Direkmission

“Ich arbeite bei der Bahnhofsmission, das ist ziemlich cool, denn wir haben Funkgeräte, dürfen auch beim Funkverkehr der Bahn mithören und die Polizisten grüßen uns, wenn sie wieder im Fünfzigerpack auf den Bahnsteigen stehen, weil gerade wieder 3 Punks aus Wurzen angekommen sind. Wir tragen blaue Westen und haben 3 Rollstühle, fett.”

Mannheim noch einmal.

Will man in die sportwissenschaftliche Bibliothek, so muss man an der sportwissenschaftlichen Fakultät vorbei, ehemals DfHK, Deutsche Hochschule für Körperkultur, deren Faschingsfeiern ein mysteriöser Ruf voraus eilt. Einmal traf ich vor ihrem Eingang einen weinenden Mann in einem Schweinskostüm, der einer Katzenfrau hinterher schrie, dass er das nicht verdient hätte.

Will man jedenfalls in die sportwissenschaftliche Bibliothek und findet sie nicht, muss man den Pförtner fragen (“Da in das umzäunte Gebiet rein, durch den Säuleneingang, dann rechts!” “Danke!” “Moment moment, junger Freund, da sind sie aber noch lange nicht in der Bibliothek!” “Oh!”) und darf zu Belohnung feststellen, dass wenigstens an diesem Tag der Anteil an Jogginghosen überproportional groß ausfällt. Auf dem Gang spricht jemand über den neuen Bushido-Film und man fühlt sich ein bisschen schuldig, ihn auch schon gesehen zu haben. Ansonsten das Standardrepertoire an Bibliotheksbesuchern, nur straffer, Sportbibliothek eben: viele lesen, manche surfen, zwei schlafen und einer hat Schlappen mitgebracht. Die Unruhe im Raum steigt schnell, sobald sich eine Sportstudentin vor einem Bücherregal räkelt.

Ist es Anzeichen dafür, dass mein Büchergeschmack exquisiter wird, wenn ich seit einiger Zeit Bücher immer aus dem Magazin bestellen muss? Warum bürdet man es sich auf, eine Arbeit über Tradition und Identifikation im Fußball zu schreiben, wenn man bis auf die heimliche Faszination für Hooligans und Ultras kein Interesse daran hat? Dennoch, es ist nett zu sehen, dass sich selbst darauf noch Überlegungen von Adorno anwenden lassen, knie nieder, Max Weber!

Semesterferien, das heißt, mal wieder in die Bibliothek zu gehen, immer noch nicht verstanden zu haben, welche Bücher man ausleihen darf und welche nicht, das Nötige direkt an einem der Hier-bitte-kein-Laptop-Tische lesen und mitunter feststellen, welche unangenehmen Geräusche menschliche Körper beim normalen Betrieb von sich geben – dann schnellstmöglich wieder zu verschwinden, feststellen, dass man etwas vergessen hat und das Prozedere von Neuem durchlaufen, bis das hauseigene Glockenspiel endlich alle Anwesenden erlöst und den Feierabend läutet.

Satz der vergangenen Woche, aufgeschnappt in Mannheim:
“Ey und weißt du, warum ich heute früh wach geworden bin? Wegen deinem scheiß Rap!”

Satz der Woche davor, aufgeschnappt bei einer Lesung:
“Ah, hallo, ich hab dein Manuskript gelesen, schade, dass es keiner genommen hat.”

Ten rules for writing fiction Part 1

Ten rules for writing fiction Part 2

Keine Bestenliste, ich musste schließlich die Reihenfolge der Zahlen einhalten, eher als Vorgeschmack zu werten:

1 Write. (Neil Gaiman)

2 Cut (perhaps that should be CUT): only by having no ­inessential words can every essential word be made to count. (Diana Athill)

3 Until you get to Page 50. Then calm down, and start worrying about the quality. Do feel anxiety – it’s the job. (Roddy Doyle)

4 Stop feeling sorry for yourself. (Colm Tóibín)

5 Keep a diary. The biggest regret of my writing life is that I have never kept a journal or a diary. (Geoff Dyer)

6 Trust your reader. Not everything needs to be explained. If you really know something, and breathe life into it, they’ll know it too. (Esther Freud)

7 Don’t write letters to the editor. (No one cares.) (Richard Ford)

9 Have fun. (Anne Enright)

10 Ignore all proferred rules and create your own, suitable for what you want to say. (Michael Moorcock)

gefunden bei der Kaltmamsell

So richtig kann ich mich vom Fußballthema noch nicht lösen: “The Puma “Hardchorus” ad breaks at half-time in ITV1′s coverage of the Bolton v Spurs FA Cup match on Sunday… err… Valentine’s Day, in case you forgot.”


Direkttottenham

Da hier gerade mächtig viele Leute auf die Seite kommen und die “Liebe Stephenie Meyer”-Reihe suchen, hier sind alle Teile:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8

Achtung, Spoiler:

I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]

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