Die Nacht habe ich wieder harrend verbracht. Ich wartete darauf, dass der Schlaf meinen Bewusstsein endlich den erlösenden Schlag geben würde und mich nicht mehr denken lassen möge. Abschalten, ein Abstraktum, dem ich noch nie einen Wert beimessen konnte. Ich kenne es einfach nicht, ständig knirschen die kleinen, grauen Rädchen zwischen den Schläfen, halten den matten Generator am Leben, der im Takt einer Kalashnikov die Impulse durch meine Glieder rasen lässt. Vielleicht hülfe das Licht, so jedenfalls wäre nicht alle Kraft auf das Vorgestellte gerichtet, sondern auch ein wenig an die Sinneseindrücke vergeben.
Das kleine Mädchen Schlaflosigkeit ist auch wieder dabei, hockt wie eh und je dort unten am Bettrand und jauchzt gelegentlich, wenn wieder eine Stunde leise und gebückt aus dem Zimmer schleicht. Sie streichelt wie eine gütmütige alte ein Frau ihr noch verbliebenes Kätzchen, meine Beine und summt dazu ein Schlaflied, von dem sie immerzu wusste, dass es nicht mildern auf mich wirkt. Je schneller die Stunden gehen, umso aufmerksamer werde ich und horche auf, wenn sie ganz sacht die Fasern der dünnen Teppiche im Flur aufeinander drücken. Von irgendwoher krächzt parallel dazu ein Hund und treibt sie an.
I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]