennt es selbst ‚Submissive Special‘) endlich geliefert worden. Ana und Christian brausen damit zur Arbeit, wobei Ana ein bisschen Angst hat, wie die anderen auf Arbeit wohl reagieren werden, wenn der Cheflektor über Nacht auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist? Aber hey, Entwarnung. Ana ist einfach direkt selbst zur Cheflektorin befördert worden. An ihrem siebten Arbeitstag, normaler Move. Und weil sie jetzt Chefin ist, hat sie auch direkt voll wichtige Verlagsmeetings und so. Mittags kommt Elliot vorbei. Er will mit Ana essen gehen. Elliot ist der Bruder von Anas Quasi-Mitbewohnerin Kate, die seit gefühlten acht Jahren auf Barbados Urlaub macht. Shit, Ana hat doch gar keine Zeit? Und dann kommt auch noch Christians (übrigens bildhübsche, aber nicht mysteriöse) Schwester Mia zum verabredeten Mittagessen vorbei. Oh Gott oh Gott, was nun? Na gut, gehen halt Elliot und Mia, die sich auf mysteriöse Art und Weise natürlich direkt total super finden, eben gemeinsam essen und Ana macht Business, peitscht direkt zwei Mördermanuskripte durch und ist der Star des Tages. Ana ist so erfolgreich und selbstbestimmt, wow.

Oh, ganz vergessen! Natürlich ist am Abend das Meeting mit Dr. Flynn angesetzt. Dr. Flynn ist Christians Superpsychologe (der beste weit und breit), der als einziger dessen kaputte Seele verstehen kann. Und Ana hatte gebeten, sich mal mit ihm unterhalten zu dürfen. Na jetzt aber! Voll witzig, dass Dr. Flynn sagt, dass Christian überhaupt kein Sadist ist, sondern einfach nur ein ganz normaler Mensch, der auf BDSM steht. Und natürlich total mysteriös, gutaussehend und reich dabei ist. Ana ist wieder einmal verwirrt, so wie sie praktisch 90% des Buches über verwirrt ist. Heißt das, sie könne unter Umständen doch mit Christian eternal love haben? Kann das doch funktionieren? Ist Anastasia Steele womöglich doch gut genug für Christian Grey? Dr. Flynn hat einige coole Lösungen parat: Ana soll nicht so viel zweifeln und Christian soll Ana mal bitte mehr vertrauen. Potzdonner, auf solche krassen Lösungen kann man vermutlich nur kommen, wenn man 300 Dollar pro Therapiestunde nimmt.

Der Rückweg wird mal wieder symptomatisch: Ana fährt und Christian krallt sich am Armaturenbrett fest, weil er befürchtet, gleich zu sterben. Ana könnte jetzt denken: Hey, komm mal runter, vielen Dank, dass du mir nicht einmal zutraust, ein blödes Auto von A nach B fahren zu können, du doofe Arschnase, aber nein! Christian hat natürlich recht. Also darf er weiterfahren. Er kann das eh besser. Außerdem kann ihn Ana dann die ganze Fahrt über anschauen und seine makellose Schönheit bewundern.

Wenn man jetzt noch nicht vor Wut das Buch in Stücke gerissen hat, erfährt man, dass die beiden in eine wunderschöne Wohngegend fahren. Lauter Villen, alles total super und unendlich teuer. Die beiden halten vor einem Haus, vor dem eine Maklerin wartet. Ana ist ratlos. Warum halten sie hier? Und warum steht dort eine Maklerin? Aber es wird noch besser. Sie gehen hinein, lassen sich von der Maklerin alles zeigen und bewundern die atemberaubende Aussicht von der Terrasse. Ana ist noch verwirrter: Warum schauen sie sich ein bildhübsches Haus an? Und warum fragt Christian, ob sie sich vorstellen kann, hier mit ihm zu leben. Häh? Dann fällt der Groschen: Achso! Christian will das Haus kaufen. Für ihn und Ana selbst. Na wer hätte das vermutet? Das Haus ist wirklich wunderschön. Eintausend Quadratmeter Wohnfläche, zwei Hektar Land drumherum, zig Bade- und sonstige Zimmer, genug Platz für einen Wannabe-Sadisten und ein bildhübsches Mädchen, das leider viel zu oft schwer von Begriff ist. Und für Kinder. Christian hat einen tollen Plan für das Haus: Abreißen und ein neues bauen. Aber Ana gibt zu bedenken, dass man es doch auch luxussanieren könnte, oder? Es bleibt spannend!

Und dann wird gefeiert. Christian und Ana gehen in einen Club für Superreiche und essen dort etwas. Dann fingert er sie ein bisschen im Fahrstuhl und dann gibt’s zu Hause Blümchensex. Mit Anfassen! Das heißt: Ana darf Christians Brust anfassen, krass! Es ist richtig richtig toll und Ana fragt sich, ob Sex wohl auch für andere Menschen so gut ist (häh?). Naja, am nächsten Morgen muss Christian ganz früh zur Arbeit. Weil Ana noch ein bisschen Zeit hat, schnüffelt sie noch ein bisschen in seinen Sachen herum. Das heißt, natürlich schnüffelt sie nicht. Sie zieht nur wahllos Schubladen auf und durchwühlt sie. Und findet dabei, OH MEIN GOTT, Fotos von Christians Ex-Sexsklavinnen in Aktion, so richtig gefesselt und so. Aber nein, hey, beruhige dich Ana, das heißt nicht, dass du nicht gut genug für ihn bist, das heißt nur, dass Christian ein Freund der außergewöhnlichen Fotografie ist. Immerhin: Jetzt fällt es ihr ein! Das perfekte Geschenk für Christians Geburtstag! Geil! Das hat er bestimmt noch nicht!

Auf Arbeit ist jedenfalls alles super. Ana ist eine tolle Chefin, auch wenn sie erst acht Tage im Verlag und auch erst acht Tage überhaupt arbeitet. Dann ruft urplötzlich Kate an. Kate, ja! Sie ist zurück! Nach gefühlten sechzehn Jahren Urlaub auf Barbados! Und José kommt direkt im Verlag vorbei. Dann treffen sich alle in einer Bar. Ja, Kate ist noch immer mit Christians Bruder Elliot zusammen und es ist eternal love und der ganze Mist, José ist megaerfolgreich und so weiter und Christian, wo ist eigentlich Christian? Da kommt der Anruf, oh emm dschie!

Christian sollte tagsüber mit seinem Hubschrauber und seiner Assistentin Ros nach Portland fliegen. Komischerweise sind sie immer noch nicht wieder zurück. Ana und die anderen jetten zu Christians Eltern. Im Fernsehen laufen bereits die News, dass der mysteriöse Millionär Christian Grey auf mysteriöse Art und Weise nicht aus Portland zurückgekehrt ist. Meine Güte, bei allen liegen die Nerven blank. Was, wenn Christian abgestürzt ist? Was, wenn er tot ist? Wie kann man denn eternal love machen, wenn der eine von beiden einfach stirbt? In diesem Moment der qualvollen Ungewissheit wird Ana jedoch eines bewusst: Ja, sie liebt Christian Grey (nicht, dass sie das nicht bereits seit 900 Seiten auf jeder zweiten Seite festgestellt hätte) und ja, sie will für immer mit ihm zusammen sein. Ihre Existenz als Frau ist erst dann komplett, wenn sie sich gänzlich ihrem Mann hingeben kann. Na das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht! Dann steht plötzlich Christian im Wohnzimmer. Ja, er ist mit dem Hubschrauber abgestürzt. Das Ding hat in der Luft urplötzlich Feuer gefangen und Christian hat mal eben eine Notlandung mitten im Bergland hingelegt, ganz normaler Move. Dann sind alle glücklich, hurra!

Nachdem sich die Lage etwas beruhigt hat, bemerkt Ana, dass es ja bereits nach Mitternacht ist. Christian hat jetzt also offiziell Geburtstag. Deshalb gibt sie ihm sein erstes Geschenk. Es ist: Ein Schlüsselanhänger, geil. Aber hey, ein Schlüsselanhänger mit der Skyline von Seattle! Und hinten steht ‚Ja!‘ drauf. Ana wusste halt nicht, was einem Menschen schenkt, der schon alles hat und sich das, was er nicht hat, zur Not kaufen kann, da hat sie ihm eben sich selbst geschenkt, eternal love und so weiter. Dann machen sie ein bisschen Blümchensex mit Anfassen und als sie fertig sind, bricht Ana in Tränen aus, wie sie das neuerdings immer macht, weil alles so schön ist.

Am nächsten Morgen bekommt Christian das zweite Geschenk. Es ist: Ein Holzhubschrauber mit Solarzellen. Bisschen makaberes Geschenk vielleicht, wenn man am Tag vorher gerade mit einem Hubschrauber abgestürzt ist, aber hey, es ist der Gedanke, der zählt, richtig? José ist übrigens immer noch zu Besuch und tatsächlich verstehen sich Christian und er jetzt sogar ganz gut, seit sich herausgestellt hat, dass José auch gern angeln geht. Sie sind jetzt Buddies. Dann haben Christian und Ana etwas härteren Blümchensex. So mit ein bisschen Fesseln und Vibrator und so. Am Ende bricht Ana wieder zuverlässig in Tränen aus, weil sie jetzt weiß, dass es eternal love ist (boah…). Dann kocht sie das Mittagessen und bäckt Kuchen. Christian holt nebenbei die Heiratserlaubnis bei Anas Army-Vater ein. Alles klar, ihr kennt euch zwar erst seit vier Wochen, aber wenn es eternal love ist, dann will ja niemand im Wege stehen (außerdem ist Christian ja total reich und wenn du dich beim Ehevertrag nicht übers Ohr hauen lässt, gehst du selbst im ungünstigsten Fall immer noch als reiche Geschiedene aus der Geschichte raus, aber das sagt er ihr nicht).

Am Abend ist dann Christians Geburtstagsparty im Hause seiner Eltern. Als Christian und Ana ankommen, flippt Kate kurz aus, denn sie hat eine Kopie von Christians und Anas anfänglichen Vertragsverhandlungen gefunden. Aber hey, easy peasy, das mit dem Sexsklavinnenvertag ist doch schon zwei Wochen her, damals waren wir noch ganz anders und alles ist wieder gut.
Haufenweise Leute sind am Start. Mia und Kates Bruder Ethan sind jetzt übrigens auch zusammen, auch wenn die ganzen Beziehungen damit endgültig inzestiös wirken. Christian mit Ana, Kate mit Christian Bruder und Christians Schwester mit Kates Bruder. Tolle Wolle. Egal, alle finden es richtig richtig toll, dass Ana und Christian vier Wochen nach ihrer ersten Begegnung verlobt sind. Alle, bis auf Mrs Robinson. Wir erinnern uns: Mrs Robinson ist jene Frau, deren Sklave der kleine Christian mal zu Jugendzeiten war. Unter ihrer Hand wuchs er zu dem heran, was er heute ist: Ein reicher, erfolgreicher und disziplinierter Mann, der gern junge Frauen mit braunen Haaren verhaut, die so aussehen wie seine Mutter, die Crackhure. Deshalb will Mrs Robinson Ana auch eine Riesenszene machen, von wegen sie sei nur auf sein Geld aus, sie könne ihn niemals befriedigen und so weiter. Und zum ersten Mal steckt Ana nicht nur ein, sondern schüttet Mrs Robinson einen Cocktail über den Kopf. Christian, der von dem Spektakel Wind bekommen hat, kommt hinzu und schreit Mrs Robinson hat, dass sie keine Ahnung von ihm hat und ihm einzig und allein das Ficken, nicht aber das Lieben beigebracht hat, wie süß. Zufällig hat auch Christians Adoptiv-Mutter zugehörig und ballert Mrs Robinson mal so richtig eine dafür, dass sie jahrelang ihren kleinen Sohn gesext hat. Das war’s dann wohl mit der Familienfreundschaft. And on goes the party.

Weil das alles ein bisschen too much ist, verkriecht sich Ana in Christians altem Kinderzimmer. Dort hängt ja das einzige Bild von der Crackhure und endlich hat sie genug Mut, sich das Bild mal anzusehen. Hey, die sieht ja gar nicht aus wie Ana?! Naja, umso besser. Auch wenn es bis dato 900 Seiten Konsens war, dass Christian immer genau solche Sexsklavinnen hatte, die wie seine leibliche Mutter aussehen, aber naja. Und dann kommt Christian, trägt Ana hinunter zum Bootshaus, das mit ganz vielen Kerzchen und Blümchen dekoriert ist, wie sich das so ein waschechtes Mädchen eben wünscht. Mitten in der Blümerei fällt er vor Ana auf die Knie und macht ihr einen Antrag. Und Ana sagt ja.

Aber damit nicht genug: Draußen vorm Haus sitzt der böse Widersacher Jack. Ja, er hat den Hubschrauber manipuliert, sodass er Feuer fing. Konnte er ja nicht wissen, dass der mysteriöse Christian Grey auch gleichzeitig der beste Pilot der Welt ist. Aber er wird sich schon noch rächen. Immerhin hat Mrs Robinson jetzt bestimmt auch Lust auf so ein bisschen Revanche. Immerhin haben die doofe Ana und ihr Christian jetzt schon zwei Leben zerstört.

Ende.

Liebe E L James, okay, das Racheding ist ganz geil. Könnte man was draus machen. Wenn du es jetzt ein bisschen clever anstellst, dann kommen im dritten Teil ganz viele Explosionen und haufenweise Tote. Aber dafür sehe ich grau schwarz. Ich habe keine Ahnung, wie oft Ana in diesem Buch darüber nachgedacht hat, ob sie gut genug für Christian ist, fest steht: Viel zu oft. Ich weiß echt nicht, wem solche dämlichen Liebes-Softpronos gefallen bzw. wie verzweifelt man sein muss, um das wirklich gut zu finden. Ja, ich bin nur neidisch, weil du jetzt im Geld schwimmst, nur muss ich glücklicherweise nicht damit leben, mein Geld mit Quatsch verdient zu haben, auch wenn meine Großeltern das anders sehen. Fakt ist: Das waren bisher die langweiligsten und vor allem nervigsten Bücher, die ich je gelesen habe.

So, und jetzt nochmal Anlauf nehmen, Augen zu und los Richtung für Teil 3: Fifty Shades Freed.

In Kategorie: Kritikaster

12 Kommentare

  1. Ich habe leider selbst in deiner Zusammenfassung nur die ersten 3 Absätze oder so geschafft. Zu banal, zu durchsichtig. Was klar ist: Romanhandlung wird häufig gekürzt erzählt. Wenn man bedenkt, was in klassischen Dramen wie Iphigenie oder Antigone innerhalb weniger Tage so passiert, dann merkt man: scheint einfach üblich, weil man alles nicht zu sehr ausdehnen will. Aber das müsste man jetzt literaturwissenschaftlich weiter ausarbeiten, muss an dieser Stelle nicht sein.

    Ich finde es nur superwitzig, dass ein Hacker engagiert werden muss, damit die Mails vom Firmencomputer gelöscht werden. Warum sagt Mr. Grey nicht einfach: „Hey Ana, lösch‘ mal die Mails auf dem PC und mach‘ nicht wieder solchen Blödsinn. Schreib‘ von einem anderen Gerät beim nächsten Mal, danke.“?
    Aber egal, nach Sinn und Unsinn bei einem dieser Bücher zu fragen, ist vermutlich auch vergebene Liebesmüh‘.

    Und als Abschluss kann ich dir nur das hier reinkleben, für dein Poesiealbum:
    https://lh3.googleusercontent.com/-aLdHdC7P_rs/Ugj6AkqNfoI/AAAAAAAAEOU/r2m5egEOfIs/w556-h855-no/50+Shades+of+No.jpg

  2. Josephine

    Sag mal, heißen sowohl Kates als auch Christians Bruder Elliot? Ist ja kaum verwirrend :D

    Davon abgesehen tausend Dank, dass Du Dir diese Bücher antust, sodass ich auf lustige Art erfahre, was darin passiert, ohne sie selbst lesen zu müssen. Deine „50 Shades of nee, ey“-Einträge sind echte Highlights :D

  3. Achso, jetzt sehe ich das Missverständnis:

    Meine Kritik „banal“ bezieht sich auf den Inhalt des Buches.

    Die folgenden Worte sind nur eine Einschränkung deiner Kritik, die ich teilen würde, dass Ana im Buch innerhalb von 7 Tagen vom Neuling zur Chefin wird und andere sehr schnelle Entwicklungen, die unrealistisch erscheinen.

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