Was man den Augen eines und einer jeden Trakl sehen kann, ist die Verlorenheit, in diese Welt hineingeboren worden zu sein. Nicht, überhaupt geboren zu sein. Aber umso mehr die bittersüße Strapaze eines Lebens in tiefdunklen Pupillen.
Ich habe das Gefühl, es hat das richtige Ende für alle genommen. Die schönsten Vögel werden eingefangen und gehen elend zu Grunde.
# Aphorismus des Tages [89]
# In Gedenken Georg Trakls
Erinnert man sich zurück, was einem im Deutschunterricht an Namen alles untergekommen sein sollte, so müsste auch der Name Georg Trakl darunter sein. Wahrscheinlich glitt er, wie so viele andere, ganz einfach durch die Siebgitter des Gedächtnisses und verschwand irgendwo in der Vergessenheit. Viel zu oft mag dies zu Unrecht geschehen, gerade bei einem wie dem Lyriker Georg Trakl, dessen zweiundneunzigster Todestag heute zur Kenntnis genommen werden soll.
Hineingeboren in eine gutbürgerliche Einzelhändlersfamilie im Eisenwarengeschäft kam Trakl am Abend des 03. Februars 1887 in Salzburg auf die Welt. Als fünftes Kind der Familie, nach Wilhelm, Gustav, Maria und Hermine, folgten ihm noch drei und vier Jahre später die für Georg überaus bedeutende Grete und Fritz.
Da die Mutter den Kindern wenig Zuneigung entgegen brachte, wurde das Kinderfräulein Marie Boring ab Georgs drittem Lebensjahr eine Art Mutterersatz für alle Kinder. Sie lehrte sie die französische Sprache, das Klavierspielen und schärfte ihre Freude an den Künsten. Insbesondere Georg wurde besonders stark von ihr beeinflusst, gewann er doch durch sie später Aufmerksamkeit auf französische Lyrik.
# Aphorismus des Tages [90]
Nicht zu wissen, wo etwas nachzuschlagen ist und zu denken, bis man an natürliche Grenzen stößt. Daran verzweifeln und es dennoch lieben. Eine Liebe zum Sinnieren, nichts weiter.
# Don’t lose touch!
Mit Musik verging die Zeit damals wie heute schneller. Wir hatten die Scherben wiederentdeckt und ließen sie über den ganzen Bahnsteig schallen. Mit geballten Fäusten und angezogenen Beinen verdudelten wir die Winter zwischen dem Getränkeautomaten und den ersten elektronischen Klohäusschen. Man hatte einen schönen Blick hinüber auf den Fluss. Viele Abende und Sonnenuntergänge, verwässert und verbrüdert mit dem billigsten Bier überhaupt.
# Aphorismus des Tages [91]
Abgedroschenes: Soweit man über die Jahre überhaupt etwas endlich mit Gewissheit sagen kann, so ist es, dass man aus Fehlern immer noch am besten lernt. Ob nun vorrangig Richtiges oder Falsches aber sei immer noch dahin gestellt.










