Soloabend in der Dresdner Groove Station
Beginn: 21 Uhr
Eintritt: ???
Ort: Groove Station, Dresden
Soloabend in der Dresdner Groove Station
Beginn: 21 Uhr
Eintritt: ???
Ort: Groove Station, Dresden
Na das wird witzig. Aber was man, in welchem Zustand auch immer, verspricht, muss man auch halten. Dementsprechend moderieren die reizende Franziska Wilhelm und meine Wenigkeit am 05. April den LivelyriX Poetry Slam in Leipzigs Ilses Erika.
Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 4 Euro
Datum: 05.04.2009
Ort: Ilses Erika, Leipzig
Die neue Uni sieht wie eine DDR-Schule aus. Beziehungsweise das, was vom Unineubau jetzt bezugsfertig ist, tut es. Das NSG also, sprich ENN ESS GEH, heißt Neues Seminargebäude, oder wie es auf einigen der Veranstaltungszettel auch genannt wird, NSG S, sprich ENN ESS GEH <Pause> ESS, Neues Seminargebäude Seminargebäude. Clever.
Vor der Schule sitzen scharenweise Menschen und besprechen ihre Modulbelegungen. Alle. Alle besprechen ihre Modulbelegungen oder rauchen oder stehen herum oder sagen, dass jetzt endlich Frühling ist. So geht das mit den Gesprächen ganz locker und wie von selbst. Hallo ja cooles Wetter ENDLICH! Frühling ja wollte auch mit dem Fahrrad ach was die Module hab gar nicht ach du hast das auch? Welcher Raum ist das denn ich wusste gar nicht wo man hier reinkommt aber dann ich hoffe ja dass dieses Semester nicht so schlimm wird ja voll krass alle voll gut und ich wieder voll schlecht sowas…
Ein Dozent meint sinnbildlich, es sähe hier aus wie früher, nur moderner. Bloß dass es damals bestimmt noch keine Flachbildschirme gab, die man an den Wänden hätte aufhängen können. Immer, wenn ich jetzt hier durch laufen muss, werde ich mir vorstellen müssen, wie große, schwere RFT-Röhrenmonster von der Wand hängen und mich spätestens im zwanzigsten Semester dann auch hinreichend geschädigt haben, um direkt von der Uni in den Ruhestand zu gehen.
Mittlerweile denke ich ernsthaft darüber nach, professionell als Hellseher zu arbeiten. Dazu muss man nicht hellsehen können, man muss nur seine Umwelt kennen. So weiß ich, dass eine Straßenbahn tatsächlich losfährt, auch wenn man nur mit einem Fuß in ihrem Fahrgastraum, der Rest des eigenen Körpers aber noch auf dem Bahnsteig steht. Ich weiß, dass es von intelektuellen Studenten als unrevolutionär und uncool abgetan wird, wenn man bei Fragen wie “Konstruiert Cassirer etwa eine Dichotomie des Werdens und des Seins?” einfach nur “HÄH?!” schreit, weil man keine Lust auf solches Geschwafel hat. Und ich weiß, dass es den meisten egal ist, wie man “Soziale Revolution” überhaupt korrekt schreibt.
Nur wenn ich mir vorstelle, dass weit draußen im Weltall, von allen Menschen unentdeckt eine Parallel-Galaxie existiert, in der fast alles genau so ist wie in unserer Milchstraße und dass es dort auch eine Erde mit dicken und dünnen und schlauen und dummen Menschen gibt, dass dort eben alles so ist, wie es hier ist, aber nur fast, dass die Menschen dort nämlich nichts als Brokkoli zu essen haben und deshalb alle wahnsinnig geworden sind. Dass sie zu unendlich klugen Gemüsemenschen mutierten und jetzt eine Teleportationsmaschine entwickelt haben, mit der sie sich zu Erde gebeamt haben, um sich mit den zur Zwangsarbeit im Leipziger City Tunnel versklavten Zwergen zu verbünden und schließlich in einem großen Cyberkrieg die Weltherrschaft an sich zu reißen. Wenn ich mir das vorstelle, dann frage ich mich, ob sich das mit meinem Berufswunsch vereinbaren lässt.
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Als die Dozentin den Raum betritt und ich bemerke, dass sie eine sie, eine Dozentin ist und deshalb wohl auch nicht “Herr Müller” genannt wird, wie es auf meinem Plan steht, erzählt sie bereits davon, dass sie “Frau Meier” hieße und keine Anwesenheitslisten führe möchte und jedem frei stellt, ihr Seminar nicht zu besuchen, wenn ihm nicht danach steht. Als sie dann kurz pausiert und ich mich gemeinsam mit drei Anderen aufmache, den Raum zu verlassen, um Herrn Müller und unser eigentliches Seminar zu suchen, schaut sie sehr traurig aus.
Wir dürfen in diesem Semester freiwillig Referate machen. Und weil alle so viel Lust darauf haben, hat sich auch niemand dafür gemeldet.
Auf nach Plagwitz ins Victor Jara heißt es am 07. April 2009. Denn da lese ich als “Vorband” des grandiosen Micha-El Goehre ein paar Texte, ehe dieser die anbrandende Menschenmassen dann zum Ausflippen bringt.
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: ???
Ort: Victor Jara, Leipzig
Das Team Totale Zerstörung, der großartige Julius Fischer und meine Wenigkeit, sind zum Kampf der Künste in die Hambuger Zeise Kinos geladen, das Publikum mit tiefgehender Liebeslyrik zu schocken.
Beginn: 22:30 Uhr
Eintritt: ???
Ort: Zeise Kinos, Hamburg