Rückblick auf die Team Tour Teil 1

20. November

Es schläft sich schön in Marburg. Es frühstückt sich schön in Marburg. Es filmt sich schön in Marburg. Gerade wenn Sebastian23 und Lars Ruppel wieder einmal eine so tolle Idee hatten, wie bei der Reihe youtube and reality, bei der es darum geht, youtube-Videos mit Realität nachzustellen oder umgekehrt, so genau scheint das niemand zu wissen. Der Vortag hatte so viele Inspirationen gebracht, die jetzt filmisch umgesetzt werden sollten, so z.B. die ROLF-Battle, die lachenden Vierlinge, die am Elektrozaun leckende Ziege oder die gegen eine Scheibe schwimmende Seekuh. Zwischendurch sprang Felix auch noch aus dem Stand in eine Mülltonne, sehr beeindruckend war das.

In jugendlichem Größenwahn hatten wir während des Tages die Idee entwickelt, dass wir an diesem Abend, wenn wir wieder mit Zuschauern überrannt werden sollten, einfach 2 Shows nach einander machen würden, mit jeweils voll besetztem Theater am Schwanhof in Marburg. Vorher aber aßen wir scharfe Currywurst, machten einen schönen Stadtspaziergang entlang der Lahn und des Hauses eines hessischen Comedians, der hier nicht näher benannt werden soll, ach, was soll der Spaß, Maddin Schneider, schauten Rap-Videos in der WG-Küche und filmten und filmten. Und spielten Scrabble: Julius, Gabriel Vetter und ich. Ich verlor, Gabriel gewann, Julius war entsetzt.

Dann war der Tag auch schon irgendwie vorbei und es folgte wieder (“nur”) eine dieser wunder-wunderschönen Shows, derer wir noch mehr erleben sollten. Herrlich, ein voller Saal, begeisterungsfähige und dankbare Menschen, Marburg und zum ersten Mal die große teamübergreifende Maßnahme aller 3 Teams, als wir gemeinsam unser für jeden Abend neu improvisiertes Lied “Wo ist das Niveau” zum Abschluss zum Besten gaben. Die Medien scheinen es auch toll gefunden zu haben, siehe hier und hier.

Danach ging es wieder in WG, herrjeh, diese WG, ein eigenständiger Organismus, möchte man meinen, unberechenbar und höchst lebendig in seinem Gebaren. In Marburg scheinen schöne Abende immer garantiert.

Rückblick auf die Team Tour Teil 1
Rückblick auf die Team Tour Teil 2

21. November

13 Uhr hieß die Zauberformel, die Felix am Tag zuvor für unsere Abfahrt nach Tübingen fest gelegt hatte und tatsächlich hatten es bis 12 Uhr so ziemlich alle geschafft, sich aus ihren Betten zu schälen und ein gemeinsames Frühstück von sagenhafter Qualität zu genießen. Sebastian23 und Lars hatten sich vorher aufgemacht und auf dem Markt einige Köstlichkeiten besorgt und Ken bastelte ein fantastisches Rührei, es gab frische Brötchen und nette Menschen, die Zeitung und Wlan, perfekt.

Schönes Haus in Tübingen

Schönes Haus in Tübingen

Aber irgendwie klappte es mit 13 Uhr doch nicht, denn immerhin dauert es eine Weile, bis sich 9 Menschen in 2 Duschen nach einander gesäubert, alle Sachen gepackt, allen Tschüss gesagt und sich mit der Tatsache abgefunden zu haben, zum Trotze der fortgeschrittenen Tageszeit doch nicht ausgeschlafen zu sein. Egal, dann eben 14 Uhr, immerhin hatten wir schon in großzügiger Manier 4 Stunden für die Fahrt eingeplant, obgleich schon Google Maps nur 3 Stunden veranschlagt hatte, aber Google Maps plante im Gegensatz zu uns ja auch keine Schnitzelbrot- und Kaffeepausen ein, geschweige denn den kleinen Umweg über Hanau, um den schwer arbeitenden Telhaim von zu Hause abzuholen.

Dass der gute Lars Ruppel aber noch schnell einen schicken Anzug für eine Moderation direkt nach der Tour brauchen würde, war dann aber noch etwas überraschender. Also schnell alles in die Autos, Julius und Gabriel noch schnell beim Gummibärenladen, Lars beim Herrenausstatter vorbei geschickt und los.

Postkarten können's nicht besser

Postkarten können's nicht besser

Wenn ich mich recht erinnere, dann waren wir aus unerfindlichen Gründen gegen 15:30 Uhr trotzdem erst am Marburger Stadtrand. Hm. Immerhin hatte Lars dann auch einen sehr sehr schönen Anzug im Gepäck, jeder war bereits mindestens einmal auf der Toilette gewesen und hatte einen Kaffee intus. Naja. Konnte auch niemand ahnen, dass die 4 Stunden tatsächlich ganz gut kalkuliert waren und der Abstand zwischen Stuttgart und Tübingen so gefühlsmäßig doch ein Stückchen größer ist, als es auf der Karte den Anschein hat. Aber immerhin angekommen. Besser spät als nie, wobei die Verantwortlichen in Tübingen doch schon ein bisschen auf Kohlen gesessen haben müssen.

Aber ein feines Abendessen hatten sie gezaubert, fantastisch, noch einmal großes Dankeschön dafür. Da die Setlist sich mittlerweile eigentlich etabliert hatte, blieb uns also bis Showbeginn noch etwas Zeit, um wieder Quatsch zu machen, was auch so ziemlich das einzige ist, was 9 Leute konstruktiv und jeder Zeit ohne Weiteres auf die Beine stellen können (außer Plena, die gehen auch gut).

Die Show selbst war sehr schön. Die lieben Tübinger brauchten eine ganze Weile, ehe sie auf Betriebstemperatur waren und ein großer Teil ihrer selbst schien sich an diesem Abend lieber auf eine ominöse Studentenparty vorzubereiten, statt das Mancuso zu beehren, aber dennoch war der Raum sehr gut gefüllt und die Stimmung spätestens ab dem ersten Drittel sehr gut. In Tübingen war es auch das erste Mal, dass wir, sprich alle 3 Team gemeinsam, den SMAAT-Smash-Hit Ramona gemeinsam sangen, zu dem SMAAT den Hit, Julius und ich (yeah, TTZ) ein großes Nasenbattle und Word Alert eine Dancehall-Version des Liedes beisteuerten. Groß, sag ich nur.

Süßes Pärchen vor idyllischem Hintergrund

Süßes Pärchen vor idyllischem Hintergrund

Und dann wieder Aftershow, wie das immer so ist, after der show. Nachdem es anfangs noch ziemlich klar war, dass alle diese mysteriöse Studentenparty besuchen würden, blieben am Ende doch nur noch Julius und ich übrig. Und das war uns dann auch zu doof. Also noch schnell wie Wo-Schläft-Man-Denn-Frage geklärt, einen sehr leckeren Döner gegessen und ab in eine dermaßen tolle Wohnung, das glaubt man gar nicht. Da ließe es sich leben. Aber es müsste Leipzig drumherum sein.

Am nächsten Morgen ließen wir uns mal wieder richtig Zeit. War ja auch Zeit. Nach Stuttgart nicht weit, aber der Abend vorher lang gewesen. Kleiner Spaziergang durch Tübingen mit dem lieben Harry Kienzler, vorbei an wunderschönen Panorama-Möglichkeiten und gemeinsames Schnitzelbrot-Frühstück mit allen Neunen im Café Herrmann, wo man sich gleich doppelt heimisch fühlt.

Rückblick auf die Team Tour Teil 1
Rückblick auf die Team Tour Teil 2
Rückblick auf die Team Tour Teil 3

22. November

Also nun Stuttgart. Frühstück im Café des Namensvetters zu überhöhten Preisen, hier merkte man mal wieder die 19% Mehrwertsteuer beim “hier essen”. Aber was soll’s. Ab ins Auto und los. Dalibor hatte im Auto guten Hip Hop laufen, Julius und ich drehten Headbangvideos auf den Rücksitzen. Und schwupps waren wir da. Auf dem Weg wurde mir das Bauvorhaben bezüglich des Stuttgarter Hauptbahnhofs erklärt. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist dieser irgendwann komplett unterirdisch. Fetzt. Stuttgart an sich, ziemlich lang gezogen, wie ich fand, erinnerte irgendwie an Dresden, nur dass es hier voller BRD-Hauptsache-Nach-Dem-Krieg-Schnell-Wieder-Aufgebaut-Bauten vollgepflaster war und ich mir kaum vorstellen konnte, dass im Zentrum, so wie in Frankfurt, irgendjemand wirklich wohnte und nicht nur arbeitete.

Stuttgart mit Wasserloch

Stuttgart mit Wasserloch

Dann waren wir auch schon in der Rosenau, schönes Lokal und mir sollte sich erst später das Konzept dieses Ladens erschließen. Die Leute kommen zeitig, schmausen stilecht und schauen sich dann die Veranstaltung an. Dem enstprechend sollten die Zuschauer auch ein kleines bisschen älter, weil kaufkräftiger sein, Kabarettpublikum, wie es hieß, also Leute, die nicht gerade für ihre Extase bekannst sind, aber dazu später mehr. Bisher scheint es fast so zu klingen, als hätte der Abend nicht großartig werden sollen.

Der Großteil meines Gepäcks hatte die Nacht im Kofferraum verbracht. Ich dachte, der Technik würde Kälte nichts ausmachen, aber man kann sich ja eines Besseren belehren lassen. Mein Laptop jedenfalls startete nicht mehr, klasse. Der An/Aus-Schalter hatte sich brav in die für ihn ausgestanzte Rundung gedrückt und wollte nicht mehr, juhu. Aber nachdem ich den guten Rechenknecht erst einmal mit Strom versorgt und die Akklimatisierungsdauer in ein anregendes Gespräch mit Telhaim über soziale Einrichtungen investiert hatte, oh Wunder, der Knopf sprang wieder in seinen Ursprungsort zurück und der Rechner wieder an. Sollte ich die ganze Literatur für die Bachelorarbeit also doch nicht umsonst gesucht haben.

Bevor es jedenfalls Abendessen gab, machten wir Abrechnung. Das ist an sich nicht schwer, bei 9 Leuten jedoch schon etwas knifflig, vor allen Dingen, wenn nur manche Umsatzsteuer abführen müssen und das ja gerecht berücksichtigt sein möchte. Aber es gibt ja schließlich immer irgend jemanden, der rechnen kann und mit genügend Zeit, die wir diesmal hatten, ließ sich auch das lösen. Und zur Belohnung gab’s hausgemachte Ravioli und Salat. Sehr schön, sehr lecker.

Irgendwann trudelten dann auch die Gäste ein und wir verzogen uns in die Künstlerwohnung ins Obergeschoss. Dort drehten wir noch einen Teil von “youtube and reality” (namentlich Teil 3: Die Pandas und die Affen) und warteten. Unten wurde gemampft, oben mit den Fingern getrommelt. Gab auch nicht’s mehr zu proben, die Setlist stand felsenfest und zumindest von unserer Seite aus war Zuversicht garantiert. Nebenbei konnte noch schnell Tobi Heyel vom tollen Team Großraumdichten als Moderator gewonnen werden.

In der Rosenau habe ich zum ersten Mal den Einsatz eines Stagelichtes miterleben dürfen. Man sieht sie hin und wieder, die roten Lämpchen im Backstage, die dem Künstler signalisieren, wann er anzufangen hat, Kunst zu machen. Aber normalerweise wird darauf freundlich verzichtet. NIcht in Stuttgart. Zwar zweifelten wir an der Funktionstüchtigkeit der Lampen, denn man ließ uns nach der Ankündigung “Wenn’s gleich blinkt, geht ihr raus!” doch noch ein bisschen bangen, aber im Endeffekt funktionierten sie, was für eine Pointe, natürlich doch. Es ging’s los und die Leute von Beginn an dabei. Das hätte ich nicht gedacht, aber die Leute (und wir natürlich erst recht) hatten ihren Spaß. Ein toller Abschluss voller Hingabe.

Am letzten Abend doch nur noch Wasser

Am letzten Abend doch nur noch Wasser

Und dann: Die Leute weg, die Ermattung da. Jeden Abend ist man müde ins Bett gefallen, aber anscheinend war immer eine kleine Anspannung geblieben, die einen für den kommenden Abend bereit hielt. Jetzt waren wir alle total durch. Keiner hatte mehr Lust, irgend etwas zu machen, als noch ein bisschen zusammen zu sitzen, bis alles geklärt und bereit für den Auf-, vielmehr Abbruch war.

Julius, Gabriel und ich blieben in der Künstlerwohnung, die Anderen verbrachten die Nacht bei Toby. Gabriel fuhr sogar noch mit dem Nachtzug über München zurück nach Hause in die neutrale Schweiz, Teufelskerl. Sebastian sollte ihm am kommenden Vormittag folgen, Lars war bereit, seinen Anzug zum Einsatz zu bringen. Auch Julius und meine Müdigkeit fuhren ziemlich früh wieder los. Am Bahnhof filmte ich einen TGV und war froh, denn ich mag Züge. Im ICE war es leider weniger erfreulich, mit 800 Menschen in einem Zug und circa einem halben Quadratmeter pro Mensch und einer guten Stunden Stehen vor uns. Aber am Ende durften wir doch noch sitzen und, viel wichtiger, Schlaf nachholen.

Ein Leipzig regnete es, das passte. Ich denke für alle war auch noch der kommende Tag der Regeneration gewidmet und stand ein bisschen unter einem traurigen Stern, einfach weil es so schön und leider schon vorbei war. Wir haben uns vorgenommen, die Tour zu wiederholen, mit Konzept und hoffentlich einer Agentur im Rücken. Der Pott ist angedacht und die Schweiz. Und der Norden. Und eigentlich ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ach, die Welt. Wenn wenigstens ein paar davon Wirklichkeit werden könnten, wäre das fantastisch. Ich jedenfalls fand es großartig.

Danke hierbei an SMAAT (Gabriel Vetter, Lars Ruppel, Sebastian23 und Felix Römer), Word Alert (Ken Yamamoto, Dalibor und Telhaim) und Julius, ich hab euch unglaublich lieb gewonnen.

Wie im letzten Jahr.

Januar: Gleich nach der ersten größeren Tour des Jahres todkrank. Ich lasse mich daran erinnern, dass ich Zahnarztbesuche nicht mag, so gar nicht. Bayern ist nicht mein Fall und München nicht heimliche Hauptstadt. Wäre mein Leben eine Doku, wäre sie größtenteils langweilig, aber in ihren Amplituden außergewöhnlich. Ich merke: Manchmal sollte man sich zum Essen zwingen.

Februar: Draußen ist es verdammt kalt, aber es ist gut, wenn man es langsam wieder merkt, dass die Sonne später unter geht. Der heimliche Stolz, in der Uni manchmal von Koryphäen unterrichtet zu werden, fühlt sich falsch an, aber irgendwie nachvollziehbar. Lethargie und Unverständnis dem Ganzen gegenüber. Im Guten, wie im Schlechten, die meisten Sachen sind weniger schwierig, als ich sie in meinem Kopf gestalte und phophezeie. Aber es bleibt anstrengend.

März: Besuchermarathon und Buchmesse. Irgendwie finde ich tatsächlich ein Praktikum, wie es das Studium von mir verlangt.  Ich habe gern Gesellschaft, aber nicht andauernd, sonst verliert es das Besondere. Man sollte nicht alle ständig vernachlässigen. Man muss auch wirklich nicht alles machen. Manches sollte man sowieso nicht machen. Sie fährt lange weg, aber ich bin zu Genüge beschäftigt. Was nicht heißt, das es das besser macht.

April: Wieder längere Touren. In Hamburg haben wir eine Dusche mitten in unserem Hotelzimmer. In Gegenwart von echten Kosmopoliten überfällt mich immer eine kleine Ohnmacht. Hamburg ist immer mehr fantastisch und das neue Berlin. Insbesondere in Verbindung mit Sonne. Die Uni ist semi-nett zu mir, zwingt mich zu sinnlosen Dingen.

Mai: Praktisch nur unterwegs. Man will uns berühmt machen, klappt aber nur fast. Ich lerne: Veranstalter müssen ihres Berufs wegen schon euphorisch sein; wenn man vor hat, zu Fuß zu einem Veranstaltungsort zu gehen, dann bei Google Maps unbedingt Fußweg einstellen, sonst extreme Verspätung; Indien ist ein faszinierendes Land, auch ohne Slumdog Millionaire; Französisch ist wunderschön, man kommt sich bereits bei leichten Sätzen poetisch vor; Soziologen sind eine sehr eigenwillige Spezies; Zecken können sich verdammt fest beißen.

Juni: Antwort der Stadt Halle auf meinen Text. Wer auf so etwas reagiert, will selbst schon Possen schaffen. Das wird mir noch nachhängen. Ich finde es sinnlos, Referate über Themen halten zu müssen, mit denen sich jeder auskennen sollte. Beim Campusfest werden wir wie wichtige Personen behandelt und es werden wider Erwarten sehr schöne Auftritte. Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlen muss, wenn man den Verstand verliert.

Juli: Zum ersten Mal der Bühne verwiesen zu werden, hinterlässt schon so eine Art Rockstar-Attitüde. Praktikum, und ich dachte, ich würde Rückenschmerzen kennen. Die Welt ist ein perverser Ort. Die Dankbarkeit liegt ganz unten und geht auf dem Weg nach oben irgendwie verloren. Vitaminkuren sind vielleicht doch nicht so verkehrt, wie ich immer dachte, zumindest, wenn man einfach nicht dazu kommt, sich gesund zu ernähren (und wenn man dann frei, auch keinen Bock dazu hat). Tägliches Fahrradfahren tut gut.

August: Oh, diese Kramer, großartiges sechssaitiges Gerät. Praktikum. Mir fällt auf, wie viel Auftrittsangebote innerhalb der Woche liegen und es stört massiv, sie nicht wahr nehmen zu können. Gelernt: Als EU-Bürger in einem fremden Land zu stranden und sich weigern, die jeweilige Botschaft zu benachrichtigen, reduziert jedwede Hilfsmöglichkeiten auf nahezu null; das Stadtzentrum “sauber” zu halten bereinigt gar nichts; Aussehen sagt sehr wenig aus. Sehr schade, dass er nach Paris musste.

September: Praktikum. Langsam zehrt es. Die Menschen tun mir immer so leid. Immer dieses Oszillieren zwischen Abscheu und ganz nah dran. Ein Ritterschlag wäre: The best poet always loses. Und dann fährt sie schon wieder einmal weg. Und genau dann muss das Praktikum zu Ende sein. Ironie ist die eigentliche Defintion meines Lebens. Man darf auch einmal anderthalb Wochen gar nichts tun. Ich mag die Wochenenden mit zeitigem Aufstehen und egal welchem Wetter.

Oktober: Wie schön, das ist jetzt der zu vielte angefangene Roman. Trotzdem volunteer of the year. Wieder im Business. Die Frankfurter Buchmesse ist auch nicht besser. Es gibt auch schlechtes asiatisches Essen, richtig schlechtes. Und es gibt Mittekill, großartig. Nicht aufgeben, dran bleiben, auch wenn es der Spiegel eine verschenkte Dekade nennen wird, oder so ähnlich. Die Uni ist nett zu mir.

November: Eine Nacht am Hauptbahnhof in Gera. Man sollte das mit dem Schlafplatz wirklich immer wieder sagen. Ich hätte tatsächlich Psychologe werden sollen oder sollte wenigstens eine Praxis für Lebenshilfe eröffnen, denn ich ziehe Menschen mit Problemen nur allzu magisch an. Immer unterwegs. Was teilweise irgendwie toll ist. Ich schaffe es irgendwie, meine Bachelorarbeit anzumelden, ohne vorher einfach umzufallen. Langsam kann ich die persönliche Freude nachvollziehen, die ganzen Anderen überall und immer wieder zu treffen. Man kann dort noch viel viel lernen. Es lohnt sich.

Dezember: Leipzig ist das neue Berlin, sagt die Dozentin, aber Berlin ist auch schön. Michel Abdollahi ist verdammt klug. Es ist ein gutes Gefühl, dazu zu gehören. Michael Bittner ist klasse, klug sowieso. Mit etwas Glück erkennt mich bei der Lesebühne noch einer der Zuschauer. Sie kommt wieder einmal wieder, zum Glück. Es ist tatsächlich von den Notizen abhängig. Gelernt: Neigetechnik, Kurven und hohe Geschwindigkeit = mindestens 40 Minuten Verspätung. Anerkennung suchen und sich dann ob ihrer unwohl fühlen, yeay.

Was bleibt: Ca. 80 Auftritte in ca. 30 Städten, ca. 2000 Euro an die Deutsche Bahn und ich-weiß-nicht-wie-viel an zu schlechte Imbisse. Ich habe eine ganze Menge Zeug gesehen. Noch lange nichts Vergleichbares zu anderen Leuten, aber für mich schon enorm. Das Traurige daran ist, dass es mir schon jetzt so vor kommt, als wäre das ganze Jahr einfach an mir vorbei gezogen, als würde ich eine Menge verpassen. Aber ich bin zum Schwanken verdammt, es wird sich nicht ändern lassen, nicht in vertretbarer Art und Weise.

Die Sommerpause ist vorrüber, die Maschinen sind aufgetankt, poliert und bereit wieder abzuheben. Julius Fischer, Christoph Graebel, Hauke von Grimm, Michael Schweßinger, André Herrmann & Kurt Mondaugen kehren als Lesebühne Schkeuditzer Kreuz zurück in die Wärmehalle Süd.

Ab jetzt sogar mit weiblicher Verstärkung: JaNaKlar, Autorin und Slam-Poetin aus Leipzig übernimmt André Kudernatschs Platz und wird offizieller Teil der Crew. Bahnbrechend! Verstörend!

All das wieder ab 18. Dezember. Live-Erleuchtung durch die Jungs und das Mädchen, Bewusstseinsverändernde Dichtung, die bis hoch ins Zentrum donnert — Literarisches Come-Together am Connewitzer Kreuz! — Wie immer am dritten Freitag im Monat!

18.12.2009,
Ort: Wärmehalle Süd, Eichendorffstr. 7 / Ecke Karl-Liebknechtstraße / Leipzig-Connewitz
Beginn: 20 Uhr; Eintritt: 3 Euro

P.S. Verkehrsschilder haben freien Eintritt!

http://www.schkeuditzerkreuz.de/