Ich muß dem Geist einfach den Vorrang lassen. Aber trotzdem ist es der Wille zur Tat, der den Geist aus seiner Lethargie aufrüttelt. Dieser Wille, sage ich, ist überall entscheidend. Ihn müssen wir besonders pflegen, ihn immer einsetzen. Es gibt nichts, was er nicht erreichte.
So schrieb Cicero über die Lethargie des Geistes, genauer noch über den Willen, der nötig ist, um dessen Lethargie zu überwinden. Dabei vergaß der gute Cicero im überschwall des Wetterns gegen sie doch glatt die positiven Züge ihrer. Ja, gerade ich spreche von positiven Zügen, und dann auch von denen der Lethargie.
Dabei ist die Lethargie, die Lustlosigkeit, der überdruß doch genau das, was der Mensch braucht, um sich selbst unterbewusst zu kontrollieren. Ich möchte behaupten, dass kein Mensch fähig ist, ununterbrochen tätig zu sein, wie es beispielsweise Nietzsche von seinem übermenschen forderte. Spätestens das nietzscheanische Kind, die Neuordnung, der Weise, würde bald lethargisch oder wenigstens verbohrt werden, wenn er keine Jünger fände, wenn nicht schon das Kamel in seiner tragenden Rolle (Achtung, Wortspiel!) verhaarte.


