Vielleicht muss man ganz zwangsläufig von vielen irgendwann enttäuscht werden. Vielleicht ist dies ein Fakt, mit dem man sich arrangieren, den man akzeptieren muss. Vielleicht. Und natürlich gibt es Ausnahmen. Ausnahmen, die aber nicht umsonst Ausnahme heißen und eben nicht Regel sind. Darum, dass sie sich abheben von dem ganzen Rest, bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich feinstes Verletzen zu großer Enttäuschung kulmuliert.
Wie erloschene Blindgänger
starren die Bäume gen Himmel,
tentakelnd traurige Tiere
ergehen sich auf den Wegen,
unter den tief hängenden Ästen.
Wie geleert ich im Grün liege,
ausgedorrt, entseelt und
fragend, wo Weißrussland ist.
Und ohne Antwort weiter,
weiter fragend liegen bleibe.
Wie ich dich sehen möchte,
in geblühmtem Kleid
und Himmelblau im Rücken,
mit Wind unter den Armen,
auf gepunkteten Wiesen.
Wie nervös und aufgeregt
will ich den Zug beim
Einfahren und Halten hören,
dich aussteigen und laufen sehen,
geschwängert von guter Zeit.
Um dann rücklings im Gras
deinen Duft flattern spüren
unter jenem Himmel,
der doch für alle gleich ist —
in Weißrussland und hier.
Wie mich die Gesellschaft als Punching-Ball missbraucht
Man sollte nicht nachts um 1 Uhr noch auf die Idee kommen, zwei Kannen Kaffee trinken, das wissen Steffen und ich spätestens jetzt ganz genau, da wir nach der Lesung in dem kleinen Backstagekabuff sitzen und gegen die Müdigkeit ankämpfen. Wie wir den Slam am Abend überstehen sollen steht in den Sternen.
«Wollen wir uns noch ein wenig die Messe angucken?», frage ich.
«Ja.», sagt Steffen.
Ohne jede Bewegung bleiben wir sitzen.
Zu Gast im Atomino zu Chemnitz ist am Abend des 27. März 2008 der gute Mr Blackout beim LivelyriX Poetry Slam. Toll!
Beginn: 21:00 Uhr
Ort: Atomino, Chemnitz
Eintritt: ???
Eintritt: 5,00 Eur (erm.), 7,00 Eur AK













