Leipzig-Zürich klingt nicht weit. Ist es aber. Julius orakelt von seiner letzten Autofahrt gen Zürich und zehn Stunden des Unterwegsseins, weshalb wir schon um sieben Uhr frühs zu acht in einem kleinen VW-Bus in die Schweiz sitzen.
Acht Stunden Fahrt, viel nachgeholten Schlaf und zahlreiche Panikschreie von Christian Meyer später stehen wir vorm Schiffbau udn wissen nicht, wo wir parken sollen. Wir parken irgendwo, gehen rein, machen vorher brav unsere Zigaretten aus, nur um uns zu ärgern, dass hier ja noch drinnen geraucht werden darf, melden uns an und fallen den ersten Kollegen um den Hals.
Danach kurz ins Hotel, d.h. Hotel nur für Julius und mich, wohl daraus resultierend, dass wir neben unserer Einzelteilnahme auch noch als Team angemeldet sind, die anderen fahren in die Jugendherberge.
Etap-Hotel.
Bis wir um 20 Uhr (fast) alle unseren Vorrundenauftritt haben, sitzen wir also in der Poetry Lounge herum, trinken vergünstigte und nichtsdestotrotz noch teuere Sachen und warten. Ich kürze noch schnell irgendwie meine Texte zurecht und fühle mich wenig gewappnet gegen meine Kontrahenten.
Wir suchen eine Möglichkeit, etwas einzukaufen, finden aber den von allen geprisenen Migros in der Nähe nicht. Darum kaufen wir Alkoholfreies und Zigaretten bei einem Kiosk für Preise, die einem Tränen in die Augen steigen lassen.
Um acht dann endlich die ersehnte Vorrunde im Moods. Ich bekomme Startplatz Nummer 9. Das ist toll. Julius schlägt sich in Halle 3 herum. Heiner Lange an Position 5 legt vor. Ich geselle mich mit 0.1 Punkten Unterschied dazu. Remo Rickenbacker setzt sich kurz vor Ende noch an die Spitze und Gauner macht die gleiche Punktzahl wie ich. Halbfinale der Runde 3 steht also. Julius ist mit Platz 1 seiner Runde ebenfalls weiter, gemeinsam mit Jan Koch, Renato Kaiser und Philip Reichling. Schade jedenfalls, dass es Josef mit Startplatz 3 so schlecht ergangen ist und Franziskas Text bei der Jury nicht die verdienten Punkteverteilungen bewirkt hat.
Danach noch zwei weitere Vorrunden anschauen, herumstehen, Leute treffen, Leute kennenlernen. Erotik Slam auf Grund zu großter Müdigkeit dann lieber doch nicht. Ab.
Essen: Hirschgulasch mit Spätzle