“Thomas Bernhard: Auslöschung”, sage ich.
“Bernhart”, sagt sie und tippt den Namen in ihren Computer.
Ich lese vorsichtshalber mit.
“Ne ne, mit D”, sage ich und zeige auf den Bildschirm.
“Das findet der schon”, sagt sie.
“Findet er nicht”, sage ich.
Sie drückt ENTER.
Der Computer rattert ein wenig vor sich hin und mir wird langsam warm. Auf den Sesseln um ich herum ahlen sich Studenten, die sich mit Kaffee und Büchern, die sie später nicht kaufen, die Zeit zwischen Vorlesungen vertreiben.
Dann ändert sich die Anzeige.
“Ne, tut mir Leid, gibt’s nicht”, sagt sie und tippt siegessicher nochmals auf ENTER.
Ich verziehe das Gesicht.
“Deswegen ja auch mit D”, sage ich.
Sie verzieht das Gesicht.
“Das kann der”, sagt sie.
“Anscheinend nicht”, sage ich.
“Wie denn, mit D?”, fragt sie.
“Na, am Ende”, sage ich.
“Ja, aber das kann der”, sagt sie.
“Steht da vielleicht so etwas wie ‘Meinten Sie etwa…’?”, frage ich.
“Was meinen Sie?”, fragt sie.
“Na, wie bei Google”, sage ich.
“Ne, das ist kein Google hier, das ist unsere Bestandsabfrage”, sagt sie.
“Ja, gut, aber machen Sie doch mal mit D”, sage ich.
“Gibt’s den denn überhaupt?”, fragt sie.
“Gab’s”, sage ich.
“Aha!”, ruft sie.
Sie rudert mit dem Zeigefinger in der Luft.
“Wie, aha?”, frage ich.
“Sie sagen: ‘Gab es’”, sagt sie.
“Ja”, sag ich, “Natürlich”, sag ich.
“Dann haben wir den vielleicht gar nicht mehr im Sortiment”, sagt sie.
“Sollten Sie aber”, sage ich.
“Ja, das können wir ja nicht entscheiden”, sagt sie.
“Aber hat bestimmt jeder”, sage ich.
“Wir anscheinend nicht”, sagt sie.
Sie verzieht wieder das Gesicht.
“Ich meine, das gibt’s sicher überall”, sage ich.
“Dann würde es ja hier drin stehen”, sagt sie.
Ich verziehe wieder das Gesicht.
“Haben Sie Twilight?”, frage ich.
Ich schnippe mit den Fingern.
“Englisch oder deutsch?”, fragt sie.
Sie lächelt.
“Deswegen sage ich ja ‘Twilight’”, sage ich.
“Klar haben wir das!”, sagt sie.
“Wow”, sage ich.
“Das ist sicher was für Sie, auch mit Tod und so”, sagt sie.
“Klasse”, sage ich.
“Ja, das kaufen jetzt viele. Deswegen haben wir das auch direkt da. Nicht so was Vergriffenes”, sagt sie.
“Das Buch ist ganz bestimmt nicht vergriffen”, sage ich.
“Wenn ich’s Ihnen doch sage”, sagt sie.
“Wenn ich’s Ihnen doch sage”, sage ich.
“Was sagen Sie denn?”, fragt sie.
“Na das D!”, sage ich.
“Sie und ihr D”, sagt sie.
“Ich will Twilight”, sage ich.
“Ganz unten”, sagt sie, “Bei den Fremdsprachen”
Ich sage nichts.
# Demnächst wieder per Internet
# Kreuzbergslam, Berlin
01.12.2009
20:30
Lido, Berlin
http://www.kreuzbergslam.de
# Potslam, Potsdam
02.12.2009
20:30
KuZe, Potsdam
http://www.potslam.de
# Heldenbar Slam, Essen
Poetry Slam in der Heldenbar in Essen
03.12.2009
# satznachvorn Slam, Aachen
Poetry Slam in Aachen in der Raststätte
04.12.2009










