Das bisschen Regen hatte der Umgebung wirklich gut getan. Jetzt, mit der Sonne nur hinter einem wolkenen Vorhang aus dunklem Blaugrau konnte man seit langem endlich wieder nichts als klare Luft riechen. Natürlich musste man der Straße den Rücken zudrehen und durfte nur atmen, wenn gerade kein LKW vorbeirumpelte. Aber trotzdem, die Welt war befreit. Das dicke Tuch, gewoben aus der Unfähigkeit tief ein- und auszuatmen und der anhaltenden Müdigkeit war von unbekannter Macht ganz behutsam den Vormittag über vom europäischen Kontinent gezogen und ganz weit weg im Meer vergraben worden. Es würde eine Weile dauern, ein, zwei Monate, bis man es wieder verwenden und auf die Köpfe der arbeitenden Bevölkerung legen könnte. Bis dahin müsste man es erst noch gehörig auswringen. Auch über den Menschen, versteht sich.
Es würde gut sein. Genug helle Tage, dachte T. Sie besah sich mit verklärtem Blick und verdrehten Augen ihr Profil in der Fensterscheibe vor ihrem Gesicht. Der Kopf lag unbequem auf dem und klagte unentwegt nach einer Ruhephase. Von irgendwoher hatte sich ein Lichtstrahl durch das Glas verirrt und sich auf T.s Arm gesetzt. Er zeigte die vielen, kleinen Häärchen und spielte mit ihnen im Wind, der langsam durch das angelehnte Fenster herein kam. Kühler Wind und etwas Sonne, darauf freute sie sich, wenn die vom Sommer verbrannte Haut so langsam zu bröckeln und schließlich abzufallen schien.











