# Willkommen im Neuen

“Warum können die ihre Melancholie nicht einfach zu Hause auskotzen?”

B. H.

Willkommen im Neuen. Hier ist alles neu und glitzert noch so herrlich unbenutzt. Setzen Sie sich und genießen Sie die Aussicht. Ist es nicht schön? Zwar weinen die Zeitungen schon über die “ersten traurigen Bilder”, aber wozu haben wir denn die ganzen Psychonauten, wenn nicht um alle und alles behandeln zu können?

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Im neuen Deutsch ist es vollkommen irrelevant, ob Sätze groß oder klein beginnen. eBay ist nicht gut und ich brauche eine neue Hose. Postmoderne kann jeder. Also niemand. Vielleicht sollte man immer genau dann schreiben, wenn man nichts zu sagen hat. Immerhin müssen so zahlreiche Bücher von Prominenten entstanden sein.

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Seit ich herausgefunden habe, dass händische Arbeit meine Produktivität entschieden steigert, bin ich zum literarischen Hausmann mutiert. Meine Texte schreibe ich seitheit beim Wäscheabnehmen, während des Kochens oder beim Sex. Das Clemens-Meyer-Phänomen, wenn man so will, erst muss man mal richtig gearbeitet haben, ehe man sich anmaßen darf, etwas zu erzählen zu haben, darum arbeiten wir ein Semester lang auf dem Bau oder übernehmen treuhändisch selbst das Babyjahr, immerhin sichert uns das die Zulassung am Literaturinstitut.

# Team Totale Zerstörung bei Wort-Hamburg

Das ist doch toll! Haben die netten Leute von Wort-Hamburg doch tatsächlich auch noch ein Video vom Team Totale Zerstörung, bestehend aus dem überaus sexyen Julius Fischer und mir mit unserem Text “Muss pissen”, ins Internet gestellt.

Danke an mich fürs Finden.

# livelyriX Poetry Slam, Leipzig

Nachdem ich im Dezember schon nicht zugegen sein konnte, bin ich wenigstens beim ersten Slam im Jahre 2009 wieder im Leipziger Ilses Erika. Alles wie immer, Gäste sind Tobias Kunze aus Hannover, Thomas Jurisch und Konstantin Turra aus Dresden. Wird toll. Moderationstechnisch ist der großartige Christian Meyer aktiv.

Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 4 Euro

# Einkaufsennui

Beim Einkaufen, kurz bevor der Konsum seine nahrungsspendenden Pforten schließt – gerade in Leipzig, wo es die Leute mit der Wende nicht eilig genug haben konnten, heißt eine Supermarktkette “Konsum” – die überbordende Traurigkeit des Abends genossen. Durch die Lautsprecher zerrt sich Gary Jules’ Mad World (Ja, ja, Cover von Tears for Fears.) und alle schleichen ganz langsam durch die Gänge, immer auf der Hut, ja keinen Laut dabei von sich zu geben. Draußen glitzert der Schnee vor sich hin und man bekommt spontan Lust, sich den Namen der Verkäuferin mit der rauchigen Stimme in den Arm zu ritzen, unterlässt es aber, um die Arbeit der armen Azubine nicht noch zu mehren. Die Fleischthekenfrau schaut missmutig auf ihr Fleisch, als würde sie überlegen, ob sich die Schweinerücken auch in Tränen noch verkaufen lassen. Die Bäckersfrau hockt in ihrem Hinterzimmer und weint wahrscheinlich lautlos vor sich hin. Nur an der Kasse rempelt eine ausgfranste Frau gegen die verstoßenen Weihnachtssüßigkeiten, ob derer Mitnahme sich beim letzten Feste niemand erbarmen konnte. Man hat das Gefühl, sie in ihren Vakuumpackungen schluchzen zu hören. Sie rempelt, dass es kracht und entschuldigt sich hilfesuchend: “Nisch ernst nehmen, isch hab een anne Klatsche!” Und man schaut betreten weg und versteht es. “The dreams in which I’m dying are the best I’ve ever had.” singt Gary und die Dame vom Zeitungsstand schaut wehmütig auf die Zigaretten, mit denen sich doch so viele hätten die erleichternden Schmerzen zufügen können. Ich bezahle und wünsche mir fast, mir auf den spiegelglatten Fliesen im Eingangsbereich, aus dem sie jetzt extra die rutschmindernden Läufer entfernt haben, einen Oberschenkelhalsbruch zuzuziehen. Rein aus Mitgefühl. Aber nichts passiert. So grausam ist die Welt.

# Poetry Slam Regensburg

Datum: 09.10.2009
Ort: Alte Mälzerei, Regensburg
Eintritt: ???
Beginn: 21:00 Uhr

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