Es ist jetzt halb 10 in der Schweiz, eigentlich hatten wir mit dem netten Hostelmann ausgemacht, dass es genau jetzt Frühstück gibt, aber was soll’s, der werte Herr Teamkollege schläft ja schließlich noch und ich habe entdeckt, wozu das LAN-Kabel hier im Zimmer gut ist.

Dem Team Totale Zerstörung wurde gestern die große Ehre zuteil, tatsächlich das Schweizer Team-Battle in Olten gewinnen zu dürfen. Yeay! Die Schweiz überhaupt ist ein ganz wunderbarer Ort, nachts halten einen Menschen auf offener Straße an, unauffällig schon rüstet man sich innerlich schon zum Gefecht, doch nur um festzustellen, dass sie einem bloß unbedingt etwas vorrappen wollen. Überall rauchen Leute auf in Bahnhöfen und sagen dabei immer wieder “Scho, odr?” (man sollte das trotzdem wohl lieber nicht imitieren). Festzuhalten bleibt, dass es sehr schön ist hier und vor allem sehr nett. Gewonnen also, schön, noch schöner, wenn wir genügend Zeit hätten, die schönen Berge um uns herum ein wenig mehr wirken zu lassen. Nur eigentlich habe ich gar keine Zeit mehr dazu, denn gleich fährt auch schon wieder unser Zug Richtung Jena. Ahoi.

Spoken words, die dritte. Nach dem fulminanten Erfolg der letzten Lyriknacht am 16.01.2010 laufen bereits jetzt die Planungen für die nächste:

Termin: Samstag, 05.06.2010, 20:00 Uhr, Hauptbühne
Ein Gemeinschaftsprojekt vom Theaterhaus Jena und dem Lesezeichen e. V..

Gesehen in Jena am Literatencafé, sicher war es einfach nur spät und der/die AphoristikerIn hatte viel getrunken:

Ja, das mag beim ersten Lesen ein wenig holprig klingen, aber die Marketingleute haben es schließlich auch schon einmal geschafft, uns einzureden, man könnte Deutschland sein (und würde das auch noch freiwillig wollen).

Sehr gut, James Bond für Arme (lokale Kopie).

Dass ich beiläufig Feuerzeuge einstecke, habe ich schon lange erkannt. Direkt nach dem Benutzen wandert so ziemlich jedes Feuerzeug wasweißichwarum in meine Tasche. Man könnte denken, ich würde damit einen Versuch unternehmen, das Feuerzeug zu stehlen, doch dem ist nicht so (wenigstens bin ich mir dessen noch nie bewusst gewesen). Ich kann einfach nicht anders. Schön ist es deshalb, wenn man nett darauf hingewiesen wird, dass man schon wieder dieses oder jenes Feuerzeug eingesteckt hat. Ich fühle mich mittlerweile schon dauerhaft schuldig, sodass ich gleich Schuldgefühle bekomme, wenn jemand nur fragt, wo sein Feuerzeug geblieben ist, auch wenn ich es gar nicht eingesteckt habe. Das einzige Hilfsmittel dagegen ist eigentlich nur, immer ein eigenes Feuerzeug dabei zu haben, sodass man nie in Verlegenheit kommen kann, jemand anderes nach Feuer zu fragen und dann dessen Feuerzeug einzustecken. Oder nur Streichhölzer annehmen, mit denen ist mir das noch nie passiert.

Gestern Nachmittag, als wir in Mannheim am Bahnhof standen und darauf warteten, dass endlich der Zug einfuhr und wir in Ruhe unsere Schnitzelbrote verzehren konnten, langte ich aus Langeweile in meine Hosentasche und zog zu unserer beider Überraschung den Zimmerschlüssel unserer Unterkunft aus der Schweiz heraus. Das soeben von mir erfundene Wort “Ochneinfuckmistwarumimmermir” beschreibt wohl am besten, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging. Ehe ich abends ins Internet konnte, waren schon Suchmails eingegangen und ich habe ich reumütig stellen können.

Haargenau das Gleiche ist mir schon einmal passiert. Sicher fällt es seitens von Hotel- und Hostelbesitzern sowieso unter Kulanz, dass da kein großes Fass aufgemacht wird, wenn man den Schlüssel wenigstens schnellstmöglich wieder zurück schickt, aber es nervt, denn genau so gut könnte man den Schlüssel ja auch wieder abgeben. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Sicher wäre es so, dass ich, wenn ich nichts unterbewusst mitnehmen, stattdessen dann etwas Wichtiges vergessen würde. Das kommt sicher auch noch. In Jena habe ich deshalb aus reiner Vorsicht den Zimmerschlüssel so wenig wie möglich angerührt und soweit ich bisher weiß auch nicht mitgenommen. Bitte gebt mir so etwas in Zukunft nicht mehr in die Hand, ich bin ein Risiko. Allerdings habe ich fast einen Pullover vergessen.

P.S.: Die letzten zwei Tage standen irgendwie im Zeichen der Burschenschaften. Nach dem Oltner Team Battle kamen wir im Gespräch irgendwie auf Burschenschaftler, einen Tag später erzählt uns ein sehr redseliger Mann von seinem Burschenschaftler-Schwiegersohn aus Freiburg und wiederum tagsdarauf schlürfen wir im Hotel in den Frühstücksraum, nur um überall bescherpte alten Herren sitzen zu sehen, deren naturgefurchte Gesichter uns zweifeln lassen, ob das nun Falten oder Schmisse sind. Was war los?