Geboren zu werden heißt fast gleichwohl ins Koma zu fallen. Es ist selbstverständlich, dass sich ein Großteil der Jugend und jungen Erwachsenen vorm Leben drückt. Denn sie sind Eingeschlafene, diese Welt ist eingeschlafen.
Vorab, dieser Beitrag ist nicht als polemisch anzusehen, es ist nur ein Gefühl, so wie es eben da ist. Von mir aus kann mir dann vorwerfen, dass es existiert, doch so verantwortlich mag ich mich dafür nicht fühlen, solange wir das Freudjahr haben und jeder das Unterbewusste feiert.
Ich hatte in Von den Nicht-Funktionierenden über die Kinder- und Jugendpsychiatrie geschrieben, an der ich täglich vorbei komme. Aber es fehlte noch etwas, ein kleiner Zusatz. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Apathie, die ich zu beschreiben versuchte, oder auch nicht.
Jeder stirbt für sich allein, so sagt das Sprichwort. Dass jeder auch für sich allein und mit sich selbst zu leben hat, davon spricht man nicht. Und niemand kann etwas dafür.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wird die Freiheit der Bürger beschnitten, um mutmaßliche Terroristen aufzuspüren. Das Europaparlament billigte im Dezember einen Beschluss der EU-Justizminister, wonach Daten über E-Mail- und Telefonverbindungen künftig mindestens sechs Monate lang gespeichert werden müssen.
So begann der ursprüngliche Beitrag namens Haben Sie das gehört? Der Titel war als lapidare Frage ausgelegt, auf die jetzt endlich eine Antwort gefunden wurde. Ja, sicher! muss sie heißen. Endlich haben wir einmal mehr einen schönen Skandal. Sollte es nicht längst auch den Letzten bedenklich stimmen, dass auf jedem Datensammelskandal, der selbstverständlich immer ein kleiner, dummer Einzelfall ist, dennoch auch immer ein nächster, größerer folgt?
I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]
Ich kann mich nicht entscheiden. Wenn man mir die Möglichkeit gäbe, an nur einer bestimmten Tageszeit durch die Gegend zu spazieren, wann würde das wohl sein? Die Frage zu beantworten ist nicht so einfach, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint, denn so ziemlich jede Stunde hat irgendeinen Reiz, der immer darin besteht, dass man etwas beobachten kann, das es sonst nicht oder nicht in der Form gibt.
Früh morgens, gegen vier oder fünf Uhr, wenn es ganz langsam schon dämmert und alles nicht mehr schwarz, aber noch dunkelblau umrandet und schattiert ist, kann man mit etwas Glück sogar ein paar schöne Nebelschwaden sehen. Zurecht hatte einmal jemand vom morgendlichen Leichentuch gesprochen, das sich in den frühen Morgenstunden noch über das ganze Land erstreckt und dann im aufkeimenden Trubel zerrissen wird. Das Gute an der Uhrzeit ist, dass man noch ungestört ist. Allenfalls, geht man durch die Stadt, sieht man ein Nachtarbeiter mit dunkelgrauen Streifen unter den Augen durch die Straßen ziehen, und sie wollen fast immer grüßen, wenn sie meine familiär aussehenden Augenringe bemerken. Inwieweit sich die Luft während der Nacht generiert oder inwieweit die Zirkulation dafür verantwortlich ist, doch um diese Zeit kann man noch sagen, dass die Luft duftet, oder wenigstens frisch und unverbraucht ist. Unverbraucht, das hieße fast, sie würde Punkt Mitternacht abgesaugt und durch eine neue ersetzt.













