In Bezug auf das heute angeführte Bush-Gespräch möchte ich endlich einmal ein paar hörenswerte Radiosendungen nennen, unter anderen solche, die ich bereits ein paar mal erwähnt habe.

Da wäre zum Ersten die Episode Das Bullshit-Prinzip – Mit heißer Luft zum Erfolg aus der Sendung Der Tag vom hr2. Es geht hier um Mist, Humbug, wie wir im Deutschen dazu sagen würden, also bekanntermaßen um Bullshit, einen der wenigen Anglizismen, die ich, aufgrund ihrer schlechten übersetzbarkeit, sogar gelten lassen würde. Was das heißen soll? Nunja, niemand schaut Talk-Shows, wenn man ihn danach fragt, aber jeder kennt die eine oder andere Anekdote aus solcher Sendung. Natürlich sind die Anderen die Dummen, man selbst schaut nur zu, um sich über jene zu stellen, die sich dort die Blöße geben, offensichtlich nicht die hellsten Köpfe zu sein. Weiterhin beinhaltet die Episode einen äußerst lustigen Wegweiser, wie man erfolglich bullshittet und sich möglichst oberflächlich und unverständlich zu jedem Thema äußern kann. EIne sehr empfehlenswerte Sendung ist Der Tag überhaupt.

Downloadlink: hr2 Der Tag – Das Bullshit-Prinzip

Eine ebenso empfehlenswerte Sendung ist SWR2 Wissen. Ganz besonders hervorheben möchte ich eine sehr gelungene Episode über den aus Rumänien stammenden, jedoch später in Frankreich lebenden Philosophen Emile M. Cioran namens Prometheus und Adler. Für alle Leser dieses Mannes wird die Sendung ein Genuß sein, vorallem wenn man vorher Cioran höchstens französisch, aber nie deutsch hat sprechen gehört. Anbei gibt es auf der Seite des SWR2 das Manuskript zum Download, welches immer gut zum kurzen überfliegen oder gleich zum Mitlesen geeignet ist. Die Sendung vollführt einen groben Streifzug durch Ciorans Leben, Denken und gibt auch äußerungen von Freunden und Anhängern wider.

Downloadlink: SWR2 Wissen – Prometheus und Adler
Manuskript zur Sendung

Kann es überhaupt eine absolute Freiheit geben? Spätestens bei der Freiheit von Freiheit würde man auf ein Problem stoßen, das man wohl kaum zu lösen in der Lage ist. Allein durch die Sprache wäre man gefesselt. Scheinbar alles wirft einen Schatten, alles begrenzt und wirft einen Schatten auf etwas Anderes. Doch sollte das überhaupt ein Problem sein? Ein schnödes Ich weiß es nicht. muss hier herhalten.

Ich komme jeden Tag an einer Tagesklinik vorbei, genauer gesagt an einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Morgens stehen schon die ersten Autos vor den Toren. Darin sitzen dann besorgt dreinblickende Mütter, niemals Väter, die ihre Töchter oder Söhne den Tag über dort abladen und dann zur Arbeit fahren oder sonst irgendetwas tun. Mal davon abgesehen, dass ich solche Häuser nicht leiden kann, sehen die Insassen dort nicht sonderlich gesünder oder kranker aus als die, die allmorgendlich apathisch am Zaun vorbei taumeln. Allein strahlen sie eine unglaubliche Langeweile und Gleichgültigkeit aus, denn sie haben ihren Stempel weg. Niemand, der sie dort sieht, wird sie unvoreingenommen beurteilen, besonders nicht die, die genau darauf bedacht sind. Sie wägen so lang ab, bis sie entweder überhaupt keine Meinung mehr, oder nur noch falsches Mitgefühl, oder noch schlimmer, tolle Sprüche für sie übrig haben. Ein reiß dich mal zusammen! oder Kopf hoch! hilft keinem von ihnen.

I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]

Ich wünschte, dass das deutsche Partitzip I ebenso gut zu verwenden wäre, wie das englische. Ein Beispiel, englisch und dann einige deutsche Varianten davon:

Knowing you don’t care [...]

Wissend, dass es dir egal egal ist/dass es dicht nicht stört [...]

Wissend, es ist dir egal/es stört dich nicht [...]

und so weiter…

Es hört sich immer hochtrabend an, kann man das irgendwie vermeiden? Man könnte so schöne Dinge mit einem gescheit klingenden (hier passt hingegen schon wieder sehr gut) Partizip I im oben geschilderten Fall anstellen. Aber so hört es sich an, als sei man dem siebzehnten oder achzehnten Jahrhundert entflohen und versuchte nun, sich hier zurecht zu finden. Dabei ist es schon schlimm genug, wenn man aus den Zeiten der Jahrhundertwende zu stammen glaubt…

Eine Gruppe von 12 heranwachsenden Jugendlichen, beinahe noch Kinder von 14 Jahren, die sich selbstbewusst Die Räuberbande nennt, hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Heimatstadt, das bayrische Würzburg, anzuzünden und anschließend nach Amerika zu fliehen, um dort die Abenteuer zu bestehen, in welchen sie während ihrer Karl-May-Lektüre schwelgen.

Alles beginnt an einem abendlichen Sonntag nahe den Brückenheiligen und alles geht seinen gewohnten, chaotischen Gang. Zwischen gestohlenen Fischen, der Fortschritt der Technik in Form einer beleuchteten Kirchturmuhr, passiert rein gar nichts, das irgendwie bemerkenswert wäre.

Mitten in dem täglichen Einerlei der Würzburger fristen die Räuber ihr Dasein. Allesamt sind kleine Lehrlinge in allen nur möglichen Betrieben. Sie haben sich nach Schillers Vorbild benannt, sprechen sich jedoch untereinander mit Namen von Figuren aus besagten Westernromanen an.

I can't go on, I'll go on. [Weiterlesen »]

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