ankommen, da bleiben, wieder gehen

„Sehr geehrte Fahrgäste am Gleis 12 – Willkommen in Leipzig.“

Ich wollte ihr einen Gefallen tun und ihr Bescheid geben, dass ich wieder da bin. Ich hatte den Briefkasten geöffnet und die Post im Gehen sortiert. Wenig für mich, wie immer. Die Treppen hatten geknarzt mit jedem Schritt, den man auf ihnen tat. Die Tür war verriegelt, das hieß nichts, nur dass sie entweder noch nicht draußen gewesen oder gerade unterwegs war. Nicht aus irgendeiner Schuld, viel mehr aus einer Laune heraus, wollte ich an ihre Tür klopfen und sagen:

I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]

Es sind nicht die großen Schwüre des Verlusts, die einen treffen, sondern immer die einfachen Worte, die alltäglichen, die durch ihre Situativität aber eben doch aus dem Alltag gerissen sind und genau deshalb einzig ehrlich wirken, einzig treffen.

Die Postbank macht 449 Millionen Euro Verlust. Die japanische Börse ist auf historischem Tiefstand. Wahrscheinlich sollte mich das weitaus mehr stören, als es das in Wirklichkeit tut. Ich habe keine Aktien, auch keine abgefahrenen Fonds irgendwelcher total tollen Banken, die ganz ganz weit weg mal ganz ganz viel Profit erwirtschaften sollten, das aber irgendwie nicht geschafft haben, deshalb jetzt pleite sind und da das Bankensystem ein ineinander verhaktes Geben und Nehmen ist, haben jetzt auch die anderen Banken Angst vorm großen Fausthieb, wie ihn die Postbank nun abbekommen hat.

Die meisten Probleme haben solche Ausmaße oder sind so weit weg, dass sie mich direkt überhaupt nicht mehr betreffen und deshalb auch anders interessieren. Das ist schlimm, kann man meinen, aber auch ehrlich. Zwar kaufe ich Biomilch und Fair-Trade-Kaffee, aber ob es dort nun um mehr als die Befriedigung meiner Weltverbesserungsfantasien geht, wer weiß.

Sachen die mich angehen:

I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]

Am undankbarsten ist es für Menschen, wenn man, während Sie mit einem sprechen, ohne auf das Display zu schauen, einfach tippt, so als man irgendetwas tippen würde, aber eigentlich doch genau weiß, was man tippt, nämlich das hier, etwas, das einen nicht zuhören lassen muss. Natürlich möchte man etwas Bedeutsames schreiben, aber natürlich bleibt es bloße Ablenkung, die so lange währt, wie sie eben währen muss.

Hm. So. Fertig.

Am 31. Oktober 2008 ist sie wieder da, die Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz live, in Farbe und zum Anfassen im wunderbaren Horns Erben in Leipzig. Da wir uns auf Winter und allgemeine Kälte zubewegen, fangen wir nun schon um 20 Uhr an. Gefreut werden darf sich auf André Kudernatsch, Christoph Graebel, Michael Schweßinger, Hauke von Grimm, Kurt Mondaugen, Julius Fischer und meine Wenigkeit.

http://www.schkeuditzerkreuz.de

Datum: 31.10.2008
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Horns Erben, Leipzig
Eintritt: 5,00 Euro

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