# Lipdubs und das liebe Leipzig

Bis gestern wusste ich noch nichts von Lipdubs. Gewissenhaft ignorierte ich die beiden Videos, genauer Making Offs, auf der Online-Lernplattform unserer schönen Universität (die endlich mal mit den richtigen Masterplätzen rausrücken könnte) und ließ Lipdubs sein was auch immer Lipdubs sein sollten.

Ich sollte mich irren und etwas Lustiges verpassen. Lipdubs gibt es bestimmt schon ewig und stammen sicher aus den USA. Mir soll es hier aber um das Projekt “University Lipdubs” gehen, das 2008 von der Hochschule Furtwangen gestartet wurde und laut Aussage der Macher zeigen soll, “wie postiv überzeugt wir von unserer und allgemein der Ausbildung durch ein Studium sind. Das erste University LipDub soll diese Zufriedenheit im Studium vermitteln, die wir an unserer kleinen Hochschule in Furtwangen (im Schwarzwald) fühlen.”

Wie das im Endeffekt aussieht, ist schnell erklärt: Die Darsteller bewegen ihre Lippen zum Text eines frei ausgewählten Songs, genau wie beim Playback, sodass es so aussieht, als würden sie den Text singen. Dabei wird komplett auf Schnitte verzichtet, was dazu führt, dass ein Kameramann meist mit einer Steadicam bewaffnet umher läuft und unterwegs trällernde Studenten filmt. Und das Ganze findet notwendigerweise irgendwo an einer Universität statt. Alles Weitere ist der Kreativität der Studenten überlassen und fördert mitunter großartige Videos zu Tage, wie zum Beispiel die Lipdubs der Université du Québec à Montréal und der Law School der Université de Montréal zeigen.

Sony hat anscheinend mittlerweile gemerkt, dass ich das folgende Video mehrmals geguckt habe und es direkt gesperrt. Wer also in den Genuss kommen will, der klicke bitte hier: InternetEvade (zur Not gibt’s hier eine Proxyliste). Dort einfach folgende URI eingeben und ab dafür: http://www.youtube.com/watch?v=w5cJDBGR-14

Direktoffspringlipdub

Nur für denn Fall, das irgendein Label auch das folgende Video sperrt, hier ein Link, der dann noch funktionieren wird: InternetEvade (zur Not gibt’s hier eine Proxyliste). Dort einfach folgende URI eingeben und ab dafür: http://www.youtube.com/watch?v=-zcOFN_VBVo

Direktblackeyedpeaslipdub

Bisher haben sich 44 Lipdubs aus aller Herren Länder auf der Projektseite angehäuft, bald müsste auch das Video des Leipziger Lipdubs dabei sein. Die Making Offs dazu (Lipdub Lipsiensis wie der traditionsbewusste Leipziger Student es nennt) gibt es jedoch schon (Teil 1, Teil 2). Ich bin gespannt, inwieweit es an die Mühen der Kanadier heran reichen, wenn nicht sogar diese übertreffen wird.

# Welt Kompakt: Einen Versuch war’s wert

Natürlich habe ich mir die Welt Kompakt gekauft, wenn sie denn nun einmal von Bloggern gestaltet wird. Für die Ausgabe am 01. Juli übernahmen einige Blogger die Redaktionsräume des kleinen Bruders der Welt und durften fortan gestalten und formen, was sie bewegt, ein einmaliges Medienexperiment nannte man das. Hier sei zuerst auf die Vorgeschichte hingewiesen, ein großer Spaß.

Nun aber liegt sie hier vor mir, ich bin extra bis zum Bahnhof gelaufen, um sie mir kaufen zu können und kann mich im Endeffekt nur BasicThinking anschließen, wenn die Redakteure dort von einem misslungenen Versuch sprechen, der die Belanglosigkeit des Internets zeigt Den Beitrag würde ich genau so unterschreiben, auch wenn es mir mindestens genau so leid tut.

Irgendwie scheint sich die ganze Ausgabe allein darum zu drehen, wie toll neue Medien und überhaupt sich alle furchtbar einig sind, dass die Welt eine bessere wäre, wenn nur alle die neuen Kommunikationsmittel nutzten und beachteten. Seit Ewigkeiten schon belächelt die Bloggerschaft die unqualifizierte Berichterstattung der etablierten Medien über Internetdinge, aber mehr, als diese vielleicht anders (und natürlich auch endlich mal aus einer Nutzerperspektive) zu erklären, kommt dann doch nicht, außer ein Artikel über Farmville, wie man ihn bereits in jeder Zeitung mindestens einmal zu oft gefunden kann. Man darf und soll zweifelsohne darüber diskutieren, inwieweit der verstärkte Einsatz des Internets unsere Gesellschaft zum Besseren beeinflussen kann, aber so wirklich mehr als ein Hurra auf Twitter und Konsorten habe ich beim, zugegeben nicht gänzlichen, Lesen der Zeitung nicht gelernt. Twitter-Meldungen hingegen gibt es anscheinend zurecht in keinerlei Printmedium, dafür aber überaus hässliche Schriftarten. Vielleicht habe ich wenigstens gelernt, dass es Marktversagen sein soll, wenn Printmedien immer weniger Abnehmer finden, was Quatsch ist, aber das nur am Rande.

Das Format hingegen fand ich eigentlich ganz witzig, nur dass gleich gänzlich auf Ressorts verzichtet wurde, macht die Ausgabe zu einer Wut aus zusammengewürfeltem Fließtext. In viel zu vielen Parataxen. Das nervt mich extrem. Schon im Internet. Ich bin ja auch so. Aber ich mag es nicht einmal an mir selbst. Dass ich mir eine Literaturausgabe gewünscht hätte, ist eine andere Geschichte, denn auch das hätte daneben gehen können. Immerhin hat man es mal probiert, wobei das so genannte Experiment sicher in erster Linie als Aufwertungsversucht der Welt in Richtung Szenigkeit und Hipness zu werten war. Hat nicht geklappt, ab morgen schreiben dann also wieder die Springer-Akademiestudenten mit biederem Anspruch. Bei turi2 gibt’s zum Abschluss einen kurzen Einblick in den Ablauf der Arbeit der Alternativredaktion. Auch schön der Artikel bei kress.

Bevor die Diskussion aufkommt: Das alles ist keineswegs als Lanzenbruch für irgendwen zu werten. Dass diese Ausgabe nicht allzu viel Mehrwert mit sich bringt, sagt natürlich nichts über die gesamte Bloggerschaft, ihre Innovations- und Informationsfähigkeit oder Sonstiges aus. Es bspw. hätte schon etwas gebracht, Ressorts einzuhalten und auch zu bedienen.

# Livelyrix Slam, Leipzig

Distillery

# Ja, das ist ein echtes.

Es hat ja eh schon die halbe Welt gesehen. Konnte mich nur schlecht von hinten fotografieren, bzw. meinen Arm so drehen, dass es nach unten zeigt, aber wozu kann man den Kopf drehen. Passend dazu Folgendes:


Direktshotaroundtheworld

# Die liebe Schreibwarensucht


Foto von Manuela Hoffmann

Endlich mal wieder etwas für den Schreibwarensüchtigen in mir. Ich weiß auch nicht, woher das kommt, aber Stifte, Notizbücher, allgemein Schreib- und Zeichenuntensilien sowie Bürokram und alles drumherum finde ich einfach toll. Allein beim Arzt oder auf Ämtern blicke ich jedes Mal neidisch auf diese riesigen Aktenschränke, in die man die Ordner einfach hineinhängt und hätte ich in irgendeiner Weise Verwendung für ein Grafiktablett, dann hätte ich sicher schon eins.

Das da oben jedenfalls ist der so genannte Taschenbegleiter, klingt komisch, ist aber so. Das Ganze ist praktisch eine Hülle für 3 Hefte, also Kalender, Notizbuch, Taschenbuch etc., die man einfach einklemmt, hat zusätzlich ein paar Taschen, Stifthalter und sieht toll aus. Ich weiß nicht, wofür ich so etwas gebrauchen könnte, außer um vielleicht einmal Kalender und Notizbuch immer bei einander zu haben und meine Quittungen nicht ständig im Portemonnaie herum fliegen zu haben, aber ich finde es toll. Man wirkt sicher direkt viermal professioneller damit und kann endlich mit den Organizer vor sich her tragenden Businessleuten im ICE mithalten. Nur viel zu teuer das gute Stück, meine Wunschversion käme laut des Designers auf niedliche 89 Euro. Vielleicht irgendwann einmal, wenn ich endlich reich bin. Aber dann hätte ich sicher Angestellte, die meine Gedanken einfach direkt twittern.

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