Beckett on Film ist ein Projekt, das Stücke von Beckett neu auflegt, filmt und dann auf DVD bannt. Alles schon geschehen, die DVD-Box gibt es für gutes Geld seit längerem zu kaufen. Im Internet zu sehen gibt es davon z.B. “Play”, zu deutsch mehr oder minder schön “Spiel” genannt, aus dem Jahr 2000, unter Anderem mit Alan Rickman. Mir gefällt es ganz gut, auch wenn die Regieanweisungen oftmals nicht so ernst genommen worden sind. Aber überzeugt euch selbst:
Die ganzen Songs, die ich damals hatte, um mir so richtig herrlich den Tag zu versauen, funktionieren nicht mehr. Ich hör sie und nichts passiert, fließen einfach durch mich hindurch, ohne auch nur irgendwo anzuecken. Das Ohrenfrei-Zeug zum Sprühen, löst den Schleim und lässt ihn dann langsam durch die Ohrmuschel auf den Pullover tropfen, während man Spaghetti isst. Früher hatte ich mich mir nur eine Zigarette drehen brauchen, Lied an und los ging’s, nicht einmal nachdenken, einfach versinken und keine Lust mehr haben. Einen guten Push-Up erkennt man nicht als solchen. Aber mittlerweile sind sie wohl ausgeleiert und geben mir kaum noch etwas. Scheiße nur, dass ich zu lethargisch geworden bin, mir neue zu suchen. Mich kann wirklich nur noch die Antithese Allein/Nicht-Allein wirklich fertig machen, beides in seiner eigener Art und Weise. Alles Andere ist einfach zugeschweißt und geht nicht mehr auf. Ich bin abgestumpft für mich selbst und kann nichts dagegen tun, als der hässliche Holzmann zu sein, den Dorothy nie als Freund hatte. Und hätte sie ihn gehabt, er hätte sich gleich im ersten Kapitel angezündet.
Repetitorium
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Da lassen sie die Versicherungsmenschen schon einmal auf Geschäftsreise gehen, in der weisen Vorraussicht, dass sie’s sich mal richtig geben wollen am Vorabend. Fahren also hin und schütten sich völlig zu, bis der Barmann sagt: Schluss, Feierabend, gibt nichts mehr. Schleifen sich dann auf die Zimmer und pennen sofort ein. Nur der eine sackt an seiner Tür noch einmal kurz ein, weil er dachte, er wäre schon am Bett. War aber erst an der Türklinke und tickt mit dem Schneidezahn so kurz auf die Klinke, tick! Ganz sachte. Und merkt nichts und pennt auch ein. Diesen Besoffenenschlaf, der keiner ist, weshalb es einem am Tag darauf immer schlecht geht. Weil es eher ein Siechen ist, ein Aussiechen und Ausdünsten. Verdauung mit Augen zu sozusagen. Und dann wachen sie auf und gehen duschen und rasieren sich und tupfen sich lange mit den Rasierwasserhänden im Gesicht rum, um die Augenringe wegzumassieren. Treffen sich dann und beißen fröhlich in ihre Brötchen und der eine schreit wie am Spieß. Weil er jetzt erst bemerkt, dass er sich an der verdammten Klinke den halben Zahn abgehaun hat und jetzt die Nerven fröhlich rausbaumeln. Scheiße.
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Und dieses Scheißklavier. Oder dieser Scheißflügel. Dass wiehert so vorwurfsvoll!
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Das Attraktive an Scrubs ist wohl, dass dort alle Patienten fröhlich, wenigstens zuversichtlich, dargestellt werden (bis auf diese böse Oma). In Wirklichkeit aber sind Krankenhäuser doch Orte des blank liegenden Hasses. Kranke hassen doch immer alle Gesunden. Vor allem die jungen Schwestern, die sie einsetzen, um den Schmerz der Kranken och zu mehren. Jeder hasst automatisch die Familie des Zimmergenossen, die jeden Nachmittag vorbei kommt und ums Bett herum versammelt steht und dann immer mal wieder zu dir hinüber schaut. Oder gleich am Anfang “Tag schön!” sagt und dir zunickt und du, du könntest sie alle erwürgen. Und weil das noch nicht genug ist, merkst du, wenn du entlassen wirst, dass dein Auto, das dort unten brav auf dem Parkplatz wartet, einen Platten hat. Und du musst wieder hoch in dein Zimmer, wo die Familie deines Zimmergenossens (Salutiert!) wieder ums Bett herum steht und du musst den Jürgen fragen, mit dem du noch nie gesprochen hast, von dem du aber alles weißt (Der Jürgen hat ne eigene Werkstatt!), musst ihn fragen wegen dem Reifen. Dann kommt er mit und hilft dir, indem er die Schrauben los tritt, schrauen musst du selbst, bis deine Hände schwarz sind. Und er gibt Kommentare (Ne, ne, solang das deutsche Reich besteht, die Schraube man nach links aufdreht!). Und du ihm aus Anstand einen Zwanni. Den er wiederum aus Anstand nimmt. Und dann saust du dir auch noch das Lenkrad ein. Aber zu Hause, zu Hause verstehst du dann den Hausmeister endlich.
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Yes, there were times when I forgot not only who I was, but that I was, forgot to be. (beckett)
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“Kannst du dir das überhaupt vorstellen, im Kopf so ein Orchester zu haben? So ein Orchester, das die ganze Zeit klimpert wie wild und nicht damit aufhört, bist dir der Kopf innerlich blutet und du dir wünschst, es wäre jetzt gleich jetzt endlich vorbei. Nur um dieses Klirren loszuwerden?”
Der Ausschnitt stammt aus Tony Takitani. Unbedingt filmische Empfehlung. Nur im Original mit Untertiteln schauen.
Ich stehe am Küchenfenster. Unten am Haus gegenüber hält eine junge Familie beim Spazierengehen inne. Mutter, Vater und Kind ziehen jeweils ein Actimel aus der Tasche, entkorken ihre Fläschchen und gießen sich den Inhalt hinter die Binde. Dann ziehen sie frisch gestärkt weiter. Wahrscheinlich, um Häuser anzuzünden. Niemand kann ihnen etwas anhaben. Ich spüre, wie sich Tränen in meinen Augen sammeln. Die Welt ist ein perverser Ort.













